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Wenig Tempo 50 – viel Tempo 30

Wer trotzdem rasch weg will, für den rauscht die Autobahn A 73 mit der Anschlussstelle Fürth-Poppenreuth mitten durch den Stadtteil, was durch Lärmschutzwälle leidlich abgemildert wird. Fünf Buslinien streifen das Viertel, die Linie 175 fährt es ab. Die Bestnote für den öffentlichen Linienverkehr wird wegen der Abwesenheit der Nightliner nicht erreicht, die den Stadtteil einfach links und rechts liegen lassen. Dafür brauchen Eltern wenig Angst um ihre Kinder haben, wenn die einmal auf die Straße gehen, denn sie wohnen hier sehr ruhig und sicher: zum einen durch die vielen Straßen, die nur mit Tempo 30 befahren werden dürfen sowie die flächendeckende Tempo-30-Zone im Ortskern; zum anderen durch die drei Spielstraßen mit ihrem Tempolimit von sieben Stundenkilometern. Hervorzuheben ist der wunderschöne Radweg entlang der Pegnitz, auf dem Eltern ihre Kinder auch mal alleine zu dem Superspielplatz am Stadtpark schicken können. Die Radwege entlang dem Poppenreuther Landgraben sowie auf der kleinen Mainau werden ergänzt durch zwei kleine Teilstücke entlang dem Frankenschnellweg und der Hans-Vogel-Straße. Ansonsten muss sich der Radverkehr auf ruhige Nebenstraßen und auf öffentliche Feldwege beschränken.

Radeln entlang der Pegnitz ist bei schönem Wetter ein einzigartiges Vergnügen. Auf dem Radweg am Fluss können Eltern ihre Kinder auch mal alleine zum Spielplatz am Stadtpark schicken.

Beinahe Standort des Thermalbads

Für das Grün in Poppenreuth wird viel getan. So gestalten der Freistaat Bayern und die Städte Nürnberg und Fürth Gewässer und Talräume der Pegnitz neu. "Stadt am Fluss – BA II" nennt sich das Programm mit dem gemeinsamen Ziel, den Fluss in seiner Funktion als Natur- und Freizeitraum zu stärken. Abseits der Fußgängerwege entstehen südlich der Mainau Biotope zugunsten der Artenvielfalt von Flora und Fauna. Aussichtsplattformen gewähren Einblicke in die unberührte Natur. Neue Stege sowie Umbau und Erweiterung der Wege schaffen Zugang zum Wasser, umfangreiche Wiesenflächen fördern die Erholungsfunktion der Flußauen. Naturnahe Erlebnisräume, ein Gesundheitspfad, Spiel- und Sportstätten sowie ein Kunsthain entstehen. Der erste Bauabschnitt soll im Jubiläumsjahr fertig gestellt sein. Auch ein sogenannter Jubiläumshain wird den Wiesengrund der Pegnitz zwischen Ulmenweg und Karlsteg zieren. Der 13 000 Quadratmeter große Auwald, bestehend aus Esche, Eiche, Silberweide, Ahorn, Wildbirne und Traubenkirsche, wurde von Fürther Familien, Ehepaaren, Einzelpersonen, Firmen und Vereinen gestiftet. Die landschaftlich geschützten Pegnitzauen sind wie geschaffen für die Familienfreizeit, ebenso die Kuranlage Espan und der Poppenreuther Landgraben, dessen Renaturierung durch die Stadt Fürth pünktlich zum Jubiläumsjahr vollendet wurde. Jetzt schlängelt er sich wieder zwischen Espan und Pegnitz mit abgeflachten Ufern und etlichen Sandbänken im ursprünglichen Bett durch den Wiesengrund. Bei all den Landschaftsumbauten soll auf keinen Fall die wunderschöne Oase "Kleine Mainau" mit ihrer Heilquelle im  Pavillon samt alljährlichem Quellenfest vergessen werden, die um ein Haar Standort des Fürther Thermalbads geworden wäre. Auch der nebenan vom Bund Naturschutz angelegte Schaugarten ist ein kleines Paradies. Hier findet die Pflanzentauschbörse statt. Darüber hinaus sorgen mehrere Entwässerungsgräben, Kleingartenanlagen und Gärtnereien für viel frische Luft im Stadtteil.

Um ein Haar wäre hier "Bad Fürth" entstanden: Die Kleine Mainau war aber schlicht zu klein als Standort für das Fürther Thermalbad. So bleibt der verwunschene Ort einer der schönsten in der ganzen Stadt.

Wiege des Knoblauchslands

Apropos Gärtnereien: Das Naherholungs- und Gemüseparadies Knoblauchsland liegt nicht nur vor den Toren des Stadtteils, Poppenreuth ist auch seine Wiege. Und das kam so: Zu Beginn des 9. Jahrhunderts legte ein Adliger des karolingischen Königshofs Fürth mit Namen Poppo östlich der Pegnitz im Reichswald eine Rodung an. Dieses Rodungsdorf Poppenreuth war der Anfang einer intensiven Besiedlung, die schließlich zu einem zusammenhängenden landwirtschaftlichen Gebiet wurde: dem Knoblauchsland.

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