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6.2.2002 - Sport und Freizeit

Fürther Physiotherapeut betreut deutsches Dameneishockeyteam

Zielflughafen Salt Lake City. Norbert Grundmann aus Fürth fliegt am Sonntag nach der offiziellen Verabschiedung des deutschen Olympia-Teams durch Innenminister Otto Schily zur Winterolympiade in die USA. Sein Job: Physiotherapeut der deutschen Eishockeynationalmannschaft, und zwar der Damen.

Als Rainer Nittel, der Trainer der Damenmannschaft, 1999 bei Norbert Grundmann anläutete, ob er den Job übernehmen wolle, reagierte er erst mal erstaunt: "Ich wusste überhaupt nicht, dass es Dameneishockey gibt", lacht der 36-Jährige, der seit eineinhalb Jahren hauptberuflich am Fürther Klinikum arbeitet.


Empfohlen hatte er sich durch seine Tätigkeit als Physiotherapeut bei verschiedenen Damen-Teams in der Handballbundesliga. Der Deutsche Eishockey Bund suchte damals Jemanden, der schon Erfahrung in der sportlichen Arbeit mit Frauen hatte. "Die Psyche einer Frau sollte man in dem Job schon kennen", erzählt das gebürtige Nordlicht Grundmann, der bei Wettkämpfen auch mal als Kummerkasten herhalten muss.


Ansonsten ist der Wahl-Fürther natürlich in erster Linie für die Physis der Damen verantwortlich und das ist bei Turnieren ein Full-Time-Job. In seinen Aufgabenbereich fallen beispielsweise Tape- und Salbenverbände jeglicher Art, dazu Regenerationsmaßnahmen nach den Spielen, wie Massagen, Elektro-Therapie oder das Lösen von Wirbelblockaden.


Als er vor zwei Jahren das erste Mal ins Leistungszentrum nach Füssen reiste, staunte Grundmann nicht schlecht. Anstatt der von ihm erwarteten "Mannweiber", traf er auf eine junge Truppe, zierlicher und attraktiver Frauen, die technisch anspruchsvolles Eishockey spielen. Inzwischen ist Grundmann mit Leib und Seele bei der Sache. Er leidet mit bei Niederlagen und freut sich wie ein Schneekönig, wenn sein Team gewinnt. Selbstverständlich ist für ihn, dass seine Beziehung zu den Damen rein beruflicher Natur ist. "Als Physiotherapeut will und muss ich ein absolutes Vertrauensverhältnis aufbauen, aber es ist ein wenig wie Bruder und Schwester", stellt Grundmann klar.


Mit der Olympiateilnahme ist für ihn ein Traum in Erfüllung gegangen. Während der drei Wochen in Salt Lake City darf Grundmann im olympischen Dorf wohnen und hat somit die Möglichkeit Spitzensportler aus aller Welt zu treffen. "Seit der Einkleidung mit dem offiziellen Olympia-Dress der deutschen Delegation am vergangenem Sonntag habe ich dieses Mega-Kribbeln im Bauch", gesteht der Physiotherapeut und genießt seine Vorfreude.


Sein Job am Fürther Klinikum muss in dieser Zeit natürlich ruhen. Anfangs wurde Grundmann von seinem Arbeitgeber für sein Engagement freigestellt. Da sein Nebenjob aber durch zahlreiche Lehrgänge, Weltmeisterschaften und die Olympiade mehr und mehr Zeit beansprucht, ist der 36-Jährige dazu übergegangen, Urlaub zu nehmen. Auch ein Zeichen dafür, wie sehr ihm die Sache ans Herz gewachsen sind.


In seiner neuen Heimat Fürth fühlt sich Norbert Grundmann pudelwohl und plant langfristig hier zu bleiben. In seinem Reisegepäck nach Amerika soll auch ein Kleeblatt Platz finden, verspricht er. "Um die Fahne Fürths hochzuhalten und vielleicht bringt es ja Glück."


  

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