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Jakob Wassermann

Jakob Wassermann wurde am 10. März 1873 in der Alexanderstraße 8 geboren. Er stammte aus einer jüdischen Familie, die in sehr ärmlichen Verhältnissen lebte.

Sein Vater versuchte sich in vielfältiger Weise als Geschäftsmann, konnte aber so gut wie keine Erfolge verzeichnen. Deshalb wuchs Jakob Wassermann in großer Armut auf. Seine Kindheit war vom frühen Tod der geliebten Mutter, der Hartherzigkeit des Vaters und der Stiefmutter sowie von der materiellen Not der Familie geprägt.

Um überleben zu können, erfand Wassermann schon sehr früh Geschichten - er wurde aus Not zum Erzähler, aus Armseligkeit zum Dichter. Und er wurde ein so guter Schriftsteller, dass Thomas Mann sagte, er sei ein "Fabulierer von Geblüt und Instinkt und keiner unter uns ist wie er".

Im Alter von 16 Jahren verließ Jakob Wassermann seine Geburtsstadt Fürth und ging nach München, wo er ab 1896 als Redakteur beim Simplicissimus arbeitete und bald auch als Autor in Erscheinung trat. 1900 nahm ihn der damals bedeutendste deutsche Verleger, Samuel Fischer, unter seine Fittiche.

Wassermann war überaus produktiv und lieferte einen Bestseller nach dem anderen. Er gehörte bald zu den wichtigsten und den am meisten gelesenen Autoren seiner Zeit. Hohe Auflagen und Übersetzungen in alle Kultursprachen sorgten dafür, dass Wassermann im österreichischen Altaussee (Steiermark) unter besten Bedingungen leben konnte. Sein Oeuvre bestand aus vielen erzählenden Werken, von denen die meisten auch heute noch gedruckt werden. Beispiele sind "Die Juden von Zirndorf", "Caspar Hauser" und der "Der Fall Maurizius".

In seinen theoretischen Schriften setzte sich Jakob Wassermann mit Grundfragen der Literatur auseinander, aber auch mit dem Antisemitismus, den er zeit seines Lebens erfahren musste. Das Jahr 1933 brachte die Ächtung durch die neuen Machthaber und das Ende der Zusammenarbeit mit dem S. Fischer Verlag. Am 1. Januar 1934 starb Jakob Wassermann in Altaussee.

Jakob Wassermann, der von Thomas Mann auch als "guter Mensch" charakterisiert wurde, sah sich stets als Streiter gegen das Unrecht. Die Erfahrung mit dem Antisemitismus bestärkte ihn darin, nicht das spezielle, sondern das Unrecht an sich zum zentralen Thema seines literarischen Schaffens zu machen.

In der Fürther Südstadt ist heute eine Straße nach Jakob Wassermann benannt. 1995 stiftete die Stadt Fürth einen Jakob-Wassermann-Literaturpreis, den sie alle drei Jahre vergibt. Preisträger waren im Jahr 1996 Edgar Hilsenrath in 1999 die Lyrikerin Hilde Domin und in 2002 Sten Nadolny.

Als Anmerkung: Zum 125. Geburtstag von Jakob Wassermann brachte die damalige Fürther Stadtheimatpflegerin Barbara Ohm ein viel beachtetes Buch über die Jahre Wassermanns in Fürth heraus, das im Handel (ISBN 3-924983-19-4) erhältlich ist.
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