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Gustav und Grete Schickedanz

Wie bei vielen berühmten Fürther kam Gustav Schickedanz aus einfachen Verhältnissen. Ihm war der Aufstieg aus einer Handwerkerfamilie zum Chef eines Weltunternehmens nicht in die Wiege gelegt.

Für die kleine Quelle-Angestellte Grete Lachner, die 1942 Gustav Schickedanz' zweite Frau wurde und nach dessen Tod an der Spitze des Welt-Konzerns trat, gilt dies ganz genauso.

Nach Schule, Lehre und Kriegsdienst stellte sich Gustav Schickedanz 1923 auf eigene Füße und eröffnete eine Großhandlung für Kurz-, Weiß- und Wollwaren. Vier Jahre später gründete er dann das Versandhaus Quelle. Die neue Idee des Versandhandels stammte aus den USA. Gustav Schickedanz übernahm das System, passte es den deutschen Verhältnissen an und perfektionierte es. Vom Familienbetrieb, der seinen Kunden Wolle, Knöpfe, Hosenträger, Schürzenbänder, Schreibwaren, Messer und Wäsche bis ins Haus lieferte, führte der Weg zu einem Großunternehmen, bei dem nahezu alles bestellt werden kann.

Die Werbung vom Anfang der 30er-Jahre: "Das Haus der guten Qualitäten und billigen Preise" hielt, was es versprach. Fleiß, Sparsamkeit und Ideenreichtum des Unternehmers taten ein Übriges. So machte die Quelle 1938 bereits 40 Millionen Mark Umsatz. Nach dem Krieg fing Gustav Schickedanz wieder ganz von vorn an.

Mit seiner zweiten Frau Grete, die als Lehrmädchen in die Quelle eingetreten war, brachte er das Unternehmen in kurzer Zeit wieder auf Erfolgskurs. Schon 1949 betrug der Umsatz 12 Millionen Mark, 1958 450 Millionen und 1972, nach Eingliederung vieler anderer Unternehmen in den Konzern, gut 5 Milliarden Mark.

An der Fürther Freiheit, wo in einem alten klassizistischen Haus der erste Quelle-Laden war, wurde 1977 ein neues Kaufhaus errichtet, das 1993 aufgegeben wurde. Inzwischen konnte das Gebäude wiederbelebt werden, unter anderem mit dem Modegeschäft Wöhrl und einem neuen Quelle-Technik-Center.

Mit Umsatzzahlen allein wird man dem Unternehmerehepaar Gustav und Grete Schickedanz allerdings nicht gerecht. Die soziale Einstellung beider schlug sich in unzähligen großen und kleinen Stiftungen nieder. Die Stadt Fürth ehrte Grete und Gustav Schickedanz mit der Goldenen Bürgermedaille und später mit der Ehrenbürgerwürde. Die Straße am ehemaligen Kaufhaus trägt den Namen von Gustav Schickedanz, ein Seniorenheim den von Grete Schickedanz.
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