Etwas mehr als zehn Jahre ist es jetzt her, als am 1. Dezember 2002 nach knapp dreijähriger Vorlaufzeit in der Ottostraße die Wärmestube Eröffnung gefeiert hat. Eine Einrichtung, die Obdachlosen einen "Treffpunkt" bieten sollte, eine Möglichkeit sich aufzuwärmen, zu kommunizieren oder einfach zu duschen und Wäsche zu waschen.
Die ersten Monat verliefen nicht ohne Probleme und Reibereien. Aber im Lauf der Jahre hat sich dieser für das soziale Gefüge der Stadt wichtige Ort etabliert. Heute, ein Jahrzehnt später, mittlerweile umbenannt in "Fürther Treffpunkt" und umgezogen in vier Zimmer in der Hirschenstraße 41, gibt es niemanden mehr, der ihn in Frage stellt. "Auch in finanziell angespannten Zeiten wird in dieser Stadt niemand auf die Idee kommen, den Treffpunkt in Frage zu stellen", erklärte Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung bei einer kleinen Feier zum ersten runden Geburtstag.
Michaela Vogelreuther, Leiterin des Sozialamtes, erinnerte bei dieser Gelegenheit an die Anfangszeit und die Diskussionen im Vorfeld: "Zunächst war nur daran gedacht, einen Raum in einer Gaststätte oder einen Container anzumieten, so wäre auch gleich für die Versorgung mit warmen Gerichten gesorgt gewesen." Dann habe man aber sorgfältig recherchiert und sei in Augsburg und Regensburg auf Einrichtungen gestoßen, in denen die Klientel durch einen Betreuer versorgt wurde. Gute und funktionierende Beispiele und so eröffnete Fürth als dritte Großstadt in Bayern eine Wärmestube. Mit Ganztagsbetrieb und einer angestellten Kraft.
Geleitet wird der Treffpunkt in der Hirschenstraße seit etwas mehr als vier Jahre von Wolfgang Sperber. "Und zwar mit großem Engagement", wie neben Michaela Vogelreuther auch Sozialreferent Dr. Karl Scharinger betonte. Ihm und vor allem seinem außergewöhnlichem Einsatz ist es mitzuverdanken, dass die Stadt größere Räumlichkeiten anmietete. Im Januar 2001 zog der Treffpunkt in die Hirschenstraße, wo rund 100 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung stehen. Und hier verwirklichte Sperber auch seine Idee, Lebensmittel, die für Verkauf nicht geeignet, aber dennoch einwandfrei sind, an Bedürftige weiterzugeben. "Was wir nie vergessen werden ist, dass die Fürther Tafel hier ihren Ursprung hat", sagte Maria Theis-Hanke, die jetzt diese längst auf eigenen, ehrenamtlichen Füßen stehende Initiative mit zahlreichen Helferinnen und Helfern betreut.
Ob Einrichtung oder Unterhalt - die Wärmestube mit Wolfgang Sperber und Koch Hans Hack wird zu einem nicht unerheblichen Teil durch Spenden finanziert. Die Aktion "Freude für Alle" der "Nürnberger Nachrichten", zahlreiche Privatleute, aber auch Organisationen wie zum Beispiel die Schausteller der Michaelis-Kirchweih unterstützen den Treffpunkt regelmäßig. Wenn auch Sie helfen wollen, setzen Sie sich mit Wolfgang Sperber unter der Rufnummer 0911/74 94 15 in Verbindung. Denn Spenden, in welcher Form auch immer, sind stets willkommen.
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