Wenn künftig die Brautpaare den Südflügel des Rathauses betreten, um zur Trauung zu schreiten, erwartet sie ein strahlender, tiptop renovierter Bau, der durch Charme und historisches Flair beeindruckt. Die triste Gestaltung mit gefliesten Wänden ist einer restaurierten, originalen Bemalung mit aufwändigen Ornamenten gewichen. Damit präsentiert sich nach der Fassade nun auch der Durchgang zur Brandenburger Straße in nie geahntem Glanz. Bei den Arbeiten war eine alte Decken- und Wandbemalung entdeckt worden, die Kirchenmaler aufwändig restaurierten. Verschlossene Fensternischen wurden geöffnet, der Boden erhielt einen neuen Belag aus Schönbrunner Sandstein. Gekostet haben die Arbeiten rund 950000 Euro. Ein Viertel der Summe schulterte die Stadt, ein weiteres Viertel wurde mit Fördermitteln aus dem Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ bestritten. Den Rest der Kosten übernahm die Fürther „Stiftung Baukultur und Denkmalschutz“.
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Die schmucke historische Bemalung des Rathaus-Südflügels.
Foto: Melanie Birner |
In einer völlig neuen Funktion präsentiert sich das Treppenhaus, dessen alte Holztreppe restauriert und ausgebessert wurde. Weil das historische Geländer heutigen Sicherheitsanforderungen nicht mehr entsprach, erhielt das Treppenhaus eine Stele in der Mitte. Daran angebrachte Vitrinen zeigen Ausstellungsstücke zum 1000. Stadtjubiläum und sind künftig für wechselnde Ausstellungen nutzbar. Derzeit kann man sich über die städtischen Anfänge, die Dreiherrschaft, jüdisches Leben, die erste Eisenbahn, die Fürth prägende Spiegelherstellung und die Wirtschaftswunderzeit informieren.
Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung ist über die Neugestaltung begeistert: „Früher sah das hier aus wie in einem armen Dorfrathaus“. Baureferent Joachim Krauße nannte die Renovierung einen Musterfall für die Sanierung der gesamten Fürther Innenstadt: „Es ist ein gutes Beispiel dafür, was in dieser Stadt alles vorhanden ist, auch wenn es manchmal unter einer unscheinbaren Patina verborgen liegt.“
Fünf Monate dauerten die Arbeiten unter der Federführung der Keim-Architekten, die das Gebäude gemeinsam mit der Stiftung „Baukultur und Denkmalschutz“ offiziell an die Stadt übergaben. Die Stiftung hat damit nach der Sanierung des Technischen Rathauses bereits ihr zweites Projekt für die Stadt erfolgreich umgesetzt.
Der Südflügel wies erhebliche Schäden an Dach und Fassade auf, so dass eine Sanierung unumgänglich war. 220 Quadratmeter Dach wurden mit Kupferblech neu gedeckt, die 840 Quadratmeter große Fassade wurde aufwändig gereinigt, im Sockelbereich wurden Bauwerk schädigende Salze entfernt, Gesimse mit Kupferblech abgedeckt und auch die 26 Fenster wurden erneuert. Während der gesamten Bauarbeiten ging der Bürobetrieb im Rathaus nahezu störungsfrei weiter.
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