1. Juli bis 13. August 2017
10 im Zeichen des Hahns

Seit 20 Jahren besteht eine besondere Form der Städtepartnerschaft zwischen der chinesischen Megacity Shenzhen und den Städten Erlangen, Fürth, Nürnberg, Schwabach, sowie den Landkreisen Erlangen-Höchstadt, Fürth, Nürnberger Land und Roth.


Bereits bei der Grundsteinlegung für diese Partnerschaft war Shenzhen zu groß, um exklusiv Partnerstadt einer der vier Städte aus der Metropolregion zu werden. Inzwischen liegt die Einwohnerzahl Shenzhens bei gut dem Zehnfachen der rund 1,2 Millionen Menschen, die im Großraum Nürnberg leben.

Der Impuls zur Partnerschaft mit dem aufstrebenden Wirtschaftsraum in China kam aus Kreisen der mittelfränkischen Wirtschaft. Aber schon bald gab es regelmäßige Begegnungen von bildenden Künstlern, oftmals auf der Basis eines Künstleraustauschs, oder vereinzelt einen Austausch von Ausstellungen.

Ende Januar 2017 begann nach dem chinesischen Mondkalender das „Jahr des Hahns“. So bot sich die Tiermetapher an als Titel für eine Ausstellung zum Jubiläum der Partnerschaft mit Künstlerinnen und Künstlern, die sich einige Zeit in Shenzhen aufhalten durften, in der Regel großzügig unterstützt durch das Shenzhen Fine Art Institut.

Künstler sind klassischerweise offen für Anregungen, ganz gleich, ob das Motive sind oder Techniken und kreative Prozesse. Während Fotografen wie Christian Höhn oder Bernd Telle unmittelbar auf die Impressionen der Megacity reagieren, sucht die Malerin Annie Kuschel Spuren der traditionellen chinesischen Kultur. Dagegen hat ihre Kollegin Birgit Nadrau einen Formenkanon der Alltagskultur aus Relikten erstellt, die sie auf der Straße aufgelesen hat. Heike Hahn hat mit der Hilfe einer chinesischen Partnerin die Träume und Wünsche von Chinesen und Deutschen abgefragt und gegenübergestellt. Der Aktionskünstler Rainer Schenk zeigt das Video einer verrückten Fahrt auf einem motorisierten Tuk Tuk: Ein überzogenes, mit Ironie gewürztes Bild für seine Erfahrung, sich als Nichtasiate in der chinesischen Öffentlichkeit stets „wie auf dem Präsentierteller“ zu fühlen. Ganz anders zeigen sich die Einflüsse von chinesischem Alltag oder chinesischer Philosophie bei dem Fürther Maler Christoph Haupt, der eine langjährigen Serie von Bildern schuf, deren Protagonistinnen mehr oder weniger bizarre Chinesinnen sind, die mit der Realität so gut wie nichts zu tun haben. Dem Erlanger Zeichner und Drucker Michael Jordan, der Comics und Graphic Novels zeichnet, begegnete Zensur, während der Nürnberger Installationskünstler Thomas May eine Variante aus seinem Graskosmos präsentiert ("Cherry Tree Garden" - ein Garten im Kirschbaum). Mit Bildern von für China typischen wie untypischen Gebäuden stellt sich die Chinesin Meng Yang vor, die seit rund zehn Jahren ebenfalls in Nürnberg lebt und mit ihren Arbeiten mit Marker auf Leinwand bekannt wurde (u.a. bei "Tondo - Die Kunst isr rund" 2012 in der kunst galerie fürth).

 

Zur Ausstellung erscheint ein teilweise zweisprachiger Katalog mit 52 Seiten (Preis € 5,-), der alle Aussteller mit Abbildungen und biografischen Daten vorstellt. Die Publikation wurde ermöglicht durch generöse Zuschüsse des Konfuzius-Instituts Nürnberg-Erlangen e.V., der Sparkasse Erlangen und des Wirtschaftsreferats der Kleeblattstadt.

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