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Liebe Fürtherinnen, liebe Fürther,
vor wenigen Tagen jährte sich ein für die Kleeblattstadt historisches Ereignis zum 90. Mal: Die Verhinderung der Einheitsgemeinde Nürnberg – Fürth. Wäre es im Januar 1922 nach dem Willen des Fürther Stadtrates gegangen, dann gäbe es unsere schöne Kleeblattstadt in dieser Form nicht mehr. Denn mit 30 zu 10 Stimmen votierte der damalige Rat für einen Zusammenschluss der beiden Kommunen. Dass dies verhindert werden konnte, verdanken wir engagierten Fürthern wie dem Stadtpfarrer Paul Fronmüller und seinen Mitstreitern, die sich als Verein „Treu Fürth“ gegen die Eingemeindungspläne wehrten und eine Volksabstimmung erwirkten. Das Ergebnis – 65 Prozent stimmten gegen die Eingemeindung – überraschte scheinbar den Stadtrat so sehr, dass er gleich geschlossen zurückgetreten ist.
Für mich ist dieses Votum das Musterbeispiel für direkte Demokratie. Politik und vor allem Kommunalpolitik muss Bürgerinnen und Bürger einbinden und muss vor allem identifikationsfähig sein. Und ob Fürth und Nürnberg jemals eine gemeinsame Identität entwickelt hätten können, bezweifelt selbst mein Nürnberger Amtskollege Ulrich Maly. Denn auch wenn wir ein gutes Verhältnis zu unserer großen Nachbarstadt pflegen – Fürth ist Fürth und Nürnberg ist Nürnberg.
Wir können zu Recht selbstbewusst in die Zukunft blicken, denn Fürth hat sich in den vergangenen Jahren gemausert, wie nicht zuletzt die stetig steigenden Zahlen der Zuzüge – auch aus Nürnberg – zeigen.
Die Kleeblattstadt mag vielleicht kleiner sein als die Noris, dass wir uns aber in vielen Bereichen durchaus auf Augenhöhe begegnen, dafür gibt es zahlreiche Beispiele. Ich denke dabei etwa an das spannungsgeladene Derby im vergangenen Dezember.
In diesem Sinne kann ich mich dem Fürther Ehrenbürger Alfred Nathan nur anschließen, der am 24. Januar 1922 schrieb: „…. Das ist ein hell in Ewigkeit strahlender Ehrentag für unsere Heimat, für mich selbst ein Glückstag!“
Ihr Dr. Thomas Jung
Wenn Sie mit Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung in Kontakt treten möchten, schreiben Sie bitte einen Brief an:
Stadt Fürth Bürgermeister- und Presseamt Stichwort: Leserbrief 90744 Fürth
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