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Liebe Fürtherinnen, liebe Fürther,
dieser Tage hat der Streik der rund 1750 Beschäftigten bei AEG in Nürnberg begonnen. Seit im Dezember bekannt wurde, dass der schwedische Mutterkonzern Elektrolux das Traditionswerk an der Fürther Straße Ende 2007 schließen will, gab es unzählige Gespräche, Diskussionen und Warnstreiks – Reaktionen, die nicht nur hier im Großraum für viel Verständnis, Mitgefühl und Solidarität sorgten und sorgen.
Denn, obwohl Elektrolux hohe Gewinne verbucht und die Arbeitnehmer von sich aus Lohnverzicht anboten, um ihren Arbeitsplatz zu retten, bewegte sich in Schweden nichts. Mehr noch: Der Eindruck, dass die weitreichenden, millionenschweren Angebote und Vorschläge der Beschäftigten in der Chefetage nicht einmal ernsthaft geprüft wurden, hat sich verfestigt.
Qualifizierte und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der ganzen Region, auch aus Fürth, werden hier einer Profitgier geopfert. Dies hat mit gesellschaftlicher Verantwortung und sozialem Gewissen nichts mehr zu tun. Bei AEG arbeiten seit Jahrzehnten Generationen von Familien – Menschen, die sich mit dem Unternehmen und ihrer Tätigkeit identifiziert haben und nun ins Ungewisse entlassen werden sollen. 240 Millionen Euro ist dieses „Vorgehen“ den Managern bei Elektrolux wert. 240 Millionen Euro für die Vernichtung von Arbeitsplätzen.
Meine Solidarität und meine ganze Sympathie gilt den Beschäftigten, die vor den Werkstoren um ihre Existenz und ihre Zukunft bangen. Ich hoffe sehr, dass die Verantwortlichen bei Elektrolux doch noch erkennen, dass sie sich mit dieser unverständlichen Entscheidung gründlich verrechnet und ihrem Unternehmen europaweit einen nachhaltigen Schaden zugefügt haben.
Ihr Dr. Thomas Jung
Wenn Sie mit Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung in Kontakt treten möchten, schreiben Sie bitte einen Brief an:
Stadt Fürth Bürgermeister- und Presseamt Stichwort: Leserbrief 90744 Fürth
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