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11.2.2008 - Soziales & Gesundheit

Ausatmen für den medizinischen Fortschritt

2000 Frauen und Männer in Stadt und Landkreis Fürth werden in den kommenden Tagen Post vom Klinikum bekommen. Sie werden gebeten, an der weltweiten BOLD-Studie teilzunehmen, die feststellen soll, wie häufig die chronische Lungenkrankheit COPD auftritt. Diese wird in den meisten Fällen durch inhalatives Zigarettenrauchen ausgelöst und führt zu einer dauerhaften Einengung der Atemwege. Weltweit rangiert die Lungenkrankheit unter den zehn häufigsten Todesursachen auf Platz vier – mit steigender Tendenz.

Dr. Schacher (li.) und Professor Worth erläutern, wie das Spirometer funktioniert, in das die zufällig ausgewählten Studienteilnehmer ausatmen sollen.

Foto: Grodel

Bei einem Pressetermin mit Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung warben Professor Heinrich Worth und Studienkoordinator Oberarzt Dr. Christian Schacher von der Medizinischen Klinik I dafür, dass möglichst viele der zufällig ausgewählten Personen an der Studie teilnehmen. Lediglich 30 Minuten Zeit müssen diese für eine Befragung und einen einfachen, völlig schmerzfreien Lungentest (nach tiefem Luftholen möglichst kräftig und lange in ein Spirometer ausatmen) aufbringen. Ob die Lunge einwandfrei funktioniert, kann sofort am Gerät abgelesen werden, das zuvor mit einigen Daten wie Alter, Größe, Gewicht, Geschlecht oder Raucher/Nichtraucher gefüttert wurde. OB Jung, der sich gleich als Testperson zur Verfügung stellte, braucht sich keine Sorgen zu machen: Mit 105 Prozent hat er „bestanden“. „Falls Teilnehmer nicht die nötigen Werte erreichen, können wir sie sofort weiterbehandeln“, nannte Dr. Schacher einen Grund zum Mitmachen. Und der OB ergänzt: „Man hat eine kostenlose Kontrolle, ob alles okay ist und hilft gleichzeitig dem medizinischen Fortschritt.“

Dass Fürth als zweiter Standort in Deutschland für die weltweite Lungen-Studie ausgewählt wurde – in Hannover waren die Ergebnisse nicht aussagekräftig –, ist kein Zufall. „Wir arbeiten schon lange wissenschaftlich auf diesem Gebiet. Das von uns entwickeltes Patientenschulungsprogramm COBRA wird beispielsweise als einzig zugelassenes in Praxen und Kliniken in ganz Deutschland angewandt“, erläuterte Professor Worth. Die vier speziell ausgebildeten Mitarbeiter, die die Termine im Klinikum koordinieren und die Teilnehmer untersuchen, kommen auf Wunsch auch zu den Leuten nach Hause – ungünstige Arbeitszeiten oder ein fehlendes Auto sind also kein Grund, nicht an der Studie teilnehmen zu können. Das Bundesgesundheitsministerium und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstützen das Projekt. Finanziert wird die Studie laut Professor Worth von amerikanischen Sponsoren und der Regierung, „aber nicht von Pharmafirmen“.

Und was kann man tun, wenn man bereits lungenkrank ist? „Das wichtigste ist Prävention – also gar nicht erst mit dem Rauchen anzufangen – und Raucherentwöhnung“, betonte der Professor. Erkrankte Personen sollten durch regelmäßige Bewegung die Lunge trainieren, sich zudem jährlich gegen Grippe und alle sechs Jahre gegen die Pneumokokken (Bakterien) impfen lassen. Zur medikamentösen Behandlung stünden Atemsprays und Pulverinhalationen, Antibiotika oder Schleimlöser zur Verfügung. „Darüber hinaus bieten wir spezielle Schulungen an, in denen die Patienten lernen, mit der Krankheit besser umzugehen.“

Nähere Informationen gibt es auf der Homepage des Klinikums Fürth unter Links auf der rechten Seite bei (Medizin & Pflege - Medizinische Klinik I – BOLD-Studie).

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