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LESEN! im und um das Kulturforum

Foto: Mathias Bothor

Julia Franck
Welten auseinander

Unsere Erfahrungen lagen Welten auseinander, wie konnte es da zu einer Sprache kommen, in der wir mit denselben Worten auch nur annähernd etwas Ähnliches hätten meinen und uns vorstellen, sagen und verstehen können. Uns das Fremde am anderen vertraut machen.
Julia Franck, Welten auseinander, © S. Fischer Verlag, Frankfurt/Main 2021

In ihrem neuen Buch widmet sich Julia Franck intensiv ihrer eigenen Vergangenheit: dem Aufwachsen zwischen Ost und West in meist prekären Verhältnissen, der Sozialisation in einem chaotischen Künstlerhaushalt, von den jüdischen Vorfahren und den Erfahrungen des Ausgegrenztseins. Julia Franck ist ein schmerzhaft-schönes Buch der Selbstbehauptung gelungen, das von Scham und Trauer ebenso erzählt wie von Tod und Liebe und der großen Sehnsucht nach Zugehörigkeit.
Julia wird in Ostberlin geboren und mit acht von der Mutter in den Westen mitgenommen. Als Dreizehnjährige hält sie es nicht länger in dem chaotischen Bauernhaus in Schleswig-Holstein aus und zieht nach Westberlin. Neben der Sozialhilfe verdient die Schülerin Geld mit Putzen, sie lernt ihren Vater kennen und verliert ihn wieder, macht ihr Abitur und begegnet Stephan, ihrer großen Liebe. Wie schon in den Generationen zuvor in ihrer Familie, sind Julias Kindheit und Jugend von unzähligen Wechseln und Brüchen geprägt: Familie, Wohnort, Staat, Schule, alles wechselt. 

Julia Franck wurde 1970 in Berlin geboren, gewann 1995 den Open Mike-Wettbewerb und debütierte 1997 mit ›Der neue Koch‹. Für ihren Roman ›Die Mittagsfrau‹ erhielt Sie den Deutschen Buchpreis 2007. Der Roman wurde in 35 Sprachen übersetzt.

Die Lesung wird moderiert von Dirk Kruse, Redakteur beim Bayerischen Rundfunk.
www.fischerverlage.dewww.juliafranck.de

Donnerstag, 23. Juni, 20 Uhr
Kulturforum Fürth, Würzburger Straße 2
VVK 9,50 Euro (ermäßigt 7,60 Euro) | Abendkasse 10 Euro (ermäßigt 8 Euro)


 

Foto: Peter Rigaud

Tobias Friedrich
Der Flussregenpfeifer

Er hatte das Paddeln beherrscht, bevor er lesen konnte. In Hamburg hatte Oskar an Hunderten von Nachmittagen wie ein Besessener das Faltbootfahren geübt. Es war etwas gewesen, das ihm gehörte, dem sich niemand anderes so ausgiebig gewidmete hatte.
Tobias Friedrich, Der Flussregenpfeifer, © C.Bertelsmann, München 2022

Das literarische Debüt von Tobias Friedrich basiert auf der unglaublichen, aber wahren Geschichte des arbeits- und mittellosen Hamburger Nichtschwimmers Oskar Speck, der 1933 mit seinem Faltboot aufbricht, um über die Donau nach Zypern zu gelangen. Doch seine Reise läuft sprichwörtlich aus dem Ruder: Gepackt von sportlichem Ehrgeiz und sich den Nationalsozialisten entziehend, die aus ihm einen deutschen Helden machen wollen, paddelt er 50.000 km bis nach Australien. Friedrich erzählt humorvoll, dramatisch und zeitweise rasant von wahrer Freundschaft und starken Frauen, aber auch vom Zufall als Wegweiser des Lebens und einer alles andere überstrahlenden Freiheitsliebe. Während es in der Heimat Deutschland während der Nazi-Zeit immer dunkler wird, wird Specks Leben immer bunter, sein Blick immer weiter.

Tobias Friedrich, 1969 in Göttingen geboren, schreibt seit den 90er-Jahren Musik für seine Bands Viktoriapark und Husten (u.a. mit Gisbert zu Knyphausen) sowie für andere Künstler. Er war Herausgeber eines Berliner Musikmagazins, arbeitet als Autor von Sachbüchern und ist Co-Veranstalter der Berliner Musik-und-Lese-Show "Ein Hit ist ein Hit".

Die Lesung wird moderiert von Dr. Frauke Bayer, Literaturwissenschaftlerin.
www.penguin-verlag.de

Freitag, 24. Juni, 20 Uhr
Kulturforum Fürth, Würzburger Straße 2
VVK 9,50 Euro (ermäßigt 7,60 Euro) | Abendkasse 10 Euro (ermäßigt 8 Euro)


Foto: Daniela Agostini

Christoph Poschenrieder
Ein Leben lang

Was, wenn wir die Verblendeten sind, und die anderen klar sehen? Warum gewöhnen wir uns nicht an die Vorstellung, dass er, Teufel nochmal, ein Mörder ist? Wir sind doch nicht die ersten und die einzigen, die so was durchmachen. Und wo steht denn geschrieben, dass man nicht der Freund eines Mörders sein kann? Überlegt doch mal, vielleicht hat ein Mörder Freunde sogar noch viel nötiger. Denken wir an uns, bei allem, was wir hier machen oder an ihn? 
Christoph Poschenrieder, Ein Leben lang, Diogenes Verlag AG, Zürich 2022

Ein guter Freund wird des Mordes angeklagt. Was passiert mit einem selbst, was passiert mit der Clique, die von Kindheit an eine verschworene Gemeinschaft war – und wie weit trägt die Loyalität? Inspiriert von einem Gerichtsfall, der in den Nullerjahren in Deutschland für großes Aufsehen sorgte, geht Christoph Poschenrieder diesen Fragen in "Ein Leben lang" nach. Dabei steht nicht so sehr das Thema der Schuld im Vordergrund als vielmehr der Umgang aller Beteiligten mit einer fundamentalen Verunsicherung. Erzählt wird aus der Perspektive einer Journalistin, die sich 15 Jahre nach dem Urteil der Sache annimmt und damit die Freunde nochmals mit der Frage der Loyalität konfrontiert und innere und äußere Konflikte erneut aufbrechen lässt.

Christoph Poschenrieder, geboren 1964 bei Boston, arbeitete ab 1993 als freier Journalist und Autor von Dokumentarfilmen. Heute lebt er in München und konzentriert sich auf das literarische Schreiben. Sein Debüt ›Die Welt ist im Kopf‹ wurde vom Feuilleton gefeiert und war auch international erfolgreich. Mit ›Das Sandkorn‹ war er 2014 für den Deutschen Buchpreis nominiert. 

Die Lesung wird moderiert von Katharina Erlenwein, freie Journalistin.
www.diogenes.chwww.poschenrieder.de

Sonntag, 26. Juni, 18 Uhr
Kulturforum Fürth, Würzburger Straße 2
VVK 9,50 Euro (ermäßigt 7,60 Euro) | Abendkasse 10 Euro (ermäßigt 8 Euro)


Foto: Carolin Saage

Yade Yasemin Önder
Wir wissen, wir könnten, und fallen synchron

Aus Respekt vor der Kreissäge, die meinen Vater zersägt hat, gibt es keine Messer bei der Feier. Die türkische Verwandtschaft sitzt auf der einen Seite der Tafel, die deutsche auf der anderen. Und obwohl alle Schwarz tragen, erkennt man nicht zuletzt am Essverhalten, wer aus welchem Land kommt.
Yade Yasemin Önder, Wir wissen, wir könnten, und fallen synchron, © KiWi Verlag, Köln 2022

Mit ›Wir wissen, wir könnten, und fallen synchron‹ legt Yade Yasemin Önder ihr literarisches Debüt vor. 2018 war sie Gewinnerin des open mike in der Kategorie Prosa und hat bereits mehrere Theaterstücke geschrieben, die am Deutschen Theater Berlin und am Wiener Burgtheater aufgeführt wurden. 2021 war sie Stipendiatin der Kulturakademie Tarabya Istanbul.

Im Jahr nach Tschernobyl wird die Ich-Erzählerin geboren, irgendwo in der Westdeutschen Provinz. Der Vater stirbt früh und alleingelassen ergeben Tochter und Mutter eine toxische Mischung. Der Roman erzählt, wie ein Mädchen hinausfindet aus einer beschädigten Familienaufstellung hinein in eine düster-funkelnde BRD. Es ist die Geschichte einer jungen Frau, die sich immer wieder verliert und wiederfindet, auseinanderfällt und neu zusammensetzt. Bei alldem bleibt der Vater ein Wiedergänger, der deutlich macht: Auch jemand, der fehlt, kann zu viel sein.
Önders Debüt ist ein wilder Roman über den Körper, über Fremdheit und Ankommen, über Identität und Differenz, der durch seine Kühnheit immer wieder verblüfft: schnell und klug und bei aller Düsterkeit irrsinnig komisch. Ein im schönsten Sinne atemberaubendes Debüt und ein großartiges, anarchistisches Sprachereignis.

 

Die Lesung wird moderiert von Pauline Füg, Autorin und Moderatorin.

www.kiwi-verlag.de

Dienstag, 28. Juni, 20 Uhr
Kulturforum Fürth, Würzburger Straße 2
VVK 9,50 Euro (ermäßigt 7,60 Euro) | Abendkasse 10 Euro (ermäßigt 8 Euro)


Foto: Susanne Schleyer

Jan Costin Wagner
Am roten Strand

»Der Mann fiel nicht. Er … blieb einfach stehen … dann fiel er. Ich bin gerannt, über den Mann hinweggerannt. Weil ich zu dem Koffer wollte, in dem der Junge lag. Ich dachte: Er bekommt keine Luft. Christian, mein Kollege, war hinter mir. Ich habe den Koffer geöffnet, den Reißverschluss … und da … das war dieser Moment …«
Jan Costin Wagner, Am roten Strand, © Galiani, Berlin 2022

 

Die Ermittler Ben Neven und Christian Sandner befreien einen entführten Jungen und kommen dabei einem Netzwerk von Pädophilen auf die Spur. Als kurz darauf ein Verdächtiger beim Joggen und einer in Polizeigewahrsam ermordet werden, befinden sie sich in der paradoxen Situation wieder, dass sie einerseits gegen diese Verbrecher ermitteln, anderseits diese vor einer unbekannten Bedrohung schützen müssen. Und ausgerechnet der Polizist, der von vielen Kollegen als Held gesehen wird, bewahrt ein Geheimnis, vor dem er sich selbst entsetzt … 
Jan Costin Wagner ist ein Stück Literatur gelungen, das ein so schwieriges wie hochaktuelles Thema in allen Facetten auffächert und spannend, kompromisslos und aufwühlend behandelt. 

Jan Costin Wagner, Jahrgang 1972, lebt als Schriftsteller und Musiker bei Frankfurt am Main. Seine Romane wurden von der Presse gefeiert, vielfach ausgezeichnet (u. a. Deutscher Krimipreis, Nominierung zum Los Angeles Times Book Prize), in 14 Sprachen übersetzt und mehrfach für Kino und Fernsehen verfilmt. In Sommer/Herbst 2022 wird im ZDF die Verfilmung seines Kriminalromans ›Das Licht in einem dunklen Haus‹ mit Starbesetzung ausgestrahlt.

Jan Costin Wagner wird den Abend auch musikalisch begleiten – mit seinen eigens für den Roman komponierten Stücken auf dem Klavier!

Die Lesung wird moderiert von Dirk Kruse, Redakteur beim Bayerischen Rundfunk.

www.galiani.de

Mittwoch, 29. Juni, 20 Uhr
Kulturforum Fürth, Würzburger Straße 2
VVK 9,50 Euro (ermäßigt 7,60 Euro) | Abendkasse 10 Euro (ermäßigt 8 Euro)


Foto: Lukas Beck

Doron Rabinovici
Die Einstellung

Die Kamera war Augusts Tarnkappe. Hinter ihr wurde er zu einem anderen und gewann alle für sich. So unsicher August im Alltag auch sein mochte, mit ihr wurde er locker, und mit ihr lockte er das Innerste aus den anderen hervor. Er nahm sie für sich ein und konnte brillieren. Mit der Kamera fand er Zugang zu allen. Es war eine Verwandlung.
Doron Rabinovici, Die Einstellung, © Suhrkamp Verlag, Berlin 2022

Doron Rabinovici, 1961 in Tel Aviv geboren, lebt in Wien als Schriftsteller und Historiker und bezieht dort immer wieder prominent Position gegen Rassismus und Antisemitismus. Für sein Werk wurde er zuletzt mit dem Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln ausgezeichnet. Neben Romanen umfasst sein Werk Kurzgeschichten und wissenschaftliche Beiträge. 
Mit Witz und Ironie erzählt Doron Rabinovici in ›Die Einstellung‹ von einer immer stärker polarisierten Gegenwart und einer zunehmend gespaltenen Gesellschaft. Es geht um die Relativierung von Fakten, die Anziehungskraft des Autoritären und die Macht der Bilder. 
 
August Becker, Star unter den Pressefotografen, erhält von einer liberalen Wochenzeitschrift den Auftrag, den Spitzenkandidaten einer populistischen Partei zu fotografieren. Ulli Popp hetzt gegen Migranten, gegen Frauen, gegen unabhängige Medien. Becker, der Popp verachtet, nimmt den Auftrag an, und tatsächlich gelingt ihm ein Schnappschuss, von dem er überzeugt ist, dass er den Ausgang der Wahl entscheidend beeinflussen wird – bis sich von einem Tag auf den anderen alle Gewissheiten ins Gegenteil verkehren.

Die Lesung wird moderiert von Dirk Kruse, Redakteur beim Bayerischen Rundfunk.

www.suhrkamp.de | www.rabinovici.at 

Donnerstag, 30. Juni, 20 Uhr
Kulturforum Fürth, Würzburger Straße 2
VVK 9,50 Euro (ermäßigt 7,60 Euro) | Abendkasse 10 Euro (ermäßigt 8 Euro)


Foto: Muriel Liebmann

Edgar Selge
Hast du uns endlich gefunden

Wer bin ich damals? Es geht mir heute nicht anders als auf dem Flur meiner Kindheit. Ich langweile mich kaum. Ich gucke Löcher in die Luft. Ich führe Selbstgespräche. Ich bin derselbe Träumer.
Edgar Selge, Hast du uns endlich gefunden, © Rowohlt Verlag, Hamburg 2021

Mit 73 Jahren legt der erfolgreiche Schauspieler Edgar Selge sein literarisches Debüt vor. Er beschreibt – autobiografisch gefärbt – eine bürgerliche Kindheit um 1960. Ein Zwölfjähriger erzählt seine Geschichte zwischen Gefängnismauer und klassischer Musik. Exemplarisch und radikal persönlich. Der Vater ist Gefängnisdirektor. Der Krieg ist noch nicht lange her, und die Eltern versuchen, durch Hingabe an klassische Musik und Literatur nachzuholen, was sie ihre verlorenen Jahre nennen. Überall spürt der Junge Risse in dieser geordneten Welt und ist den Misshandlungen durch den Vater ausgesetzt, dessen Schatten ihn bis in die Gegenwart verfolgen und zu den Zweifeln und Fragen des erwachsenen Erzählers führen.

Edgar Selge gehört zu den bedeutendsten Charakterdarstellern Deutschlands. 1948 geboren, wuchs er im ostwestfälischen Herford auf. Seine Schauspielausbildung schloss er 1975 an der Otto Falckenberg Schule in München ab. Für seine Arbeit wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Die Lesung wird moderiert von Katharina Erlenwein, freie Journalistin.

www.rowohlt.de 

Freitag, 1. Juli, 20 Uhr
Kulturforum Fürth, Würzburger Straße 2
VVK 9,50 Euro (ermäßigt 7,60 Euro) | Abendkasse 10 Euro (ermäßigt 8 Euro)


Foto: Peter von Felbert

Marica Bodrožić
Die Arbeit der Vögel
Seelenstenogramme

Und doch ist das, was wir Vergangenheit nennen, stets hier und geht in uns mit, erzieht uns zur Wachsamkeit. Deshalb kann es keinen sogenannten Schlussstrich unter eine Vergangenheit geben, die uns als Unbehagen in uns selbst begegnet, denn das Unbehagen ist nicht in der Zeit, sondern im Bewusstsein und in den Handlungen des Einzelnen verankert.
Marica Bodrožić, Die Arbeit der Vögel, © Luchterhand Literaturverlag, München 2022

Auf der Flucht vor den Deutschen gelangt Walter Benjamin im September 1940 auf einem alten Schmugglerpfad vom französischen Grenzort Banyuls-sur-Mer ins nordspanische Portbou. Tags darauf setzt er seinem Leben ein Ende. 80 Jahre später nimmt Marica Bodrožić den letzten Weg des großen deutschen Schriftstellers und Philosophen zum Anlass, um über unsere Zeit, die Komplexität von Lebensläufen und Identität, Freundschaft und Flucht nachzudenken. Die äußere Bergwelt verschmilzt dabei mit ihrer inneren Lebenslandschaft. Kunstvoll webt Marica Bodrožić in ihren Gedankenstrom auch die Schicksale anderer Intellektueller ein, die der Gewalt des 20. Jahrhunderts ausgesetzt waren. Entstanden ist dabei eine überzeitliche Wanderung durch die inneren Landschaften der Seele.

Marica Bodrožić kam 1973 in Dalmatien zur Welt. Sie schreibt Gedichte, Romane, Erzählungen und Essays. Für ihre Bücher erhielt sie zahlreiche Preise und Stipendien, darunter den Förderpreis für Literatur der Akademie der Künste in Berlin, den Kulturpreis Deutsche Sprache und den Literaturpreis der Europäischen Union. Marica Bodrožić lebt in Berlin.

Die Lesung wird moderiert von Dr. Frauke Bayer, Literaturwissenschaftlerin.

www.penguinrandomhouse.dewww.marica-bodrozic.de 

Samstag, 2. Juli, 20 Uhr
Kulturforum Fürth, Würzburger Straße 2
VVK 9,50 Euro (ermäßigt 7,60 Euro) | Abendkasse 10 Euro (ermäßigt 8 Euro)


Foto: Billie Glaser

Jessica Durlacher
Die Stimme

Würde ich es wirklich wagen, meine jüdischen Kinder von einer Muslima betreuen zu lassen? Was war das überhaupt für eine Frage? Hatte ich in meinem Leben jemals in solchen Kategorien gedacht? Meine Haltung war in jeder Hinsicht gespalten.
Jessica Durlacher, Die Stimme, © Diogenes Verlag AG, Zürich 2022

Kurz bevor in Manhattan Flugzeuge in die Twin Towers rasen und damit ein neues Zeitalter einläuten, werden nur ein paar Straßenblöcke weiter nördlich Zelda und Bor in Anwesenheit ihrer Kinder von einem Rabbi getraut. Das traumatische Erlebnis von 9/11 hinterlässt tiefe Spuren und schürt in Zelda die Angst vor dem Unbekannten. Doch ihr Anspruch an sich selbst, ein guter Mensch zu sein, überwiegt, und sie engagiert die junge Somalierin Amal als Nanny für ihre Kinder. Als diese sich als phänomenale Sängerin entpuppt, meldet Zelda sie bei der Talentshow ›Die Stimme‹ an. Nach einem glanzvollen Auftritt nimmt Amal vor laufender Kamera ihr Kopftuch ab. Dieser Akt der Befreiung hat Folgen. Zeldas Familie will Amal beschützen und gerät damit in einen Konflikt, der ihre Welt aus den Angeln hebt. Eine packende Geschichte über Familie, Loyalität und beherztes Engagement.

Jessica Durlacher, 1961 in Amsterdam geboren, ist mit ihren preisgekrönten Romanen ›Das Gewissen‹, ›Die Tochter‹ und ›Emoticon‹ in den Niederlanden eine Bestsellerautorin. Für ›Der Sohn‹ erhielt sie den Opzij-Literaturpreis 2010 als bestes Buch des Jahres. Sie ist Mutter von zwei erwachsenen Kindern und lebt mit ihrem Mann in den Niederlanden. 

Die Lesung wird moderiert von Dirk Kruse, Redakteur beim Bayerischen Rundfunk.

www.diogenes.ch

Sonntag, 3. Juli, 18 Uhr
Kulturforum Fürth, Würzburger Straße 2
VVK 9,50 Euro (ermäßigt 7,60 Euro) Abendkasse 10 Euro (ermäßigt 8 Euro)


Foto: Andi Pontanus

Poetry Slam Spaziergang
Michael Jakob & Überraschungsgäste

Für literaturbegeisterte Wanderfreund:innen bieten der Kulturschock e.V. und das Kulturamt zwei Poetry Slam Stadtspaziergänge an. Beide Touren unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich der Route, sondern auch in Bezug auf die vorgetragenen Texte. Es gibt Beiträge vom zweifachen fränkischen Poetry Slam Meister Michael Jakob, dem bayerischen Vizemeister Oliver Spalt und Nürnbergs Vize-Stadtmeisterin Barbara Gerlach.

Beim ersten Rundgang begleitet "Reiseführer" Martin Geier die Gruppe durch den Stadtpark zur Espan-Quelle der kleinen Mainau, macht Station am Jubiläumsheim und führt schließlich wieder über den Stadtpark zurück zum Ausgangspunkt in die Dr. Konrad-Adenauer-Anlage. Dort endet die Tour gegen
13 Uhr, mitten im gemütlichen Ambiente von StadtLesen, das zum Schmökern einlädt.

Die zweite Wanderung beginnt am Haupteingang des Kulturforums, führt durch die Kapellenruh zum Denkmal Kapelle St. Martin, dann weiter durch grüne Wiesenlandschaften, an der Regnitz entlang über das Flussdreieck zurück zum Kulturforum, wo sie um 17.30 Uhr endet, sodass Interessierte um 18 Uhr die Abschlussveranstaltung des Festivals, die Lesung von Jessica Durlacher, besuchen können (hierfür bitte VVK nutzen).

Der "Poetry Slam Spaziergang" findet als festes Angebot des Kulturschock Vereins circa alle zwei Monate in und um Fürth statt.
Veranstalter: Kulturschock e.V. in Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Fürth.

www.kulturschockverein.de

Sonntag, 3. Juli
11 Uhr Treffpunkt: Pavillon in der Dr.-Konrad-Adenauer-Anlage
15.30 Uhr Treffpunkt: Haupteingang Kulturforum Fürth, Würzburger Straße 2
Eintritt frei

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