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4.5.2010 - Stadtnachricht

Kissinger enthüllte Porträt

Großes Medienaufkommen und Blitzlichtgewitter im Rathaus: Professor Henry Kissinger, von 1973 bis 1977 Außenminister der USA und der einzige lebende Ehrenbürger Fürths, hat der Stadt, in der er am 27. Mai 1923 das Licht der Welt erblickte, einen Besuch abgestattet. Zusammen mit Oberbürgermeister Thomas Jung absolvierte er – wie er sagte - "eine sentimentale Reise" zu den wichtigsten Orten seiner Kindheit.


Kissinger in Fürth

Professor Henry Kissinger (Mitte) enthüllte zusammen mit Oberbür-germeister Thomas Jung (li.) das von der Künstlerin Doris Baum (re.) gemalte Bild für die Ahnengalerie im Rathausflur. Foto: Mittelsdorf


Dazu zählte auch der Ronhof, das heutige Playmobil-Stadion, wo er früher sehr oft hinpilgerte und ihn diesmal Präsident Helmut Hack, einige Spieler und Sponsorenvertreter empfingen. Und wie immer zeigte sich der glühende Kleeblattanhänger bestens informiert. Er habe in dieser Spielzeit wenig mitfiebern müssen, weil die Spielvereinigung Greuther Fürth meist auf einen Platz im Tabellenmittelfeld rangierte. Er hoffe aber, dass die Mannschaft in der kommenden Saison wieder an der Spitze mitspiele und versprach, dass er im Falle des Aufstiegs zum ersten Heimspiel in der ersten Bundesliga anreisen werde.

Weitere Stationen seines Besuchsprogramms waren der neue Israelitische Friedhof, wo sein Großvater begraben ist, das Helene-Lange-Gymnasium, in dem sein Vater Louis bis zum Berufsverbot durch die Nationalsozialisten unterrichtete, sein Geburtshaus in der Marienstraße und schließlich das Rathaus. Dort enthüllte der 86-Jährige zunächst mit OB Jung ein Portrait, das die Künstlerin Doris Baum für die Ehrengalerie gemalt hatte und stellte sich anschließend den Fragen der Presse. Dabei betonte er, dass er gerne in die Kleeblattstadt zurückkehre und dabei positive Gefühle empfinde: „Ich denke nicht mehr an die schlimmen Dinge vor 70 Jahren.“

Henry Kissinger floh 1938 mit dem Schiff in die Vereinigten Staaten. Dort wurde er zu einem der bekanntesten Politiker des vergangenen Jahrhunderts und zum ersten und einzigen nicht aus den USA stammenden amerikanischen Außenminister. Noch heute ist seine Meinung zum aktuellen politischen Weltgeschehen gefragt. Die Hälfte des Jahres verbringt er mit Reisen zu Kongressen und Tagungen in der ganzen Welt. 1973 erhielt Kissinger den Friedensnobelpreis. Die Stadt Fürth verlieh ihn 1975 die Goldene Bürgermedaille und 1998 die Ehrenbürgerwürde.


 

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