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11.3.2010 - Eisenbahnjahr 2010

Ausstellung verlängert

Die Übermittlung von Nachrichten hat heute in den Zeiten des Internetseine ganz neue Dimension erworben – und jedem ist klar: es muss schnell gehen. Doch wie und wann hat die Nachrichtenübermittlung an Tempo gewonnen? Feuer, Rauchzeichen, Reiterstafetten, Zeigertelegrafen: schon immer war man bemüht, die Übermittlung von Nachrichten zu beschleunigen.

„Sei auf Draht“ (Detail)

Plakat: Rundfunkmuseum

In den 1830er Jahren arbeiteten Erfinder nicht nur an der Beschleunigung des Transports durch die Eisenbahn, sondern auch an der Beschleunigung der Nachrichtenübermittlung: Telegrafie hieß das Zauberwort.

In Göttingen forschten Gauß und Weber daran, doch die beiden Kupferdrähte für die Hin- und Rückleitung waren teuer und behinderten einen Ausbau über größere Strecken. Andere Metalle, Eisen etwa, waren zwar billiger, aber auch schlechtere Leiter, so dass die Drähte einen größeren Durchmesser benötigten. Das wiederum machte eine Aufhängung an Masten unmöglich.

Da gab Gauß seinem früheren Schüler Karl August von Steinheil, inzwischen Professor für Physik und Mathematik in München, die Anregung, es doch einmal mit den Geleisen der neuen Eisenbahnen zu versuchen.

Viel Auswahl hatte Steinheil, der sich ebenfalls seit einigen Jahren mit Telegrafie beschäftigt hatte, im Jahr 1838 nicht. Also machte er seine Versuche vom 15. bis zum 29. Juni 1838 an der Ludwigseisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth.

Aber es funktionierte nicht. Und Steinheil entdeckte auch warum: Zwischen den beiden Geleisen floss durch die Erde Strom, was ihre Verwendung als Hin- und Rückleiter unmöglich machte.

Steinheil hatte die elektrische Leitfähigkeit der Erde entdeckt, genauer gesagt wieder entdeckt. Denn seit etwa 1750 waren Wissenschaftler immer wieder auf dieses Phänomen gestoßen. Doch keiner konnte so recht etwas damit anfangen, so dass die Entdeckung in Vergessenheit geriet.

Steinheil erkannte als erster die grundlegende Bedeutung der Erdleitung: Selbst ohne Geleise konnte die Erde als Rückleiter für den Strom genutzt werden, so dass es genügte, einen einzigen isolierten Draht oberirdisch auf Stangen zu spannen.

Das halbierte die Kosten und verbesserte, zusammen mit den Geleisen, die Leistungsfähigkeit der jetzt rasanten Zunahme der Telegrafenverbindungen.  „Steinheil verdanke ich viel...“ schrieb später der Großmeister der Telegrafie, Samuel Morse.

Steinheil war da bescheidener. Am 22. Juli 1838 berichtete er über seine bahnbrechende Entdeckung, dass die Erde als Rückleitung von Strom verwendet werden konnte, was nicht nur die Telegrafie auf ganz neue Grundlagen stellte. Kaum traute er sich, seine Auslagen  unter anderem für „Transport und Aufstellung der Apparate in Fürth“ geltend zu machen, sah er sich doch im Geiste der Wissenschaft tätig.

Die Sonderausstellung „Sei auf Draht …“ – Wie die Nachrichten durch die Eisenbahn schneller wurden, ist bis einschließlich Sonntag, 1. August, im Rundfunkmuseum Fürth zu sehen.


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