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| 31.10.2006 - Wirtschaft |
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Einmalige Technologie |
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Wenn man am Technikum Neue Materialien vorbeiläuft, sticht einem seit kurzem ein neuer gläserner Anbau ins Auge. Und das nicht nur wegen der architektonischen Gestaltung, sondern auch auf Grund des außergewöhnlichen „Innenlebens“. Denn die etwa sieben Meter hohe Glaskonstruktion beherbergt das weltweit größte Rasterelektronenmikroskop des Lehrstuhls für Allgemeine Werkstoffeigenschaften der Universität Erlangen-Nürnberg.
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Spitzentechnologie im Technikum: Professor Göken (2. v. re.) und Dr. Höppel (2. v. li.) präsentieren das Mikroskop zusammen mit OB Jung (re.) und Wirtschaftsreferent Müller (li.).
Foto: Mittelsdorf |
Für Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung ist es das Sahnehäubchen auf die jüngste Entwicklung in der Uferstadt, die dazu führte, dass die Kleeblattstadt Universitätsstandort wurde. „Vor zehn Jahren hat niemand Fürth mit Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen in Verbindung gebracht, heute zieht hier einzigartige Spitzentechnologie ein“, freute sich das Stadtoberhaupt bei der Präsentation des Gerätes.
Mit dem neuen Rasterelektronenmikroskop können die Forscher nach den Worten ihrer Leiter Professor Dr. Mathias Göken und Dr. Heinz Werner Höppel auch große Bauteile wie zum Beispiel ganze Turbinenschaufeln, Kurbelwellen oder Zylinderköpfe untersuchen. „Die Vakuumkammer des Geräts bietet etwa zwei Kubikmeter Platz“, erläuterte Göken. „Daher können wir einmalig große Bauteile untersuchen.“ Bislang sei es mit herkömmlichen Mikroskopen dieser Art nur möglich gewesen, zehn bis 100 Millimeter große Proben zu analysieren.
Eine weitere Besonderheit der beeindruckenden Forschungseinrichtung ist, dass das Elektronenmikroskop mit einer servohydraulischen Prüfmaschine kombiniert wurde. So ist es möglich, Werkstoffe einem Belastungstest zu unterziehen und dabei auf Film festzuhalten, ob und wie Schäden hervorgerufen werden. Durch das Mikroskop erhalten die Wissenschaftler eine enorm hohe Auflösung und Detailgenauigkeit wie sie bei keinem anderen Prüfverfahren gewährleistet wird. „Wir dringen dadurch in eine ganz neue Dimension der Schadensanalyse und Schadensprävention vor“, erklärte Höppel.
Finanziert wurde das zwei Millionen Euro teure Großkammer-Rasterelektronenmikroskop von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), die vom Konzept, das Göken und Höppner erstellten, überzeugt war und den Erlanger Forschern den Zuschlag für die Realisierung und den Bau gab.
Bei der Präsentation bezeichnete Professor Göken das Technikum Neue Materialien in der Uferstadt als optimalen Standort. Durch die ebenfalls in dem Gebäude untergebrachte Neue Materialien Fürth GmbH verfüge man über ideale Partner und könne von dem bereits praktizierten Technologietransfer in Industriebetriebe profitieren. Auch auf die Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Entwicklungszentrum Röntgentechnik (EZRT) von Dr. Randolf Hanke freut sich der Wissenschaftler: „Wir können uns im Bereich der Materialforschung hervorragend ergänzen.“ Ein weiterer Pluspunkt für die Uferstadt war nach Auskunft von Göken, dass der Grundstückseigentümer Doughty Hanson den Anbau finanzierte und extra ein für das empfindliche Großgerät notwendiges schwingungsarmes Fundament erstellte.
Für OB Dr. Thomas Jung stellt die Inbetriebnahme der Forschungseinrichtung einen weiteren wichtigen Meilenstein auf den Weg zum Wissenschaftsstandort dar. Zumal, wie er sagte, solch’ „Spitzentechnologie das Umfeld auch für andere Kollegen interessant macht.“ |
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