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20.12.2013 - Kunst & Kultur

Wassermann-Literaturpreis für Urs Widmer

In seiner gestrigen Sitzung hat der Fürther Stadtrat einstimmig beschlossen, den Schriftsteller Urs Widmer mit dem Jakob-Wassermann-Literaturpreis 2014 auszuzeichnen. Der am 21. Mai 1938 in Basel geborene Schweizer zählt zu den renommiertesten deutschsprachigen Autoren der Gegenwart. Er studierte Germanistik, Romanistik und Geschichte und arbeitete zunächst als Verlagslektor.

Der Schweizer Autor Urs Widmer erhält am 18. Mai bei einem Festakt im Stadttheater Fürth den Jakob-Wassermann-Literaturpreis 2014. Foto: Regine Mosimann / © Diogenes Verlag

Der Schweizer Autor Urs Widmer erhält am 18. Mai bei einem Festakt im Stadttheater Fürth den Jakob-Wassermann-Literaturpreis 2014.
Foto: Regine Mosimann / © Diogenes Verlag

Heute lebt Widmer in Zürich. Sein umfangreiches Werk umfasst Romane, Erzählungen, Essays, Hörspiele und Theaterstücke. Zu seinen bekanntesten Büchern zählen unter anderem „Der blaue Siphon“, „Herr Adamson“, „Im Kongo“ und „Der Geliebte der Mutter“. Im August  veröffentlichte er seine vielbeachtete Autobiographie „Reise an den Rand des Universums“.

Widmers Werke erscheinen im Diogenes Verlag.


Neben den älteren Werken des Autors hat die Volksbücherei Fürth auch das aktuellste Buch von Urs Widmer „Reise an den Rand des Universums. Eine Autobiographie“ im Bestand.

Begründung des Kuratoriums

„Rollenprosa und Traumprotokolle, Familiengeschichten und Kindheitsdramen, apokalyptische Märchen und Reiseberichte von Orten, an denen er niemals war – Urs Widmers Werk ist ein reicher Kosmos wechselnder Formen, fabelhafter Geschichten und existentieller Themen. Krieg und Wahn, Macht und Ohnmacht, Grenzgänge zwischen Leben und Tod, Todesphantasien und Schöpfungsmythen, Damals und Jetzt, alles hat darin Platz. Alles assoziativ, oft der Traumlogik folgend, scheinbar federleicht und pointensicher geschrieben, bis das Traurige komisch, das Schwere leicht wirkt und Fakten vom Phantastischen beflügelt werden. Auch seine Autobiographie, „Eine Reise an den Rand des Universums“, ist ein Wortkunstwerk, in dem Erinnerung und Erfindung eins werden, wie schon in der Debüt-Erzählung „Alois“ aus dem Jahr 1968.

Beinahe ein halbes Jahrhundert schreibt Urs Widmer Romane, Erzählungen, Stücke, Essays und erweist sich dabei als Sprachartist von überbordender Spielfreude, Wortwitz und unermüdlichem Erkenntnisdrang.  Er ist ein phantastischer Erzähler, ein virtuoser Fabulierer und  Essayist, ein furioser Dramatiker in Stücken wie „Top Dogs“ und  – ganz im Sinne Jakob Wassermanns – ein scharfsinniger Kommentator unserer Zeit.

Für seine kühnen Denkbilder, seine traumwandlerische Poesie, seinen rabenschwarzen Humor und seine subversive Zivilisationskritik erhält Urs Widmer den Jakob-Wassermann-Preis 2014.“


Der Jakob-Wassermann-Literaturpreis

Der Jakob-Wassermann-Literaturpreis der Stadt Fürth wird seit 1996 vergeben, um die Erinnerung an den bedeutenden Romancier zu pflegen, der in der Kleeblattstadt geboren wurde. Er ist die bedeutendste kulturelle Auszeichnung der Kleeblattstadt und mit 10 000 Euro. Der Preis soll Autorinnen und Autoren würdigen, die sich wie Wassermann für Humanität, Toleranz und Gerechtigkeit einsetzen.

Bisherige Preisträger sind Edgar Hilsenrath (1996), Hilde Domin (1999), Dagmar Nick (2002), Sten Nadolny (2004), Uwe Timm (2006), Robert Schindel (2007), Robert Schopflocher (2008), Feridun Zaimoglu (2010) und Gerhard Roth (2012).


Das Kuratorium

Stimmberechtigte Mitglieder sind Oberbürgermeister Thomas Jung, Kulturreferentin Elisabeth Reichert, Professor Gunnar Och, Lehrstuhl Neuere Deutsche Literaturgeschichte an der FAU, Professor Jens-Malte Fischer, Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung, Cornelia Zetzsche, BR Kulturkritik und Literatur, Inge Rauh, ehemalige Kulturredakteurin im Feuilleton der Nürnberger Nachrichten. Als nicht stimmberechtigte Mitglieder des Fürther Stadtrats fungieren Birgit Arnold und Helga Middendorf.

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