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10.10.2006 - Kinder, Jugend, Schulen

Prävention statt Resignation

Es ist eine simple Arithmetik, die Hauptschülern schwer zu schaffen macht: viele Bewerber, wenige Lehrstellen. Schon seit Jahren können Betriebe bei ihrer Suche nach Azubis aus dem Vollen schöpfen und geben dabei häufig Realschulabgängern oder Abiturienten den Vorzug. Nur noch jedem fünften Hauptschüler gelingt es, direkt nach der Schulzeit einen Ausbildungsplatz zu ergattern. Das „Vertrauensnetzwerk Schule – Beruf“, ein Gemeinschaftsprojekt der Fürther Volkshochschule (vhs) und der Stadt Fürth, will diesem Trend nun entgegenarbeiten.

In verschiedenen Einzelprojekten sollen Hauptschüler der achten und neunten Klasse für den Sprung in die Berufswelt fit gemacht werden. „Es geht uns darum, präventiv vorzugehen und die Jugendlichen noch während ihrer Schulzeit auf den Lehrstellenmarkt vorzubereiten“, sagt Veit Bronnenmeyer, Projektleiter und Mitinitiator des Netzwerks.

Einen Baustein stellen hierbei die so genannten „Bildungspaten“ dar: Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Berufstätigen, die sich ehrenamtlich darum bemühen, Jugendliche auf ihrem Weg ins Berufsleben zu begleiten. Die Bildungspaten helfen ihren Schützlingen unter anderem dabei, konkrete Zukunftspläne zu schmieden, Bewerbungen zu schreiben oder sich auf Vorstellungsgespräche gezielt vorzubereiten. Aber auch bei persönlichen Schwierigkeiten wollen sie den Schülern zur Seite stehen. Darüber hinaus wurden bereits in 14 Schulklassen so genannte „Berufswahlpässe“ an die Schüler verteilt. Dabei handelt es sich um Ringbücher, in denen die Jugendlichen unter anderem Kontaktadressen, Fragebögen zur Selbsteinschätzung, Tipps zur Berufsorientierung sowie Vordrucke zum Nachweis von Praktika finden.

„Die meisten Jugendlichen wissen leider gar nicht, was nach der Schule konkret auf sie zukommt. Daher laufen viele Schulabgänger Gefahr, in der Ausbildung einen regelrechten Praxisschock zu erleiden“, sagt Bürgermeister Hartmut Träger, der auch das Amt des Schulreferenten bekleidet. Ausgewählte Schüler der 9. Jahrgangsstufe erhalten daher nun die Möglichkeit, bereits während ihrer Schulzeit intensiv Praxisluft zu schnuppern: Die Jugendlichen können an einem Lehrgang eines bestimmten Berufszweigs teilnehmen, der in groben Zügen den Unterrichtsstoff des ersten Lehrjahres abdeckt, und anschließend ein Praktikum in einem Betrieb absolvieren. In diesem Schuljahr können die Schüler dabei zwischen zwei Berufsfeldern wählen: dem Sanitärund Heizungsbau sowie dem Hotelund Gaststättengewerbe.

Eine weitere Maßnahme des Vertrauensnetzwerks ist in enger Kooperation mit dem Jugendmedienzentrum „Connect“ entstanden: Eine Woche lang dürfen sich die Hauptschüler als Radioreporter erproben und können dabei mit Berufspraktikern aus den unterschiedlichsten Sparten der Arbeitswelt auf Tuchfühlung gehen.

Die Aktivitäten des „Vertrauensnetzwerks Schule – Beruf“ sind zunächst auf eineinhalb Jahre befristet. Für diesen Zeitraum kommt eine halbe Million Euro aus den Kassen der Stadt Fürth sowie aus dem Fördertopf des Europäischen Sozialfonds (Ziel-2). Alle Projekte sind für die teilnehmenden Schüler daher kostenlos. Und in naher Zukunft will man die Fördergelder auch dazu verwenden, die Eltern der Hauptschüler mit ins Boot zu nehmen: In Beratungsstunden, Informationsabenden und Seminaren sollen die Eltern mit dem nötigen Rüstzeug ausgestattet werden, um ihren Kindern bei der Berufswahl unter die Arme zu greifen. 

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