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Liebe Fürtherinnen, liebe Fürther,
immer wieder gibt es in unserer Stadt intensive und belebende Diskussionen um Veränderungen. Aktuelle Beispiele sind der Bau eines Hotels am Rathaus oder die Ansiedlung des Elektrokaufhauses Saturn neben dem Kulturforum. Diskussionen gab es aber auch um die Neuansiedlung von IKEA, die Errichtung einer Photovoltaik-Anlage auf dem Müllberg und bei jeder neuen Anlage eines Spielbereiches für Kinder.
Immer wieder begegne ich in meiner Arbeit einem großen, schwer lösbaren Widerspruch in unserem Leben: einerseits besteht in Fürth der Wunsch nach Veränderung, Entwicklung und Fortschritt, andererseits geht jede konkrete Entscheidungsfindung mit der Sorge vor Veränderungen einher. So sehr allgemein der Wunsch nach Veränderung und Fortschritt überwiegt, so wird doch in jedem Einzelfall auch viel Angst und Sorge vor Veränderungen im Detail spürbar.
Ich habe viel Verständnis für Kritik, insbesondere bei konkreten Projekten aus der betroffenen Nachbarschaft. So ist es für mich immer nachvollziehbar gewesen, dass die Bürgerinnen und Bürger, die direkt vom IKEA-Neubau in Poppenreuth betroffen waren und sind, ihren Zorn hierüber deutlich kund getan haben. Ich habe auch Verständnis, dass monatelange Baustellen für Anwohner und Geschäftsleute schwer zu ertragen sind. Und ich habe auch Verständnis, dass Lärm – egal, wodurch er verursacht wird – an den Nerven zerren kann. Nur: Entscheidungen der Stadt können nicht allein vom Wohlergehen der unmittelbaren Nachbarschaft abhängig gemacht werden. Stets müssen das Gesamtwohl und die Entwicklung der Gesamtstadt bei den konkreten Entscheidungen im Vordergrund stehen. Veränderungen darf es nur geben, wenn sie eine Stadt voranbringen und positive Auswirkungen mit sich bringen. Ob die konkrete Maßnahme im Einzelfall diesen Anforderungen gerecht wird, kann und muss offen und kritisch diskutiert werden.
Diese intensive Diskussionskultur in Fürth begrüße ich ausdrücklich. Allerdings darf sie nicht dazu führen, dass Investoren regel-recht abgeschreckt werden. Neue Arbeitsplätze, die Stärkung der Wirtschaftskraft, der Erhalt unserer Baukultur und Sicherstellung sozialen Ausgleichs in unserer Stadt sind gleichzeitig zu verfolgende wichtige Ziele. Diese Ziele bestmöglichst umzusetzen, ist mir ein Herzensanliegen. Ich möchte Fürth behutsam, aber bemerkbar voranbringen und positiv entwickeln. Die neue IKEA, die neuen Firmen in Atzenhof, der neue Stadtgarten, die neue Photovoltaikanlage am Müllberg, der neue Südstadtpark, die neue Billinganlage, die neu sanierten Südstadtstraßen, die renaturierte Pegnitz im Osten unserer Stadt, der neue Grüne Markt, viele neue Kindergartenplätze, neue Spielplätze und aufwändig sanierte Schulen in unserer Stadt gehören zu diesem Wandel durch behutsame positive Veränderungen.
Fürth kann kein Museum werden, in dem nur Bestehendes Bestand haben darf. Fürth darf aber auch nicht seinen eigenen Charakter als überschaubare Großstadt verlieren. In diesem Sinne freue ich mich auf einen spannenden Herbst, in dem wir wichtige Veränderungen und Entscheidungen für eine erfolgreiche Zukunft unserer Stadt auf den Weg bringen dürfen.
Ihr Dr. Thomas Jung
Wenn Sie mit Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung in Kontakt treten möchten, schreiben Sie bitte einen Brief an:
Stadt Fürth Bürgermeister- und Presseamt Stichwort: Leserbrief 90744 Fürth
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