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Ludwig Erhard |
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Er steht für die soziale Marktwirtschaft und für das Wirtschaftswunder, obwohl er selbst dieses Wort nicht besonders mochte. Ludwig Erhards Name ist ein fester Begriff in der deutschen Nachkriegsgeschichte.
Trotzdem verdankte die Bundesrepublik in hohem Maße ihre Stabilität dem ungeheuren Aufschwung, der eng mit dem Namen Ludwig Erhard verbunden ist.
1897 wurde Erhard in der früheren Sternstraße geboren. Sein Elternhaus wie auch die sozialen Verhältnisse in Fürth während der 20er-Jahre haben sein späteres Wirken entscheidend beeinflusst.
Erhards Vater war ein Bauernbub aus der unterfränkischen Rhön, der mit großem Fleiß sein Glück in der florierenden Industriestadt Fürth machte. Er arbeitete sich zum selbständigen Kaufmann hoch und erwarb ein Woll-, Weiß- und Wäschegeschäft.
Die Mutter, eine Fürther Handwerkstochter, arbeitete trotz ihrer fünf Kinder ständig im Geschäft mit und vermittelte dem kleinen Ludwig - wie er sich später erinnerte - eine "Atmosphäre bürgerlicher Beschaulichkeit und Sorglosigkeit".
Wegen der Folgen einer Kinderlähmung und einer Verletzung im Ersten Weltkrieg konnte Ludwig das väterliche Geschäft nicht übernehmen. Er machte deshalb nach Kriegsende sein Abitur, studierte in Nürnberg und Frankfurt Volkswirtschaft und blieb bis zur Habilitation an der Universität Frankfurt.
Erhard hatte in seiner Heimatstadt die großen sozialen Probleme der Zwanziger Jahre erlebt: die Inflation und Arbeitslosigkeit, die bayernweit in Fürth am höchsten war. Diese Erfahrung spielten sicher ein Rolle dafür, dass sich Erhard nach Kriegsende als bayerischer Wirtschaftsminister, als Direktor der Verwaltung für die Wirtschaft der Bizone und als Bundeswirtschaftsminister unter Adenauer für die soziale Marktwirtschaft einsetzte, also für die Verbindung von freiem Markt, der von der Konkurrenz lebt, und der Solidarität für die Gemeinschaft. Die Synthese dieser zwei divergierenden Prinzipien hat in der jungen Republik den gesellschaftlichen Frieden und den schnellen wirtschaftlichen Aufschwung begründet.
Die Krönung der politischen Laufbahn war für Ludwig Erhard das Amt des Bundeskanzlers von 1963 bis 1966. Dabei blieben ihm allerdings der frühere Erfolg und die breite Anerkennung versagt. Die Stadt Fürth ehrte ihren berühmten Sohn mit der Goldenen Bürgermedaille und benannte 1977 eine Straße nach ihm. Auch eine der Berufsschulen Fürths trägt seinen Namen. |
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2012
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