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29.4.2005 - Kinder, Jugend, Schulen

Solidarität soll (Berufs-)Schule machen

"Dass ich das noch erleben durfte!" Die fast 81-jährige Margarete Böhner, Enkelin des Gewerkschafters und Sozialdemokraten Martin Segitz, ist sichtlich bewegt: Die Staatliche Berufsschule III ist bei einem Festakt offiziell in Martin-Segitz-Schule umbenannt worden.

Martin-Segitz-Schule in Fürth

Anny Heike, Thomas Händel, Bürgermeister Träger, Schulleiter Büchel, IG Metall Vorstands-Vorsitzender Peters und Margarete Böhner (v.li.) vor dem neuen Hinweisschild.

Foto: Grodel


Der Namensgebung waren jahrelange Diskussionen vorangegangen. Das Positive an diesem Prozess: Die Beschäftigung und inhaltliche Auseinandersetzung mit einem Fürther Bürger, der Großes bewirkt hat, wie Schüler dies in einer bebilderten Zitatencollage eindrucksvoll vortrugen.

In bescheidenen Verhältnissen 1853 geboren, arbeitete sich der Fürther bis ganz nach oben und war 1919 sogar wenige Tage lang bayerischer Ministerpräsident. "Lebenslanges Lernen und stete Weiterbildung", so Schulleiter Wilfred Büchel, waren das Geheimrezept des gelernten Zinngießers. Seinen außerordentlichen Einsatz für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsverhältnisse der einfachen Leute um die Jahrhundertwende würdigte nicht nur Bürgermeister Hartmut Träger, sondern auch Jürgen Peters als prominenter Festredner. Der Vorsitzende der IG Metall nannte Segitz "ein Vorbild für alle Menschen, die sich die Solidarität auf ihre Fahne geschrieben haben".
Mit der Schaffung des "Deutschen Metallarbeiterverbandes" legte der Gewerkschaftler und Sozialdemokrat den Grundstein für die spätere Industriegewerkschaft Metall. Im 1894 von Segitz in Nürnberg gegründeten ersten Arbeitersekretariat wurden laut Peters allein im ersten Jahr über 6000 Personen beraten und über ihre Rechte aufgeklärt – Zahlen, die auch aus heutiger Sicht eindrucksvoll seien.

Mit seinem unermüdlichen sozialen Engagement für mehr Menschlichkeit und Solidarität, so waren sich alle drei Redner einig, sei Segitz ein würdiger Namensgeber für die Berufsschule. Sein Name verpflichte Lehrer wie Schüler, diesem Beispiel zu folgen.

Damit Segitz – neben dem Schriftzug vor der Schule – noch sichtbarer zur Geltung kommt, will die IG Metall eine Büste des Gewerkschaftsgründers stiften, wie Peters ankündigte. Darüber wird sich seine Enkelin Margarete Böhner, die selber kaum Erinnerungen an ihren Opa hat, sicherlich am meisten freuen: "Ich weiß, dass die Leute ihn damals sehr verehrt und nur Gutes über ihn erzählt haben", sagte sie in einem von Schülern aufgezeichneten Interview, das während des Festaktes gezeigt wurde.
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