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12.9.2007 - Wirtschaft

Qualität und Innovation

Wie in den vergangenen Jahren hat Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung den Sommermonat August genutzt, um heimische Betriebe und Unternehmen zu besuchen und sich dabei über wirtschaftliche Lage, Wünsche und Anregungen zu erkundigen. Sein Hauptaugenmerk galt in diesem Jahr vor allem mittelständischen Firmen, die – wie das Stadtoberhaupt sagt – das eigentliche Rückgrat der Fürther Wirtschaft darstellen.

Betriebsleiter Harald Hufnagel und Firmenchef Gerhard Loew erläutern OB Dr. Thomas Jung die Funktionsweise einer Maschine zur Herstellung von Präzisionsteilen.

Foto: Mittelsdorf

Mehr als 3000 Betriebe gibt es laut Jung in der Kleeblattstadt. 90 Prozent davon beschäftigten unter 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ein typisches Beispiel dafür ist „Gerhard Loew Präzisionsteile“. Das Unternehmen, das sich fest in Familienhand befindet und von Helga und Gerhard Loew geleitet wird, ist im März 2007 aus Oberasbach in ein neues Gebäude im Gewerbepark Süd gezogen. Mit 20 Mitarbeiter­innen und Mitarbeitern fertigt der typische Zuliefererbetrieb Präzisions- und Maschinenbauteile im Bereich Medizin- und Luftfahrttechnik, aber auch für die optische Industrie.

Durch den Leitspruch „innovativ und kundenorientiert“ habe man sich eine gute Marktposition erarbeitet, erklärte Loew. Ziel sei es nun, auf 30 Mitarbeiter aufzu­sto­cken. Ein Unterfangen, das auf Grund des Mangels an Fachkräften nicht so leicht umzusetzen ist. Daher liegt die Ausbildungsquote bei „Gerhard Loew Präzisionsteile“ bei zehn Prozent. Ein Spitzenwert, wie OB Jung betonte. Sonst liegt der Anteil in Fürth bei fünf Prozent.

Reinhold (li.) und Willy Marian (re.) erklären Oberbürger-meister Dr. Thomas Jung die Fertigung eines Aluminiumteils für Projektoren.

Foto: Mittelsdorf

Ein ganz ähnlicher Betrieb ist die Marian Druckguss GmbH in der Hafenstraße. 1968 von Josef Marian gegründet, ist das Unternehmen weiterhin in Familienhand und wurde 1993 von seinen Söhnen Reinhold und Willy übernommen. Die Gießerei fertigt aus Aluminium, das bei 700 Grad geschmolzen wird, Teile für die Automobilindustrie und Firmen aus der Automatisierungs- und Steuerungstechnik. Mit Erfolg, denn von 1990 – als man in das Gebäude am Hafen zog – bis 2007 erhöhte sich die Beschäftigtenzahl von 35 auf 110. Um den Konkurrenzdruck mit Ländern, in denen billiger produziert wird, bestehen zu können, setzen die beiden Geschäftsführer ebenso wie die Firma Loew auf Qualität statt Quantität und auf hochmoderne Anlagen. Diese wollen allerdings von Mitarbeitern mit Fachkenntnissen bedient und betreut werden.

Da auch in diesem Bereich ein Mangel herrscht, setzen auch Reinhold und Willy Marian auf die Ausbildung betrieblichen Nachwuchses. „Wir bilden derzeit acht Fachkräfte ausschließlich für den eigenen Bedarf aus“, erklären sie. Trotzdem suchen die Beiden noch Gießerei-, Zerspanungs- und Werkzeugmechaniker. Schließlich wird im Schichtbetrieb rund um die Uhr und am Samstag gearbeitet. Schon der Umwelt zuliebe, wie Willy Marian betont, da das Starten der Maschinen viel Energie benötigt.

In den vergangenen Jahren haben sich die Marians durch viel Fleiß einen treuen Kundenstamm geschaffen. „Es kommen nur selten neue hinzu, aber man verliert auch kaum welche“, erläutert Reinhold Marian. In Zukunft wolle man aber verstärkt auf Produkte für die Automatisierungstechnik setzen und mit Unternehmen aus der Region kooperieren. Wie mit der Stadelner Firma MEKRA Lang, mit der man schon seit 20 Jahren zusammenarbeite.

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