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30.3.2005 - Tourismus

Kleeblatt und Möwe feiern zehn Jahre „Brüderschaft“

Eine 20-köpfige türkische Delegation aus Marmaris hat die Kleeblattstadt anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Städtepartnerschaft besucht.

10 Jahre Partnerschaft Marmaris und Fürth

Bürgermeister Ali Acar (rechts) überreicht Bürgermeister Hartmut Träger ein Geschenk der Stadt Marmaris.

Foto: Langfeldt



Was auf Deutsch „Partnerschaft“ heißt, wird auf Türkisch mit dem schönen Begriff „Brüderschaft“ ausgedrückt. Zu Gast in Franken waren Oberbürgermeister Ali Acar und Präfekt Kaymakam Cemalettin Özdemir sowie fünf Stadträte aus der Ägäis-Metropole und Tourismus-Vertreter.

Den Gala-Abend im „Schwarzen Kreuz“ begingen rund 90 Gäste, die die Städtepartnerschaft schon seit Jahren mit Leben füllen. Das waren besonders Nazan Koccaz, Fatma Özünal und Sibel Tinaz, drei rührige Frauen aus Marmaris, die sehenswertes Kunsthandwerk zwischen Tradition und Moderne produzieren und es im City-Center ausstellten.

Zahlreiche Geschichten aus zehn Jahren deutsch-türkischer Partnerschaft wurden erzählt. Der Fürther Maler Fritz Lang kreierte seine bunten Türkei-Gemälde, Heinz und Ingrid Kvasnikka reisen mit der DLRG schon seit zehn Jahren nach Marmaris, um dort Unterricht in Sachen Lebensrettung zu geben, die Schwimmer um Christian Sandig haben bereits mehrere Wettkämpfe in der Partnerstadt veranstaltet. Die Fußballer des TSV Poppenreuth traten gegen türkische Mannschaften an und die Feuerwehrler besuchten ihre Kollegen in Marmaris. Unternehmer Paul Böhm ist als Fürther gar Ehrenbürger von Marmaris. Immerhin fährt er seit über 40 Jahren regelmäßig an die Ägäis und hat seine Yacht mittlerweile mit einem großen Kleeblatt-Logo versehen. Die jungen Fürther Streichhölzer konzertierten in Marmaris, solid führte ein Solarprojekt durch, eine türkische Folklore-Gruppe tanzte auf dem Kirchweihzug.

Das Programm, das der Freundeskreis Fürth-Marmaris um Hüseyin Korer, Teoman Tüzemen, Stadtrat Herbert Schlicht und die Partnerschaftsbeauftragte Hilde Langfeld zum Jubiläum zusammengestellt hatte, konnte sich sehen lassen: Ein Messestand auf der Freizeit- und Tourismusmesse, Stadtrundgänge und Schulbesuche, aber auch Kritisches wie der Besuch des Fürther Frauenhauses und der AWO-Kulturbrücke – mit dem Ziel, das geplante Frauenhaus in Marmaris zu fördern. Die infra präsentierte den Gästen das geplante Thermalbad im Modell und im Sportamt wurde über weitere sportliche Wettkämpfe zwischen Mannschaften beider Städte gesprochen. Wichtig sind nun vor allem die Ergebnisse des interkulturellen Dialoges: In Marmaris wird in Kürze ein Kleeblatt-Wanderweg, geschmückt mit dem Fürth-Logo, eröffnet, um den Tourismus zu beleben. Die Pfisterschule soll im Oktober ebenso in die Türkei reisen wie eine offizielle städtische Delegation. Der Besuch bei der infra brachte neue Anstöße in Sachen alternative Energien, denn kürzlich wurde ein Staudamm in der Nähe von Marmaris fertig gestellt. Ungenutzt sind aber noch Sonne und Wind. Für das Fürther Bad wiederum regten die Türken ein Hamam, ein türkisches Dampfbad, an. Der Dialog der Frauen wird im Juli bei einem Treffen fortgesetzt. Insgesamt haben sich die Kontakte intensiviert, nicht zuletzt dank zahlreicher türkischer Mitbürger, die sich für die Partnerschaft engagieren, für die Delegation ehrenamtlich übersetzten, die Gäste betreuten und verköstigten. Zuvorderst mit dabei: Nursen Schwanke und Ümüt Gümrükcü, die eigens Urlaub nahmen, um die Kunsthandwerkerinnen zu unterstützen, und die beiden Fürther Atatürk-Vereine unter dem Vorsitz von Fatih Cilek, Ali Caglar, Abdurrahman Gümrükcü und Musa Yilmazer. 
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