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5.7.2004 - Wirtschaft

Einweihung von Daum electronics in Atzenhof

Im Jahr 1957 starten und landen in Atzenhof zum letzten Mal Flugzeuge. Anlass ist der von den hier stationierten Amerikanern veranstaltete Flugtag der Nationen. Danach verschwindet der über Jahrzehnte hinweg wichtigste Flughafen der Region endgültig aus allen Karten der Luftfahrt.

Die daum electronic GmbH auf dem früheren Flughafengelände in Atzenhof (links und mitte). Der Schweizer Architekt Daniel Della Corta überreicht einen symbolischen Schlüssel bei der Einweihung der historischen Gebäude. Bei der Sanierung des früheren Hangars und des Towers spielten die frühere Nutzung eine große Rolle (rechts). Fotos: Mittelsdorf

Diesem historischen Moment wohnt auch ein kleiner Bub bei, der sich an diesem Tag mit der Leidenschaft "Fliegen" infiziert. Sein Name ist Wilhelm Daum. 47 Jahre später steht der Junge von damals an der gleichen Stelle. Diesmal aber als Unternehmer, der die Einweihung seines neuen Firmensitzes feiert. Damit schließt sich für ihn ein Kreis.

Denn in der Halle, wo früher Flugzeuge gewartet und repariert wurden, werden heute Fitnessgeräte seiner Firma daum electronic hergestellt. Und im Tower, wo einstmals Befehle gegeben wurden, sitzen heute Leitung und Vertrieb seines Unternehmens. Drei Millionen Euro investierte Daum in den neuen Firmensitz für rund 80 Beschäftigte. Das Besondere ist, dass er dabei ein Gespür für den historischen Charakter der Bauten und des Geländes bewiesen hat. Nicht nur, weil er dafür sorgte, dass bei der Renovierung die Richtlinien des Denkmalschutzes eingehalten wurden. Sondern auch, weil die Flugzeughalle und die Befehlszentrale ihr Aussehen behalten haben, so dass sie weiterhin Zeugnisse der Geschichte des Areals und seiner Nutzung darstellen. "Dafür gebührt Wilhelm Daum großer Dank und Anerkennung", sagten die frühere Stadtheimatpflegerin Barbara Ohm und Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung bei der Einweihungsfeier in Übereinstimmung.

Das Fürther Stadtoberhaupt, dessen erklärtes Ziel bei seinem Amtsantritt war, die Militärfläche endlich einer zivilen Nutzung zuzuführen, lobte darüber hinaus den Pioniergeist des Unternehmers. Nach über zehn Jahren des Stillstandes sei der frühere Flughafen immer mehr heruntergekommen und habe sich – sieht man vom Golfplatz ab – in den "Wilden Westen" Fürths verwandelt. "Daum electronic gehört zu den ersten Firmen, die sich hier niedergelassen haben", erklärte Jung. "Wilhelm Daum hat dadurch geholfen, eine wichtige Entwicklung in Gang zu bringen."

Vorrangiges Ziel sei es, dass an dieser Stelle ein hochattraktiver Gewerbepark entsteht, der Raum zum Arbeiten, aber auch für Freizeit und sportliche Aktivitäten bietet. "Wir haben hier den in der Region einmaligen Golfplatz, einen Stützpunkt für den Fechtsport und schon bald ein Reitzentrum", sagte Jung. "Was könnte also besser dazu passen, als ein Hersteller von hochmodernen Sport- und Fitnessgeräten?"

Für die Umwandlung der Konversionsfläche peilt der OB eine Dauer von längstens zehn Jahren an. „Wir wollen hier nur Gewerbe zum Zuge kommen lassen, das in unser Konzept passt", erklärte er. Zudem sehe die Bauleitplanung vor, dass 37 Prozent des Areals grün bleiben, da auf dem Gelände wertvolle Bäume sowie ökologische Magerrasenflächen und Biotope zu finden sind. „Wenn wir uns Zeit lassen und bei der Besiedlung auf Qualität setzen, entsteht hier ein in Deutschland einmaliger Gewerbepark", ist Jung überzeugt.

Wilhelm Daum jedenfalls verspricht sich von der Ansiedlung, dass an diesem historischen Ort ein neues erfolgreiches Kapitel der Firmengeschichte aufgeschlagen werden kann: "Wir haben hier unsere Chance gesehen, hier investiert und sind jetzt auf dem Weg zu einer neuen Reiseflughöhe", erklärte er. Und das an einem Ort, mit dem er ein Kindheitserlebnis verbindet, das ihn bis heute nicht mehr los lässt. Denn am meisten freute sich der Unternehmer bei der Einweihungsfeier auf die Rundflüge mit einem Hubschrauber, den er für diesen "historischen" Tag bestellt hatte.

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