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11.11.2005 - Kinder, Jugend, Schulen

Jugendarbeit erhält neuen Farbanstrich

Das elan-Team ist in das generalsanierte Lindenhain eingezogen. Die Baukosten lagen bei 2,13 Millionen Euro.

Das generalsanierte Linden-hain an der Kapellenstraße finden die Mitarbeiter einfach „Spitze“.

Foto: Grodel

Außen konkurrieren ein warmes Orange, ein knalliges Dunkelrot und ein leuchtendes Gelb um den stärksten Aha-Effekt, innen überraschen freundliche, modern eingerichtete Räume und eine durchdachte Raumaufteilung. Wer dem generalsanierten Jugendzentrum Lindenhain einen Besuch abstattet, der muss viele alte Bilder von dem heruntergekommenen Gebäude über Bord werfen. Nach zweijähriger Auslagerung ist die gemeinnützige Beschäftigungsgesellschaft elan als Hauptmieterin in das (fast fertige) neue Haus an der Kapellenstraße zurückgekehrt.

Bei der von zahlreichen Gästen besuchten Einweihung freute sich Stadtbaurat Joachim Krauße vor allem darüber, dass die Kosten von 2,13 Millionen Euro eingehalten und wahrscheinlich sogar unterschritten werden. Die Summe hatte im Stadtrat für lange Diskussionen gesorgt. Denn anfangs, 2000/2001, war nach den Worten von elan-Geschäftsführerin Hermine Hauck nur von der Dämmung der Bausubstanz und einer Optimierung der Heizungs- und Sanitäranlagen die Rede. Die vom Quartiersmanagement angestoßene grundlegende Neugestaltung konnte jedoch für das Förderprogramm „Soziale Stadt“ angemeldet werden. Bund und Land schultern nun 1,14 Millionen Euro, knapp eine Million Euro trägt die Stadt Fürth. „Ohne das Förderprogramm wäre die Wiedereröffnung des Lindenhains für die Stadt nicht machbar gewesen“, betonte Krauße.

Auch Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung steht hinter der Entscheidung und verweist auf die gute Arbeit, die die mittlerweile 27 elan-Mitarbeiter bei der Ausbildung arbeitsloser Jugendlicher leisten. 260 Personen werden derzeit betreut und qualifiziert. Die Vermittlungsquoten von 40 bis 90 Prozent je nach Förderprojekt rechtfertigen nach Jungs Worten die Investitionen voll und ganz.

Zwischen dem neuen zweigeschossigen Seminarhaus und den Werkstätten von elan wird Ende des Jahres der Jugendtreff Catch-Up eine neue Heimat finden, der bislang in der Wasserstraße untergebracht war. Gerade die kombinierte Nutzung des Hauses von elan, Catch-Up und anderen Veranstaltern macht das Jugendzentrum Lindenhain laut Krauße zu einem idealtypischen Projekt der „Sozialen Stadt“: „Neben der Sanierung der Gebäudehülle geht es bei dem Förderprogramm vor allem um die inhaltliche Ausrichtung.“ Dieser Aspekt ist auch Oberbürgermeister Dr. Jung wichtig: „Die Stadt zeigt damit, dass ihr Jugendliche aus schwierigen sozialen Verhältnissen wichtig sind. Wir wollen die jungen Menschen auf ihrem Weg in eine bessere Zukunft aktiv unterstützen.“

Die große Halle, in der wieder Konzerte veranstaltet werden können, und das unter anderem mit Computerräumen ausgestattete Seminarhaus sollen künftig auch an private Interessenten vermietet werden, ebenso das Bistro. Die von den Architekten Burkardt Schulze-Darup und Thomas Meyer geplante Neugestaltung des Lindenhain wird von einer gut sichtbaren Photovoltaikanlage auf dem Dach des Seminarhauses komplettiert. Die im Endausbau 18 Kilowatt starke Leistung wird mit ihrem umweltfreundlichen Sonnenstrom künftig gut vier Durchschnitts-Haushalte versorgen.

Die größte Freude machten Hauck bei der Einweihung die Zusagen von Oberbürgermeister und Stadtbaurat, dass man über den bislang unerfüllten Wunsch nach einer Vergrößerung der Bühne in der großen Halle und einem Hallenanbau als Lager noch einmal verhandeln werde.
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