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Liebe Fürtherinnen, liebe Fürther,
es gibt angenehmere Aufgaben für einen Oberbürgermeister, als Sparmaßnahmen durchzusetzen. Aber es gibt dazu auch keine Alternative.
Die Regierung von Mittelfranken verlangt als Aufsichtsbehörde, dass die Stadt bis 2006 insgesamt 10 Millionen Euro an Ausgaben dauerhaft einspart. 7,5 Millionen Euro wurden in meiner Amtszeit bereits eingespart, über die letzte Restrate muss der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung abstimmen.
Es ist bedauerlich, dass Stellenabbau in der Stadtverwaltung dabei ebenso unvermeidlich ist, wie die Möglichkeit längerer Wartezeiten für Bürgerinnen und Bürger in einzelnen Ämtern. Ich bedanke mich auch bei allen engagierten städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die unter großem Druck und großen Sparzwängen in unserer Stadt viel leisten.
Es ist ein wichtiges Ziel meiner Politik, dass Fürth handlungsfähig bleibt. Ein Schicksal von großen Städten wie Hof und Würzburg muss uns erspart bleiben. Dort können teilweise Straßen und Brücken nicht mehr repariert werden und die städtischen Haushalte keine Genehmigung mehr bekommen. Die Folge ist, dass z.B. in Würzburg die Vereine keinerlei Zuschüsse und Unterstützungen mehr bekommen sollen. Dem gesamten gesellschaftlichen und ehrenamtlichen Engagement droht dort der Zusammenbruch.
Auch das Sparen des Freistaates Bayern kann kein beeindruckendes Vorbild für unsere Stadtpolitik sein. Viele Kürzungen im Bereich des Sportes, der Sozialbedürftigen und der Kinder und Jugendlichen sind für uns in Fürth nicht der richtige Weg. Ich versuche selbst, mit gutem Beispiel beim Sparen voranzugehen: Für Ehrungen und Empfänge gebe ich nur noch etwa halb so viel aus, wie mein Amtsvorgänger.
Manch lieb gewonnene Tradition muss eingestellt werden, wie der Kirchweihfrühschoppen für Ehrengäste. Aber ich glaube, dass weder unsere Stadt, noch die Qualität unserer Kirchweih darunter dauerhaft leidet, wenn ein Frühschoppen für Ehrengäste entfällt.
Trotz der Einsparungen können und werden wir in Fürth viel bewegen. Wir investieren 33,1 Millionen Euro, um vor allem die Innenstadt weiter aufzuwerten, Straßen und Brücken instand zu halten und unsere Schulen zu modernisieren. Vergleicht man die Fürther Zahl mit den Aufwendungen in unseren Nachbarstädten Nürnberg und Erlangen liegen wir mit einer Investitionssumme von 295 Euro pro Einwohner an der Spitze. Wir investieren damit deutlich mehr als Nürnberg (241 Euro) oder Erlangen (218 Euro).
Angesichts dieser Zahlen hoffe ich auf Ihr Verständnis für die dringend notwendige Ausgabenreduzierung.
Wir müssen jetzt konsequent sparen, damit Fürth dauerhaft eine lebens- und handlungsfähige Großstadt bleibt.
Ihr Dr. Thomas Jung
Wenn Sie mit Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung in Kontakt treten möchten, schreiben Sie bitte einen Brief an:
Stadt Fürth Bürgermeister- und Presseamt Stichwort: Leserbrief 90744 Fürth
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