Modernes Energiemanagement bei Gebäuden dient nicht nur der Umwelt, sondern schont auch den Geldbeutel. Zwei gute Gründe für die Stadt, bei der Neuorganisation der Gebäudewirtschaft Fürth (GWF) die Abteilung Haustechnik und die bisherige Stabsstelle Energiemanagement zu einer Einheit mit nun zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammenzuführen. Das Energiemanagement gehörte bis dahin dem kaufmännischen Bereich der Gebäudewirtschaft an und war organisatorisch wie räumlich vom technischen Teil getrennt. Nun werden Schnittstellen abgebaut und Aufgabengebiete gebündelt, wie Stadtbaurat Joachim Krauße betonte.
Innerhalb der neuen Abteilung Haustechnik-Energiemanagement arbeiten nach den Worten von Ralf Röder, technischer Leiter der GWF, die Sachgebiete Elektro (vier Mitarbeiter), Heizung, Lüftung, Sanitär (fünf Mitarbeiter) und der Energiedienst (ein Mitarbeiter) unmittelbar zusammen. Bei dem neuen Team werden nun sämtliche Aufgaben rund um das Thema Energie gebündelt – vom Einkauf, über die Erneuerung von Heiztechnik bis hin zur Verbesserung der Energieeffizienz. Bisher waren diese und andere Aufgaben auf mehrere Dienststellen der Stadtverwaltung verteilt.
Ziel der Neuorganisation sei es, eines Tages für jedes städtische Gebäude eine Kosten- Nutzen-Rechnung aufzustellen, so Krauße. "Dadurch hätte auch der Stadtrat eine bessere Entscheidungsgrundlage." Denn laut Röder ist es wesentlich effektiver, städtische Gebäude wie Schulen ganzheitlich zu sanieren, statt nur Einzelbereiche wie Fenster oder Heizkessel zu erneuern. Wenn die Gebäudehülle nicht gedämmt sei, bringe auch eine leistungsfähigere Heizung wenig.
Aufgabe des Energiemanagements wird es deshalb zunächst sein, eine systematische Energieverbrauchskontrolle für städtische Liegenschaften aufzubauen. Geeignete Software wurde vor kurzem beschafft. Mitarbeiterin Katrin Egyptiadis-Wendler kann beispielsweise von ihrem Computer aus kontrollieren, ob die Heizungsanlage in der Friedrich- Ebert-Schule optimal arbeitet – oder ob beispielsweise vergessen wurde, während der Ferien die Temperatur in den Klassenräumen abzusenken. Vom Schreibtisch aus kann sie in den laufenden Betrieb regulierend eingreifen. Zusammen mit sparsameren neuen Kesseln hofft die neue Abteilung, jährlich bis zu 100 000 Euro an Energiekosten einsparen zu können. Doch nicht nur die Technik, auch verändertes Nutzerverhalten trägt dazu bei, den Energieverbrauch der öffentlichen Gebäude zu senken, wie 16 örtliche Schulen seit einigen Jahren beweisen. Das städtische Projekt "Fifty-Fifty – Energiesparen macht Schule" wird weiterhin von Thomas Hofmann, aber nun innerhalb der neuen Abteilung betreut. Im vergangenen Schuljahr wurden die Energiekosten um fast 20 000 Euro verringert – durch richtiges Lüften und einen achtsameren Umgang mit Licht und Heizung. |