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26.9.2022

Fürths großer Mäzen

Anlässlich des 100. Todestages von Alfred Nathan würdigt die Stadt Fürth sein Leben und Werk mit einer Ausstellung, Stadtführungen und einem besonderen Wagen.

Festwagen Erntedankfestzug
Die Mitglieder des Liederhorts Ronhof stellen ihren Festwagen in diesem Jahr unter das Motto „100. Todestag Alfred Nathan“ und „125. Geburtstag Ludwig Erhard“; der Festwagen fährt auf Position 28.

Ausstellung Stiften aus Tradition
Der Fürther Alfred Nathan war ein herausragender Stifter und Mäzen. Damit reihte er sich in die mäzenatische Tradition der Bankiersfamilie Nathan ein, die Ende der 1880er Jahre mehrere Stiftungen in Fürth errichtete. Die Stiftertätigkeit der Nathans stand beispielhaft für das wohltätige Engagement des deutsch-jüdischen Großbürgertums im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, das mit dem Nationalsozialismus sein Ende fand.

Die bedeutendsten Spenden tätigte Alfred Nathan für die Errichtung des Wöchnerinnen- und Säuglingsheims »Nathanstift« in Fürth. Zu wenigen Stiftungen haben Fürther Bürgerinnen und Bürger eine so enge Verbindung wie zum »Nathanstift«. Dessen Geschichte begann 1906, als der Rechtsanwalt Alfred Nathan seiner Heimatstadt Fürth 300 000 Mark für die Errichtung eines Wöchnerinnen- und Säuglingsheims schenkte. Mit der Bezeichnung »Nathanstift« setzte er seinen Eltern Amalie und Sigmund ein ehrendes Denkmal. Ziel der modernen Klinik war es, Frauen die Geburt zu erleichtern und die hohe Säuglingssterblichkeit dieser Zeit zu senken. Bald galt das Nathanstift als renommierte medizinische und soziale Einrichtung: Eine Visite der Geburtsklinik stand auf jedem Besuchsprogramm hoher Prominenz, so auch beim Besuch des Prinzregenten Luitpold von Bayern 1913.

100. Todestag Alfred Nathan

Das Nathanstift am Tannenplatz. Foto: Jüdisches Museum Franken

Während des Nationalsozialismus strich die Stadt Fürth auf Empfehlung des Vorstands der Nathanstiftung den jüdischen Stifternamen. Nach Kriegsende wurde das Stift wieder umbenannt; 1967 zog es in das Klinikum Fürth um. Dort wurde es in die geburtshilfliche Abteilung der Frauenklinik integriert. Auch heute, mehr als 100 Jahre nach Alfred Nathans gemeinnützigem Engagement, sieht sich die »Frauenklinik mit Nathanstift« in der Tradition der Werte, die den Philanthropen Alfred Nathan zur Gründung dieser Einrichtung bewogen hatten. Ihre Arbeit wird noch immer mit Mitteln aus der »Nathan Stiftung« finanziert.

Zu Alfred Nathans Lebzeiten war die gesellschaftliche Anerkennung für sein wohltätiges Wirken jedoch nicht von Dauer: Der zunehmende Antisemitismus in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg verbitterte seine letzten Lebensjahre. Nach seinem Tod am 9. Oktober 1922 erbte die Israelitische Waisenanstalt in Fürth sein gesamtes Vermögen.

Zum 100. Todestag des Fürther Ehrenbürgers erinnert das Jüdische Museum Franken an den großen Philanthropen und ehrt sein Lebenswerk, in dem es den Besucherinnen und Besuchern die Gelegenheit gibt, in der Ausstellung für die geburtshilfliche Abteilung der Frauenklinik zu spenden.
Die Ausstellung ist ab Dienstag, 25. Oktober, bis Sonntag, 30. April, im Jüdischen Museum Franken in Fürth zu sehen.  

Stadtspaziergang Fürths großer Mäzen Alfred Nathan – Sein Leben und Wirken

Der Spaziergang beginnt am Geburtshaus Alfred Louis Nathans in der Friedrichstraße. Hier wurde er 1870 geboren. Die Tour geht weiter durch das Viertel hinter dem Rathaus, in dem viele andere jüdische Fürther gelebt haben. Dabei erfahren Interessierte Geschichten aus dem Leben und Werdegang des vielbegabten Rechtsanwalts, Dichters und Philanthropen. Er liebte seine Heimatstadt, zog aber wegen seiner Lungenkrankheit nach Bad Reichenhall, wo er 1922 starb. Beerdigt werden wollte er aber in Fürth. Sein Grabstein im alten jüdischen Friedhof ist der Abschluss dieser Tour zum Leben des Mannes, der unter anderem das nach ihm benannte Nathanstift errichtet hat.
Termin: Sonntag, 23. Oktober, 11 und 13 Uhr
Treffpunkt: Friedrichstraße 11
Dauer: circa 90 Minuten; Teilnahme kostenlos; Veranstalter: Tourist-Information Fürth

Stadtspaziergang „Du teure Heimat, liebes Fürth“

Das 19. Jahrhundert eröffnete Juden und Jüdinnen die Möglichkeit zur gesellschaftlichen Integration. Viele jüdische Fürtherinnen und Fürther begannen in dieser Zeit, sich stärker politisch, kulturell und sozial zu engagieren und für die Allgemeinheit zu stiften. So auch die Familie Nathan. Interessierte sind eingeladen, Sabine Forkel-Kutschka auf einem kostenlosen Stadtspaziergang zum frühern Nathanstift zu begleiten und einen ersten Blick in die Ausstellung, die am 25. Oktober öffnet, zu werfen.
Termin: Sonntag, 23. Oktober, 14 Uhr
Treffpunkt: Jüdisches Museum Franken in Fürth, Königstraße 89
Dauer: rund 90 Minuten; Teilnahme kostenlos

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