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2.8.2006 - Kinder, Jugend, Schulen

Erfolgreiches Integrationsprojekt

Die schlechte Nachricht ist spätestens seit der Pisa-Studie hinlänglich bekannt: Um die Bildungschancen von Migrantenkindern ist es an deutschen Schulen nicht zum Besten bestellt. In kaum einem anderen Land haben ausländische Schüler schlechtere Bildungsaussichten als in Deutschland. Gerade einmal zehn Prozent von ihnen schafft das Abitur und jedes fünfte Kind beendet die Schullaufbahn ohne Abschluss. Ein Integrationsprojekt der Stadt Fürth arbeitet diesem Trend entgegen: In der Grundschule am Kirchenplatz werden begabte Kinder aus Einwandererfamilien durch gezielten Förderunterricht für den Übertritt in Gymnasien und Realschulen fit gemacht.

In der Grundschule am Kirchenplatz werden begabte Kinder aus Einwandererfamilien von den Lehrerinnen Sabine Rager (li.) und Gabi Stoll (re.) für den Übertritt in Gymnasien und Realschulen fit gemacht.

Foto: Mohammadzadeh

„Das Projekt läuft nun seit März 2002 und ist wohl in dieser Form einmalig in ganz Bayern“, berichtet Ingrid Streck, Rektorin der Grundschule Hans-Sachs- Straße, die an der Ausarbeitung des Förderunterrichts maßgeblich beteiligt war. Jedes Schuljahr wird in den Fürther Grundschulen nach Kindern Ausschau gehalten, die zwar über viel Begabung verfügen, aber auf Grund mangelnder Sprachkenntnisse den Wechsel auf eine weiterführende Schule ohne Hilfe nicht schaffen würden. Diese Kinder erhalten dann ab dem Zwischenzeugnis der dritten Klasse ein Jahr lang gezielten Unterricht im Umfang von drei bis vier Stunden die Woche – zusätzlich zur regulären Schulzeit. „Das ist natürlich manchmal hart für die Kinder. Besonders wenn ihre Klassenkameraden schon mittags hitzefrei bekommen“, sagt Ingrid Streck. „Dass die Kinder aber trotzdem alle so gerne kommen, ist für mich ein Zeichen dafür, wie motiviert sie sind.“

Und die Mühen lohnen sich, denn für die meisten der geförderten Kinder erweist sich der Unterricht als soziales Trampolin: Viele von ihnen schaffen im Anschluss den Sprung auf ein Gymnasium oder eine Realschule. „Und dort kommen sie auch meist prima zurecht“, berichtet Lehrerin Sabine Rager, die die Schüler in Kleingruppen unterrichtet.

Einen festen Stundenplan gibt es beim Förderunterricht nicht. „Wir versuchen, auf jedes Kind so individuell wie möglich einzugehen“, so Rager. „Es ist aber natürlich vor allem der Wortschatz, der fehlt.“ Die geringen Deutschkenntnisse der Mütter und Väter kommen dabei oft erschwerend hinzu. Denn damit verringert sich die Chance, dass die Eltern ihren Kindern bei der Bewältigung des Lernstoffs unter die Arme greifen könnten. „Ich habe eine Schülerin, die nur mit ihrer Großmutter deutsch spricht. Und das ist natürlich zu wenig“, erzählt Gabi Stoll, die zweite Lehrerin des Förderunterrichts. Nicht selten komme es sogar vor, dass die Kinder auf Elternabenden zwischen Eltern und Lehrern dolmetschen müssten.

„Die zugewanderten Eltern gehören leider oftmals bildungsfernen Schichten an oder sind gar Analphabeten“, sagt Anke Kruse, Integrationsbeauftragte der Stadt Fürth. „Daher sind wir natürlich sehr froh, dass die Kinder hier die Unterstützung finden, die sie brauchen. Und bisher ist das Projekt wirklich ein Riesenerfolg.“

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