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Mittwoch, 29. Februar 2012

"Je t'aime"

dF, Serge Gainsbourg, F 1976, 89 min.
Je t'aime moi non plus, Frankreich 1976, dF, 89 Min.,
Regie, Buch und Musik: SERGE GAINSBOURG, Kamera: Willy Kurant,
Mit: Jane Birkin, Joe Dallesandro, Hugues Quester, René Kolldehoff, Gérard Depardieu.

Die burschikose Kellnerin Johnny arbeitet in einer Autobahn-Raststätte. Voller Sehnsucht und Zärtlichkeit fühlt sie sich zu dem Müllwagenfahrer Krassky hingezogen, obwohl sie weiß, dass dieser schwul ist. Doch Krassky erwidert die Gefühle der jungen Frau. Er merkt nicht, wie die Eifersucht seines Freundes und Kollegen Padovan ständig wächst - bis die Situation eines Tages eskaliert...
Sexuelle Freiheit und Abenteuer, die totale Liebe und deren Unmöglichkeit - die Themen von "Je t'aime" sind zeit-typisch, doch Serge Gainsbourgs Film ist Mitte der 70er Jahre dennoch ein Skandal: Der Film wird von der Presse und der Mehrheit der Zuschauer als unmoralisch verurteilt. François Truffaut und andere französische Filmkritiker treten zu seiner Verteidigung an - und behalten schlussendlich Recht: "Je t'aime" erreicht über die Jahre Kultstatus. Als der Film in die Kinos kommt, sind Serge Gainsbourg und Jane Birkin längst ein ebenso bekanntes wie provokantes Paar der französischen Kino- und Musikszene. 1969, sieben Jahre vor dem Film, haben sie bereits mit dem Song "Je t'aime moi non plus" einen Skandal provoziert, der Titel landete sogar zeitweise auf dem Index, wurde aber zugleich Gainsbourgs größter Single-Erfolg. (arte)

„Süffige Bilder und verträumte Musik verbinden sich zu einer überaus angenehmen erotischen Brise, die in ihrer Faszination für amerikanische Provinzbilder, markante Archetypen und turmartig vor der Kamera aufragende Figuren entfernt an Russ Meyer erinnert. Am bemerkenswertesten ist vielleicht das Resümee, auf das die tragische, aber nie moralisierende Geschichte hinausläuft: Dass auch die größte gedankliche Freiheit dem Menschen nicht gestattet, sich nach Belieben über seinen Körper und seine Natur zu erheben. Da lässt der Film trotz seiner lustvollen Gesinnung auch Zweifel an der euphorischen Vorstellung zu, die der sexuelle Aufbruch der 60er gerade erst erstritten hatte, nämlich dass die spontane Neuerfindung der eigenen Identität nur eine Frage von Vorstellungskraft und Umsetzungswille sei.“ (Adam Kesher, ofdb.de)
Veranstaltungsort Uferpalast, Kinokooperative Fürth e.V.
Anschrift Würzburger Straße 2, 90762 Fürth
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