Mehrere Tausend Besucherinnen und Besucher haben den 22. Tag der kulturellen Vielfalt in der Stadthalle zu einem vollen Erfolg werden lassen. Rund 30 ausländische und deutsche Vereine präsentierten kulinarische Spezialitäten, Handarbeiten und touristische Informationen und setzten sich auch kritisch mit migrationspolitischen Fragen auseinander.
Die Änderungen im Vergleich zu den Vorjahren - erstmals an einem Samstag und ohne die bisher üblichen Trennwände zwischen Foyer und Großem Saal - kamen bei Beteiligten wie Besuchern gut an. Jeder fühlte sch noch mehr mitten drin im kulturellen Geschehen. Für viele bot der Tag, der unter dem Motto "Füreinander - Miteinander" stand, die Möglichkeit, Vorbehalte und Vorurteile abzubauen und die vielen positiven Seiten eines multikulturellen Zusammenlebens kennen zu lernen.
Dazu trug sicherlich auch das umfangreiche Musik- und Folkloreprogramm auf zwei Bühnen bei, das die Gäste in die Türkei, auf die Philippinen und nach Lateinamerika, Griechenland, Portugal, Spanien und Ägypten entführte. Verschiedene Gruppen des Jugendcafés Catch up steuerten außerdem HipHop und tolle tänzerisch-akrobatische Leistungen bei.
Voraus ging dem Tag der kulturellen Vielfalt die zweite Einbürgerungsfeier der Stadt Fürth. Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung hieß Erwachsene wie Kinder, die im vergangenen Jahr den deutschen Pass beantragt und erhalten haben, als deutsche Bürgerinnen und Bürger der Kleeblattstadt willkommen. Insgesamt 356 Personen wurden 2001 eingebürgert. Das Stadtoberhaupt skizzierte vor allem die Vorteile einer Einbürgerung wie das volle Wahlrecht, ging aber auch auf die Pflichten der neuen Staatsbürger ein: Die Achtung und Pflege unserer Demokratie und Gesetze. Als Schlüssel für ein gleichberechtigtes Miteinander nannte Jung die deutsche Sprache und wies darauf hin, dass die Stadt eine Vielzahl von Sprachkursen anbiete.
Ausländerbeiratsvorsitzender Aydin Kaval betonte, dass die Eingebürgerten viel dazu beitragen könnten, Brücken der Verständigung zwischen Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft zu bauen. Beide kritisierten das finanzielle Gebaren des Freistaats in Bezug auf die Kulturbrücke. Jung und Kaval waren sich in der integrationsfördernden Bedeutung der Einrichtung einig. "Insbesondere mit Hinblick auf das neue Einwanderungsgesetz werden verstärkte Integrationsmaßnahmen nötig. Maßnahmen, die die Kulturbrücke bereits vorbildlich erfüllt", betonte Jung. Vor diesem Hintergrund begrüßte es der Ausländerbeiratsvorsitzende vor allem, dass sich der Stadtrat eindeutig für den Erhalt der Kulturbrücke ausgesprochen hat.
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