12.5.2009 - Tourismus
Auf Spurensuche in der Kleeblattstadt

Es war eine Reise zu den Wurzeln, dorthin, wo der international bekannte Forscher Robert Cahn geboren wurde. In Fürth. Sein Sohn Martin, seine Tochter Alison und deren Sohn Daniel sowie Cahn‘s Ehefrau Pat machten sich zwei Jahre nach dem Tod des Wissenschaftlers auf Spurensuche in der Kleeblattstadt. Sie wollten Orte und Straßen besuchen, die ihrem Vater, Großvater und Mann vertraut waren und sich über die eigene Geschichte informieren.

Martin (2.v.li.), seine Schwester Alison (3. v. li.), ihre Mutter Pat (2.v. re.) und Enkel Daniel Cahn bei der Stadtführung mit Daniela Eisenstein (Mitte) und Eike Söhnlein.

Foto: Bidner-Wunder

1924 wurde Robert Cahn in Fürth geboren und wohnte als Kind in der Rudolf-Breitscheid-Straße 33, der früheren Hindenburgstraße. Seine Mutter, eine geborene Heinemann, stammte aus der Fürther Spiegelfabrikdynastie Heinemann & Schwarzmann. Schon früh, als erste jüdische Familie aus Fürth, verließen sie aus Angst vor dem Terror der Nationalsozialisten 1933 ihre Heimatstadt und flohen zunächst in die Schweiz, landeten letztendlich in Großbritannien. Robert Cahn studierte später am Trinity College in Cambridge Metallurgie, wurde zu einem der renommiertesten Wissenschaftler auf dem Gebiet der Materialforschung. Er machte sich einen Namen als Herausgeber bedeutender wissenschaftlicher Fachblätter, Enzyklopädien und Buchreihen.

Da passt es nur zu gut, dass in der Uferstadt mittlerweile die „Neue Materialien Fürth“ (NMF) ansässig sind. Daher ließ es sich Familie Cahn natürlich nicht nehmen, einen Rundgang mit Geschäftsführer Professor Robert F. Singer im Technikum zu machen. Dieser erinnerte sich gerne daran, dass Robert Cahn im Jahr 2001 persönlich zu Besuch war und über sein Arbeitsgebiet referiert hatte.

An den Tagen zuvor hatte die Familie sich intensiv und sehr interessiert mit der eigenen und der jüdischen Geschichte Fürths beschäftigt. Mit Gisela Naomi Blume besuchte das Quartett aus England den alten und den neuen jüdischen Friedhof. Bei einer ausführlichen Stadtführung und dem Besuch des Jüdischen Museums mit Daniela Eisenstein tauchten die Engländer tief in die Geschichte Fürths ein. Oberbürgermeister Thomas Jung, der Martin, Alison, Pat und Daniel Cahn in die Uferstadt begleitete, machte der Familie zum Abschied noch ein besondere Freude: Er kündigte an, dass man sich bemühen werde, schon bald auch öffentlich an Robert Cahn zu erinnern.

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