„Fürth ist eine Stadt, in der es sich gut leben lässt“. Ein Satz aus der Rede von Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung, der beim Jahresgespräch auf viel Applaus und Zustimmung gestoßen ist. Denn die Kleeblattstadt hat 2007 viel zu bieten. Und das liegt nicht allein am 1000. Geburtstag.
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Rekordbesuch: beim Jahresgespräch, das heuer wieder in der Stadthalle stattfand, herrschte dichtes Gedränge.
Foto: Mittelsdorf |
Das vorhandene Selbstbewusstsein drückt sich zum einen durch den Rekordbesuch beim traditionellen Neujahresempfang – weit mehr als 1000 Besucherinnen und Besucher aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft waren gekommen – aus. Zum anderen durch Fakten, die das Stadtoberhaupt in seiner Ansprache herausstellte.
Fürth wächst
Dazu gehören das kontinuierliche Bevölkerungswachstum, aber auch die Tatsache, dass Fürth zusammen mit Ingolstadt die jüngste Großstadt Bayerns ist. „Unter unseren fast 114 000 Einwohnern leben über 20 000 Kinder und Jugendliche“, hob Jung hervor und erklärte, dass es sein persönliches und zentrales Anliegen sei, diese Entwicklung weiter zu fördern. Und so bezeichnete er es als die „schönste Zahl des Jahres“, dass das statistische Amt im März 2006 vermeldete: „Babyboom in Fürth – die Zahl der Neugeborenen von Müttern, die in Fürth leben, ist sprunghaft von 849 auf 961 gestiegen.“
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Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung begrüßte auch seinen Nürnberger Amtskollegen Dr. Ulrich Maly (re.) und Professor Dr. Karl-Dieter Grüske, Rektor der Friedrich-Alexander-Uni-versität Erlangen-Nürnberg (li.).
Foto: Mittelsdorf |
Einen weiteren Beleg für den positiven Trend der Stadt sowie die Akzeptanz in der Region und in ganz Bayern haben die Besucherzahlen bei den Veranstaltungen zum 1000. Geburtstag bereits jetzt geliefert. Mehr als drei- bis sechsmal soviel Besucherinnen und Besucher als erwartet hätten den Veranstaltungen beigewohnt: Zum Beispiel war die Wirtschaftswunderrevue im Stadttheater, bei der es um die Fürther Ludwig Erhard, Max Grundig und Gustav Schickedanz geht, in Rekordzeit ausverkauft.
2007 – ein nachhaltiges Jahr
Entscheidend ist für OB Jung nicht nur, dass das Stadtjubiläum schöne Feiern bietet, sondern auch, dass kommende Generationen davon profitieren: „Die vielen Fassaden, die jetzt saniert wurden, bleiben uns erhalten, Rathaus, Michaelis- Kirchturm, Stadttheater und Stadtpalais glänzen nach ihrer Sanierung für Jahrzehnte.“ Und auch die Uferpromenade, die im Jubiläumsjahr eröffnet wird, steigere die Lebensqualität in der westlichen Innenstadt dauerhaft. Das Thermalbad, das ebenfalls 2007 eröffnet, stelle einen bedeutenden Meilenstein in der Entwicklung Fürths dar und werde ebenfalls weit über das Jubiläumsjahr hinaus eine positive Anziehungskraft ausüben.
Solarstadt
Einen wichtigen Beitrag für die Zukunft sieht Jung auch in der Förderung der Solarenergie. 1250 Haushalte im Stadtgebiet könnten schon jetzt mit Solarstrom versorgt werden: „Dadurch vermeiden wir 4300 Tonnen das Klima schädigender Treibhausgase.“ Auch in wirtschaftlicher Hinsicht konnte der OB auf positive Zahlen verweisen. Die Zahl der Arbeitslosen sei um über sieben Prozent zurückgegangen. Zahlreiche neue Firmen hätten sich in Fürth angesiedelt oder ihren Standort vergrößert. Besonders erfreulich sei die Entwicklung in der Uferstadt: „Auf dem ehemaligen Grundiggelände arbeiten nach dem Zuzug von Atos Origin mit neuen 300 Beschäftigten jetzt wieder über 1500 Menschen.“ Ein weiterer Meilenstein sei in diesem Zusammenhang, dass Fürth im Juni vergangenen Jahres auch offiziell Universitätsstandort wurde. Trotz zahlreicher positiver Tendenzen verhehlte Jung vorhandene Probleme nicht. Arbeitslosigkeit und Armut seien noch immer „bittere Wirklichkeit“ für zahlreiche Fürtherinnen und Fürther:„Die Schließung des AEG-Werkes in Nürnberg trifft auch viele Familien in unserer Stadt und bedroht viele mit sozialem Abstieg.“ Auch wenn man solche Entscheidungen von weltweiten Konzernen nicht verhindern könne, müsse man weiter alles unternehmen, um gesunde Betriebe zu etablieren. Auch der Forderung nach Mindestlöhnen verlieh das Stadtoberhaupt Ausdruck: „Wenn auch in unserer Stadt Reinigungsdienste für unter fünf Euro pro Stunde offen auf dem Arbeitsmarkt angeboten werden, ist dies nicht hinnehmbar.“ Fürth habe, bilanzierte Jung, allen Grund das Bild einer optimistischen, in die Zukunft gerichteten Stadt zu vermitteln. Einer Stadt mit „viel Substanz und Perspektive“. |