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28.4.2006 - Bauprojekte

Thermalbadtraum geht 2007 in Erfüllung

Zum 1000. Geburtstag der Stadt wird der Bau eines Thermalbads und damit der Jahrhunderttraum Fürths Wirklichkeit. „Nach der Michaelis-Kirchweih 2007 wollen wir hier alle baden gehen“, erklärte Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung launig beim Spatenstich für das ehrgeizige Projekt.

Der OB, der schon zu Beginn seiner Amtszeit die Nutzung des „wertvollen Schatzes, der unter unserer Stadt fließt“, als ein zentrales Ziel seiner Bemühungen bezeichnethatte, zeigte sich froh, dass das Vorhaben nun auf die Zielgerade einbiegt. 30 Millionen Euro werden von privaten Investoren für die neue Bäderlandschaft am Scherbsgraben aufgebracht. Sie besteht aus dem Hallen- und dem rundum erneuerten Freibad, dem Thermalbad und einer Saunalandschaft, wie sie in der Region und darüber hinaus einzigartig ist.

Hans Götz von Rödl Hochbau, OB Jung, Jürgen Ziegler, von der TFB-Objektgesellschaft, Betreiber Horst Kiesel und infra-Geschäftsführer
Dr. Hans Partheimüller beim Spatenstich.

Foto: Mittelsdorf

Der Anteil der Stadt beläuft sich auf das derzeitige Bäderdefizit. 1,8 Millionen musste die Stadt jährlich aufbringen, um die Hallenbäder am Scherbsgraben und in Stadeln sowie das Freibad finanzieren zu können. Seit Beginn des Jahres hat die Vitaplan Thermalbad GmbH & Co. KG unter ihrem Geschäftsführer Horst Kiesel die Freizeiteinrichtungen übernommen. Die Stadt zahlt 30 Jahre lang die bisherige Defizitsumme und erhält – wie das Fürther Stadtoberhaupt formulierte – „mehr Bad für genauso viel Geld“. Und das 365 Tage im Jahr, wie Betreiber Kiesel versicherte.

Die Thermalbadträume begannen 1901, als die Fürther bei der Suche nach Kohle auf das wertvolle Nass stießen, das 22 Grad warm 460 Meter im Untergrund liegt. Nachdem erste Nutzungsversuche und das erste Kurbad am Ersten Weltkrieg scheiterten wurden immer wieder Versuche zur Verwirklichung unternommen. Alle scheiterten, zuletzt in den 80er Jahren, als der Standort Kavierlein favorisiert wurde.

„Dass wir heute diesen Tag begehen können, verdanken wir den vielen Protagonisten dieser Idee, allen voran dem Förderverein unter Christl Beslmeisel, aber auch Dr. Franz Kimberger, der die Geschichte der Thermalquelle in einem Buch dokumentierte, und natürlich der infra fürth gmbh“, erklärte Jung

Der Fürther Energiedienstleister war es nämlich, der in Gestalt seines Geschäftsführers Dr. Hans Partheimüller und des Bäderchefs Wolfgang Greul die Idee hatte, das Thermalbadvorhaben auf Grund der Synergieeffekte am Scherbsgraben zu realisieren. Nach einer Grundsatzentscheidung des Stadtrats Ende April 2004 wurde das Projekt von der infra europaweit ausgeschrieben, ein Teilnahmewettbewerb durchgeführt und intensiv mit Bietern verhandelt. „Nicht mal ein Jahr später stehen wir hier und feiern den Spatenstich“, freute sich Partheimüller. „Das beweist, dass sich auch in schwierigen Zeiten etwas bewegen lässt, wenn die intelligente Einbindung von privatem Kapital und Know-how gelingt.“

Der Plan des künftigen Thermalbads neben dem Hallenbad.

Grafik: infra

Für den Bau der neuen Bäderlandschaft gründeten die ConTec, und die Baufirma Rödl Hochbau die Objektgesellschaft Thermalbad Fürth Betrieb (TFB) und gewannen mit der vitaplan um Geschäftsführer Horst Kiesel einen Betreiber, der seit Jahrzehnten überaus erfolgreich die Sauna im Hallenbad Fürth führte.

Die letzte Frage war, ob das wertvolle Heilwasser auch am vorgesehenen Standort Scherbsgraben verfügbar ist. Daher wurden im Spätherbst vergangenen Jahres Bohrungen durchgeführt, die dann die Vermutung, dass der wertvolle Schatz unter der gesamten Stadt zu finden ist, bestätigten. Die Erwartungen an die Qualität des Heilwassers wurden sogar übertroffen. Denn es stellte sich heraus, dass die Kleeblattstadt über ein – wie Jung sagte – „Wunderwasser“ verfügt. Äußerlich angewendet soll die Heilquelle zum Beispiel bei rheumatischen oder Knochenerkrankungen sowie bei Herz- und Kreislaufkrankheiten helfen. Als Trink-Kur wird es bei Magen-, Darmproblemen und bei Erkrankungen der Leber, der Gallen- und Harnwege, bei Gicht bei Eisenmangel und vielem mehr empfohlen.

Kein Wunder also, dass sich OB Dr. Thomas Jung eine „große Aufwertung und viele Chancen für unsere Stadt“ verspricht. Zumal das Konzept stimmig ist. Wie Horst Kiesel erläuterte ist neben den Hallen- und Freibad ein Erlebnisbad mit „Jungle-Becken“, drei Rutschen, Sprudelkanal, Lagunenbecken und mit vielen anderen Attraktionen vorgesehen, aber eben auch ein Wellnessbereich mit den heilenden Quellen.

„Diese Bäderlandschaft wird die ganze Region positiv beeinflussen, das Image Fürths stärken und den Aufschwung unserer Stadt fortsetzen“, ist sich Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung sicher. Der Thermalbadtraum vieler Generationen wird im kommenden Jubeljahr Wirklichkeit.

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