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Heimat für Familien

Auf unserem Weg von der Industrie- in die Wissensgesellschaft kann die Bedeutung einer Einrichtung wie der Fürther Volksbücherei – deren Hauptstelle in der Kalbsiedlung liegt – gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die öffentliche Bücherei mit ihren 160 000 Medien, darunter 139 000 Drucksachen, ist eine wahrlich kluge Investition der Stadt in das Wissen und die Bildung ihrer Bürger – vor allem aber in die Zukunft der jüngeren unter ihnen. Kinder und Jugendliche bis 18 zahlen keinen Cent. Für sie lassen sich die Mitarbeiter der Volksbücherei auch immer wieder Attraktionen wie Autorenlesungen, Bastelnachmittage oder Daumenkino einfallen. Besonders beliebt sind die Märchenspaziergänge im Fürther Stadtwald und die Märchenabende in der Blockhütte. Auch fördern die Mitarbeiter seit Jahren sehr erfolgreich das Lesen in Grundschulen.

Durch die Hinterlassenschaft solcher für die Kalbsiedlung typischer Wohnhäuser samt intakter Infrastruktur haben die Amis den Grundstein für einen schönen Anstieg der Fürther Bevölkerung gelegt.

US-Familien bereiteten den Boden

In der Volksbücherei erfährt man auch, wie die Kalbsiedlung zu einem vorbildlich familiengerechten Stadtteil wurde. Kindergärten, Schulen, Spiel- und Freiflächen, Jugendtreffpunkt und Nahversorgungszentrum – alles, was Mamas, Papas und Kinder brauchen, ist vor Ort da und gut zu Fuß erreichbar. Und das kam so: Für verheiratete US-Soldaten wurde in den Jahren 1950 bis 1956 südlich an die Kasernen angrenzend ein neues Wohngebiet errichtet, die Kalb Housing Area. Die nach dem in Hüttendorf geborenen Johann Kalb (kämpfte im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg in französischem Auftrag auf Seiten der Amerikaner) getaufte Siedlung umfasste von Anfang an 87 Häuser mit insgesamt 1258 Wohnungen. Die "Little America" genannte Siedlung verströmte bis zum Abzug der Amerikaner – der letzte ging am 19.12.1995 – das Flair einer amerikanischen Kleinstadt.

Das Beste aus der Hinterlassenschaft der Amerikaner gemacht: Die Hans-Böckler-Sporthalle in der John-F.-Kennedy-Straße, Turnhalle für die Schüler der gleichnamigen Realschule, ist ein echtes Schmuckstück geworden.

Grundstein für junge Familien

Die Wohnungsbaugesellschaft (WBG) der Stadt Fürth erwarb den gesamten Gebäudebestand und renovierte ihn. Die weiträumigen Freiflächen zwischen den Wohnhäusern wurden zu Gartenparzellen umgestaltet, große Teile der Asphaltflächen abgetragen, 55 000 Quadratmeter Rasenfläche angelegt, 120 000 Sträucher und 500 Laubbäume gepflanzt. Großzügige und preiswerte Sozial-, Miet- und Eigentumswohnungen mit zeitgemäßer Ausstattung und einem familienfreundlichen Umfeld entstanden. Damit wurde der Grundstein gelegt für einen Bevölkerungszuwachs von mehr als 5000 Fürthern, darunter viele junge Familien.

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