Für besonders attraktive Unternehmen hat sich die Stadt Fürth bei der Umwandlung der früheren Johnson-Kaserne eine etwa 70000 Quadratmeter große Fläche vorbehalten. Den Rest des insgesamt etwa 41 Hektar großen Areals vermarktete ein Investor. „Wir haben auf einen weißen Elefanten gehofft“, erklärt Wirtschaftsreferent Horst Müller. Der ist zwar nicht aufgetaucht, doch nun wurde die vergebliche Suche durch ein besonderes Bonbon versüßt.
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Süßes von Herbert Mederer: Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung und Wirtschaftsreferent Horst Müller greifen zu und freuen sich über die Pläne des weltweit zweitgrößten Gummibonbon-Hersteller.
Foto: Mittelsdorf |
Die Mederer Gruppe, ein Familienunternehmen, das seit 1948 in Fürth ansässig ist und weltweit als zweitgrößter Produzent von Fruchtgummis und Gummischaumartikeln – im Fachjargon Gummibonbons genannt - gilt, verlegt seinen Standort von der Oststraße in den heutigen Gewerbepark Süd auf eben dieses Grundstück. 40 Millionen Euro wird die vor allem durch das Produkt Trolli bekannte Firma in den nächsten Jahren investieren, wie Geschäftsführender Gesellschafter Herbert Mederer bei einer Pressekonferenz bekannt gab.
Dadurch werden nicht nur die bereits vorhandenen 300 Arbeitsplätze in der Kleeblattstadt gesichert, in der Endphase soll die Mitarbeiterzahl, wenn der seit zwei Jahrzehnten zu beobachtende Wachstumstrend stabil bleibt, sogar bei etwa 600 liegen. „Fürth soll auch in Zukunft die Zentrale und Keimzelle der insgesamt sechs Werke in Deutschland und Europa bleiben“, bekennt sich Mederer zum Standort. Der Grund sei zum einen, dass er hier lebt und aufgewachsen ist, zum anderen aber vor allem, dass hier die qualifiziertesten Kräfte zur Verfügung stehen. „Wir haben uns hier ausgezeichnete Nachwuchskräfte heran- und nachgezogen.“ Zudem verfüge man in Fürth über eine gute Infrastruktur, sichere Rahmenbedingungen und einen direkten Draht ins Rathaus.
Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung freute sich bei dem Pressegespräch über einen weiteren Erfolg nach der Erweiterung von Atos Origin (langfristig ein Plus von 400 Arbeitsplätzen) in der Uferstadt: „Zurzeit macht dem Wirtschaftsreferenten und mir der Job großen Spaß.“ Er freue sich, dass es gelungen ist, diesem Fürther Traditionsunternehmen ein optimales Gelände anbieten zu können und so die Bindung zur Kleeblattstadt für die nächsten Jahrzehnte aufrechterhalten bleibt. Für ihn sei darüber hinaus von besonderer Bedeutung, dass nicht nur im Dienstleistungs-, sondern vor allem im produzierenden Bereich Arbeitsplätze zur Verfügung stehen. „Jedes Kind weiß doch, dass in Fürth Uvex-Helme, Bobby-Cars und die Trolli-Süßigkeiten hergestellt und in die ganze Welt geliefert werden“, so Jung.
Eine weitere wichtige Mitteilung, die Jung und Müller bei dieser Gelegenheit machen konnten, war, dass damit alle Flächen des Gewerbeparks Süd vergeben sind und die Umwandlung für eine zivile Nutzung abgeschlossen ist. Insgesamt haben laut Müller 102 Firmen auf dem Gelände ihren Sitz. Mederer nicht eingerechnet seien mehr als 1000 Arbeitsplätze auf dem ehemaligen Kasernenareal entstanden.
Heute ist der Wirtschaftsreferent froh, dass sich der weiße Elefant nicht blicken ließ. „Wir hätten der Firma Mederer keine alternative Fläche anbieten können“, gibt er zu. |