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29.6.2007 - Soziales & Gesundheit

Viele Augenpaare helfen bei Jobsuche

Vier Ausrufezeichen stehen unter den Worten „Ziel erreicht“. Alicja Zaifert zeigt stolz auf ihren Namen, der mit 14 weiteren und sogar einigen Bildern an der Wand pinnt und bezeugt: Wir haben es geschafft! Die gebürtige Polin, die vor 25 Jahren nach Deutschland kam, hat über das von der ARGE Fürth finanzierte Projekt „Arbeit mit 50plus“ wieder einen sozialversicherungspflichtigen Job gefunden. Persönliche Assistenz für einen Rollstuhlfahrer lautet ihr Arbeitsauftrag beim Erlanger Zentrum für selbstbestimmtes Leben, berichtet die ausgebildete Lehrerin für Elektronik, die viele Jahre im Außendienst für Versicherungen gearbeitet hat und dann arbeitslos wurde.

Alicja Zaifert und 14 weitere Teilnehmer des Projekts „Arbeit mit 50plus“ haben schon einen neuen Job gefunden.

Foto: Grodel

80 langzeitarbeitslose Frauen und Männer treffen sich seit Mitte Februar regelmäßig im Institut für Aus- und Weiterbildung GbmH (IAW) in der Königswarterstraße 70 mit dem Ziel, endlich wieder eine Stelle zu finden. Bei einem Pressetermin vier Monate nach dem Start zogen die Verantwortlichen eine erste Bilanz: Das nach dem Prinzip Empowerment (Selbstbemächtigung, Selbstkompetenz) arbeitende Konzept sei sehr erfolgreich. Moderatoren bereiten die über 50-jährigen langzeitarbeitslosen Teilnehmer in vier Gruppen zu je 20 Personen auf den ersten Arbeitsmarkt vor.

Eigen- und Teamverantwortung sowie Selbstorganisation lauten hierbei die wichtigsten Prinzipien. Jeder hilft nicht nur sich selbst, sondern stellt seine Leistungen auch den anderen Teammitgliedern zur Verfügung: Englischunterricht, allgemeine Computer- oder spezielle Excelkenntnisse – je nachdem wo die Stärken liegen. „Was können Sie, wo liegen Ihre Fähigkeiten?“, lautet deshalb die wichtigste Frage an die Teilnehmer, sagt IAW-Geschäftsführerin Simone Preiß, die „Arbeit mit 50plus“ zusammen mit den Moderatoren (Unternehmensberatern und Personalvermittlern) im Auftrag und mit Unterstützung von Beratern der ARGE umsetzt.

Die gegenseitige Motivation sei enorm, bestätigt Moderator Alexander Korb und berichtet von Zielvereinbarungen für die jeweiligen Gruppentage – beispielsweise wie viele Bewerbungen zu schreiben sind und für welchen Teilnehmer heute ganz gezielt nach einer Stelle gesucht werden soll. Wenn dann – wie Alicja Zaifert – ein Teilnehmer erfolgreich vermittelt wird, schickt die ARGE sofort einen Nachrücker in die Gruppe. 13 feste Arbeitsverhältnisse und zwei gut vorbereitete Existenzgründungen lautet bislang die Bilanz.

Thomas Dittrichs, Chef der Dittrich Eiltransporte GmbH, hat schon einen Teilnehmer als Fahrer „abgeworben“, ein zweiter hat als Praktikant gerade die Chance, sich ebenfalls zu beweisen: „Ich habe selten so motivierte Mitarbeiter erlebt“, lobt er die zuverlässigen und stets pünktlichen Neulinge. Die anderen Teilnehmer hoffen, dass viele Arbeitgeber beim IAW nach fleißigen Arbeitnehmern mit viel Erfahrung nachfragen – und sie sich und ihre Familien bald wieder selbst ernähren können.

Rund 10 000 Euro „kostet“ nach den Worten von ARGE-Geschäftsführerin Michaela Vogelreuther ein „Hartz-IV-Empfänger“ in etwa pro Jahr, 200 000 Euro das auf neun Monate angelegte Projekt. Wenn 20 Teilnehmer einen Job finden, hat sich „Arbeit mit 50plus“ schon selbst finanziert. Dass es den Verantwortlichen von ARGE und IAW und natürlich den Teilnehmern um mehr geht, als nur um nackte Zahlen, wird deutlich, wenn man Alicja Zaifert zuhört. „Ich bin so froh, dass ich nicht nur eine Arbeit, sondern auch noch eine sinnvolle Tätigkeit gefunden habe.“ Und ARGE-Teamleiterin Martina Gorski bestätigt: „Die Teilnehmer arbeiten wirlich wie die Wilden an ihrer Integration in den Arbeitsmarkt.“

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