Panoramabild der Stadt Fürth, Link zur Startseite
Fürther Rathaus Wirtschaft Stadtentwicklung Leben in Fürth Tourismus eDienste

Jüdische Geschichte in Fürth

Ein elementarer Bestandteil der Fürther Geschichte ist die Geschichte seines Judentums. Im Schatten der Dreiherrschaft lebten in Fürth jahrhundertelang Menschen jüdischen und christlichen Glaubens friedlich in gegenseitigem Respekt und in Eintracht zusammen. Die jüdische Bürgerschaft, die hier so freiheitliche Lebensbedingungen vorfand wie in kaum einer anderen Stadt, gab immer wieder wichtige Impulse für den Ort. Ob in wirtschaftlicher, sozialer oder kultureller Hinsicht - die Kleeblattstadt profitierte in hohem Maße von ihren jüdischen Bürgerinnen und Bürgern.

Ungezählte Errungenschaften gingen auf ihre großherzigen Gaben zurück und immer wieder trugen sie ganz selbstverständlich durch Stiftungen und Schenkungen zu Wohlstand und Prosperität der Stadt bei. Ihren wichtigsten Ausgangspunkt fand die Geschichte des Fürther Judentums mit der Vertreibung der Juden aus Nürnberg im Jahr 1499.

Gegen die Zahlung eines hohen Schutzgeldes erlaubten der Markgraf von Ansbach und der Dompropst von Bamberg die Ansiedlung in Fürth. Ziel war dabei nicht zuletzt auch, durch die wirtschaftliche Kompetenz der Juden im Bereich des Handels die Nürnberger zu schwächen. So kam es im Jahr 1528 zur dauerhaften Ansiedlung von Menschen jüdischen Glaubens in Fürth. In den Jahren zwischen 1499 und 1528 lebten sie vorwiegend im Umland.

Aus dem Klima der Duldung entstand in Fürth sehr bald ein Klima der Toleranz und der Zusammengehörigkeit, so dass sich die jüdische Gemeinde rasch vergrößern konnte. Bereits 1607 wurde der alte jüdische Friedhof angelegt und der erste Rabbiner berufen. Zehn Jahre später konnte die erste Synagoge fertiggestellt und eingeweiht werden. Gegen Ende des 17. Jahrhundert gründeten die Fürther Juden eine Talmudhochschule, die Rabbiner ausbildete. Damit etablierte sich die Kleeblattstadt als ein Zentrum des mitteleuropäischen Judentums, von dem der Wiener Rabbiner Sabbatai Scheftel Horwitz 1653 schrieb: "Fürth ist zwar eine kleine Stadt, in meinen Augen aber groß wie Antiochia, da sich dort hervorragende, scharfsinnige und wissenskundige Gelehrte befinden."

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war fast jeder vierte Bürger in Fürth jüdischen Glaubens. Materiell, aber auch in rechtlicher Hinsicht ging es ihnen auf Grund der Rivalität der drei Herren besser als in den meisten anderen Städten. In Fürth wurden ihnen Rechte eingeräumt wie nirgendwo in Deutschland: So durften sie konnten zum Beispiel so viele Synagogen bauen wie sie wollten und zwei stimmberechtigte Vertreter in die Fürther Gemeindeversammlung entsenden.

Zum Ende des 19. Jahrhunderts gab es keine Fürther Juden mehr, sondern nur jüdische Fürtherinnen und Fürther, die sich für ihre Stadt einsetzten und sich für sie engagierten. Noch heute erzählen Häuser, Straßen und andere Orte in Fürth einzigartige Geschichten über dieses fruchtbare Zusammenleben.

In den zwölf Jahren Nationalsozialistischer Diktatur wurde das Klima der Freiheit und Toleranz jedoch auf ebenso brutale Weise missachtet und zerstört wie im übrigen Deutschland auch und die viele Jahrhunderte dauernde Epoche des gedeihlichen Miteinanders ad absurdum geführt. Mehr noch: Fuerth erfuhr einen schrecklichen Bruch mit der Vergangenheit, den die jüdischen Bürgerinnen und Bürger mit umso größerer Trauer und Wut empfinden mussten. 
 
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 der sogenannten Reichspogromnacht zerstörten die Nationalsozialisten die Fürther Hauptsynagoge, die 1617 eingeweiht worden war.

Ein wichtiges Ziel Fürther Stadtpolitik war in den letzten Jahrzehnten, an die Epoche des friedlichen Zusammenlebens von Juden und Christen anzuknüpfen und dafür zu sorgen, dass das Wissen um das Leid, das die Menschen jüdischen Glaubens erleiden mussten, nicht in Vergessenheit gerät. Beispiele sind die Einweihung der Shoa-Gedenksteine auf dem Israelitischen Friedhof, die Besuche der ehemaligen jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die gute Zusammenarbeit mit der Jüdischen Kultusgemeinde und die Feierlichkeiten zur Woche der Brüderlichkeit.

Eine neue Qualität haben diese für die Stadt sehr wichtigen Bemühungen im Jahr 1999 mit der Eröffnung des Jüdischen Museums Franken in Fürth erhalten.

zurueck Zurück Versendenversenden Druckendrucken
2014 © Stadt Fürth - Impressum
Sitemap Home Kontakt
Schnellsuche
erweiterte Suche