Für jeden Autofahrer, der im Besitz eines Handys ist, kann das Parken auf einigen öffentlichen Parkplätzen in der Kleeblattstadt zu einer bequemen Angelegenheit werden. Ohne den Weg zum Automaten und ohne die lästige Suche nach Kleingeld, ist es ab sofort möglich, das Parkticket per Mobiltelefon zu lösen.
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Matthias Mandelkow und Christoph Schwarzmichel von Sunhill, Bürgermeister Hartmut Träger und Straßenverkehrs-amtsleiter Hans-Joachim Gleißner (v.li.).
Foto: Mittelsdorf |
Mit einer Testzeit von einem Jahr wird dieser Service der in Bubenreuth ansässigen Firma Sunhill Technologies GmbH derzeit an drei Standorten in Fürth angeboten: An der großen und kleinen Fürther Freiheit, vor dem Amtsgericht sowie in der Rudolf-Breitscheid-Straße auf Höhe der kleinen Freiheit.
„Fürth ist die erste Großstadt Deutschlands, die die seit dem 1. Januar 2008 in der Straßenverkehrsordnung verankerte Option, Parkgebühren auf öffentlichen Parkplätzen über das Handy zu bezahlen“, so Sunhill-Geschäftsführer Christoph Schwarzmichel. Die einzigen Mehrkosten die hierbei für die Stadt entstehen, entfallen auf die rund 20 Hinweisschilder im Gesamtwert von 400 Euro, die auf den Parkplätzen aufgestellt wurden.
Und so funktioniert es: Ganz ohne Registrierung schickt der Fahrer eine Kurzmitteilung mit seinem Autokennzeichen und – durch einen Punkt getrennt – der gewünschten Parkdauer in Minuten (Beispiel für eine halbe Stunde: füab123.30) an die Nummer 82115. Sofort werden die Daten vom System registriert und der Nutzer erhält ein virtuelles Ticket auf sein Handy. Der Betrag für den Parkaufenthalt sowie die Gebühr für die SMS, die nicht mehr als 12 Cent kostet, werden dabei über das Prepaidguthaben oder die Handyrechnung des Fahrers abgebucht.
Auch die Kontrolle findet per Mobiltelefon statt. Laut Hans-Joachim Gleißner, Leiter des Straßenverkehrsamts, sind die städtischen Kontrolleure schon seit Jahren im Besitz von tragbaren Diensttelefonen. Durch diese kann eine Internetverbindung hergestellt werden, mittels derer sich nach Eintippen des Kennzeichens feststellen lässt, ob für den Parkplatz bezahlt worden ist oder nicht.
Sobald der Service genutzt wurde, schickt das Mobilfunkunternehmen eine Bilanz an die Kommune, in der die Erträge aus den Parkgebühren ersichtlich sind. Was den Datenschutz betrifft, so gibt es laut Matthias Mandelkow, ebenso Geschäftsführer bei Sunhill, keinerlei Schwierigkeiten, da außer dem Kfz-Kennzeichen keine Informationen über den Fahrer vorliegen.
Ein weiterer Pluspunkt des „Handy-Parkens“: Zehn Minuten vor Ablauf der Parkzeit empfängt der Autofahrer eine kostenlose Erinnerungs-SMS. Daraufhin kann er entscheiden, ob er rechtzeitig am Auto sein wird oder die Parkzeit mit einer weiteren Kurzmitteilung verlängern möchte. Somit ist der Fahrer ab jetzt vollkommen unabhängig von den Ticketautomaten.
Besteht das Angebot momentan nur für Vodafone- und T-Mobile-Kunden, könnten sich laut Mandelkow o2 und E-Plus schon bald anschließen. Falls das neue System während des Probebetriebs Anklang bei den Bürgern findet, wird man im Rathaus über eine Verlängerung nachdenken. Trotzdem stehen dem Autofahrer auch weiterhin die regulären Parkscheinautomaten zur Verfügung.
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