Wer immer noch behauptet in Fürth gäbe es keinen Tourismus, den strafen die aktuellen Übernachtungsstatistiken Lügen. 226 513 Übernachtungen wurden 2004 in den 24 Hotels und Gasthöfen registriert.
Das ist ein Plus von 9,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit liegt Fürth auch im Reigen der vier Nachbarstädte vorne. Erlangen schnitt mit einem Plus von 9,2 und insgesamt 427 201 Übernachtungen ab. Die Nürnberger waren mit ihrem Plus von 2,8 Prozent und 1 875 285 Übernachtungen zufrieden. Auch Schwabach konnte ein leichtes Plus von 3,4 Prozent erzielen.
Als Städteregion Nürnberg haben die vier Kommunen mit einem Zuwachs von 4,4 Prozent abgeschlossen. Die über 2 550 680 Übernachtungen, darüber sind sich die Touristiker der vier Städte einig, sind auf das gemeinsame Marketing zurückzuführen. Neben dem Hotelverzeichnis gibt der touristische Städteverbund mittlerweile einen gemeinsamen Veranstaltungskalender und einen Pauschalangebotsprospekt heraus. Mit der Citycard können die Gäste mit dem VGN fahren, die Museen in allen vier Städten besuchen und bekommen zahlreiche Vergünstigungen bei Veranstaltungen bzw. in Souvenirläden.
Erfreulich sind die eben erschienen Zahlen des Statistischen Landesamtes in München vor allem auch mit Blick auf die Vergleichszahlen mit anderen fränkischen Städten. Orte wie Eichstätt (-8,1), Kulmbach (-8,0), Dinkelsbühl und Bayreuth (beide -2,9), mussten mittlere bis leichte Einbußen hinnehmen; dagegen konnten Rothenburg o.d.Tauber (+5,2), Bamberg (+6,3), Coburg (+8,1) 2004 positive Übernachtungszahlen ausweisen. Würzburg kann ein Plus von 10,2 Prozent melden.
Eike Söhnlein, Leiterin der Tourist-Information, freut sich über die guten Ergebnisse: "Unser Marketingkonzept, gemeinsam mit Nürnberg und der Städteregion zu werben, trägt Früchte. Die Gäste sehen die engen Verbindungen und entdecken mehr und mehr die Attraktivität unserer Stadt". Ein wichtiger Punkt ist laut Söhnlein aber auch, dass die Servicequalität in der Fürther Hotellerie stimmt und dass diese verstärkt mit guten Angeboten wirbt. Die Übernachtungszahlen haben sich insgesamt weiter positiv entwickelt. Seit der Eröffnung der Fürther Tourist-Information im Jahr 1995 sind die Übernachtungen von 156 827 auf die Rekordmarke von 226 513 gestiegen. Bereits 1998 hatten die Nächtigungen in der Kleeblattstadt die 200 000 überschritten. Lediglich 1999 gab es einen Ausrutscher – damals konnte die Zahl von rund 168 000 Übernachtungen nicht gesteigert werden.
Erwähnt sei noch eine Besonderheit in der aktuellen Statistik: Der Anteil der ausländischen Gäste ist weiter gestiegen (auf 29,4 Prozent). Interessant ist der Anstieg der italienischen, vor allem aber der chinesischen Gäste. Nach der Öffnung des chinesischen Marktes besuchen die Chinesen verstärkt Deutschland. Diese Entwicklung ist auch in Fürth spürbar. Allein 6 100 Übernachtungen von Gästen aus der Volksrepublik und Hongkong bedeutet ein Plus von 9,2 Prozent. Dies wundert vor allem die Nürnberger Tourismuskollegen, die mit mehr Gästen aus China in ihrer Stadt gerechnet hatten. Aber hier hatte Fürth einen entscheidenden Servicevorteil für die chinesischen Gäste: Hotels mit Kochgelegenheit im Zimmer. |