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Hans Böckler

Geboren wurde Hans Böckler nicht in Fürth, sondern im mittelfränkischen Trautskirchen; aber bereits 1876, als kleines Kind, übersiedelte er mit seinen Eltern nach Fürth.

Die Familie wohnte zunächst in der Königstraße 15. Als Hans Böckler 1899 heiratete, zog er in den zweiten Stock des Hauses Königstraße 23 ein. Er wohnte hier bis 1903. In Fürth hat Böckler die entscheidenden Erfahrungen gemacht, die ihn und sein sozialpolitisches Wirken geprägt haben.

Sein Vater war ein Dienstknecht aus Veitsbronn. In Fürth bekam er eine Stelle als Kutscher im städtischen Fuhrbetrieb. Die Mutter war Tagelöhnerin. Um in der aufblühenden Industriestadt Arbeit zu finden, waren seine Eltern nach Fürth gezogen. Sie lebten unverheiratet zusammen, denn erst mit dem Erwerb des Heimatrechtes durfte überhaupt geheiratet werden. Dieses Recht erhielt man aber nur bei einem geregelten Einkommen, so dass viele Menschen zwangsläufig unverheiratet bleiben mussten. Auch Hans Böckler hatte erst spät die notwendigen Mittel zur Heirat, obwohl er mit seiner Partnerin schon drei Kinder hatte.

Als Hans Böckler 13 Jahre alt war, starb sein Vater. Deshalb musste er trotz hoher Begabung die Schule verlassen und zu einem Metallschläger in die Lehre gehen. Die Metallschlägerei, ein typischer Fürther Beruf, war sehr hart. Ein Metallschläger musste mit seinem sechs bis sieben Kilogramm schweren Hammer täglich etwa 70 000 Schläge ausführen. Immer wieder kam es zu Verletzungen, der Metallstaub belastete die Lungen. All' das waren Erfahrungen, die zu Böcklers Engagement in Gewerkschaft und Politik führten.

Anlässlich eines Streiks der Metallschläger im Jahr 1894 trat Böckler in den Metallarbeiter-Verband ein, organisierte dann selbst weitere Streiks und arbeitete intensiv in der Gewerkschaft. 1901 wurde er Vorsitzender des Fürther Gewerkschaftskartells; 1902 gehörte er dem Fürther Stadtrat an. Allerdings übte er dieses Amt nicht lange aus, denn 1903 verließ er Fürth, um im Saarland höhere Gewerkschaftsaufgaben wahrzunehmen.

Nach dem Ersten Weltkrieg wählten ihn die Metallarbeiter zum ersten Bevollmächtigten ihres Verbandes. Unter Bürgermeister Konrad Adenauer war Böckler Stadtrat in Köln und dessen vehementer politischer Gegner. 1928 zog Böckler als sozialdemokratischer Abgeordneter in den Reichstag ein. Die Nazis nahmen ihn 1933 bis 1934 in "Schutzhaft". Böckler gehörte danach zum Widerstandskreis um Wilhelm Leuschner.

Nach dem Krieg war Böckler einer der Mitbegründer der Einheitsgewerkschaft DGB und bis zu seinem Tod 1951 ihr erster Vorsitzender. Sein ehemaliger Kontrahent Bundeskanzler Adenauer brachte ihm großen Respekt entgegen.

Die Stadt Fürth hat nach Hans Böckler eine Straße und eine städtische Real- und Wirtschaftsschule benannt. Am Gewerkschaftshaus, Königswarterstraße 16, ist eine Gedenktafel angebracht.

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