20. September bis 24. Oktober

Kato & Kato

Ausstellung der japanischen Malerin und des japanischen Bildhauers


Im Jahr 1993 wurde dem Ehepaar Kato der Kulturpreis der Stadt Fürth verliehen. Im Vordergrund stand ihrer beider künstlerische Arbeit, aber beinahe gleichrangig ist seit mehr als einem Vierteljahrhundert ihr Bemühen um einen Brückenschlag zwischen den verschiedenen Kulturen, zwischen ihrer alten und ihrer neuen Heimat. Was vor 15 Jahren ungewöhnlich schien, nämlich einem Ehepaar gemeinsam einen Kulturpreis zu verleihen, erscheint im Rückblick zwingend. Die Katos, wie sie praktisch nur im Plural genannt werden, haben das Kultur- und Kunstleben der Stadt ein großes Stück weit geprägt.


Die Malerin Atsuko Kato und der Bildhauer Kunihiko Kato leben seit 25 Jahren in Fürth, wo sie höchst aktive Mitglieder der Kunstszene wurden. Zuvor hatten sie sieben Jahre in Nürnberg gelebt, um dort an der Akademie der Bildenden Künste bis 1983 ein Aufbaustudium zu absolvieren. Studiert hatten sie beide an der Kunstakademie Aichi-ken in der gleichnamigen japanischen Präfektur.

Atsuko Kato, geboren 1950, pflegt einen lyrisch-realistischen Stil. In Lasurtechnik mit Ölfarben (neben Aquarell oder auch Druckgrafik und Kalligraphien) hat sie den Gingkobaum und das Gingkoblatt zu den Hauptmotiven ihrer Malerei erhoben. Gerne stattet sie damit auch ihre Jahreszeitenbilder aus. Die Einheit in der Trennung und im Gegensatz ist ihr Hauptthema, aber auch Methode, da man bei Atsuko Kato klar europäische und asiatische Einflüsse benennen kann. Wiederkehrende Inspiration für den künstlerischen Brückenschlag ist ihr seit Jahren das Goethe-Gedicht Gingko biloba, Tribut an die Mythen um eine Pflanze, die für Freundschaft und Liebe, für Sehnsucht nach Harmonie und Zuversicht steht. Eine festlich-fröhliche Farbigkeit trägt entscheidend zur positiven Grundstimmung der Malereien bei. Atsuko Kato hat die Begegnung mit dieser unserer Region gesucht, denn sie ließ sich anstecken von der Verehrung ihres Zeichenlehrers für Albrecht Dürer (ein anderer ihrer Kunstprofessoren hatte bereits in Deutschland studiert). In idealisierten Landschaften wirbt sie für den Ausgleich zwischen Natur und Kultur, Pflanzen züchtet sie gleichermaßen in natura wie auf der Leinwand.

Kunihiko Kato, geboren 1945, ist ein Bildhauer, der sich in allen klassischen Materialien zuhause fühlt, am liebsten arbeitet er mit Holz und mit Stein. Der frühere Kunsthallendirektor Curt Heigl schrieb einmal, Kunihiko liebe regelrecht den Stein - und zwar „je härter, je größer, desto besser.“

Wie seiner Frau ist auch ihm die Natur Inspirationsquelle. Allerdings fordert er vom Betrachter die Fähigkeit, höher zu abstrahieren. Seine Arbeiten sind biomorphe und anthropomorphe Formen, er selbst nennt sie „biozentrisch“. Häufigster Titel ist „Lebewesen“. Diese scheinen bevorzugt dem Fundus der Meeresfauna und -flora entnommen. Changierend zwischen Pflanze, Tier und Mensch gestaltet er stilisierte Mischformen, stets in handwerklich höchst aufwändiger Art und Weise. Als organische Formfindungen erinnern sie an monströse Kleinstlebewesen, an Korallen, Seeigel, Saugwürmer, Zellen, morphologische Sensationen, Samenkapseln oder Blattformationen. Mikro- und Makrokosmos emulgieren in den Skulpturen. Sie werden so zu Sinnbildern einer quasi zeitlosen Ur-Zeit, in der alles Lebendige miteinander verbunden ist zu einem geheimnisvollen großen Ganzen.

"Die Katos" waren und sind nicht "nur" mit ihrer Kunst in der Metropolregion und darüberhinaus präsent. Auch das jährliche Gedenken an den Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki  wird von ihnen wesentlich gestaltet, bleibt übers Jahr hin gesehen meist nicht die einzige deutsch-japanische Begegnung, dessen treibende Kräfte sie sind.

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