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7.8.2013 - Stadtnachricht

Goldenes Kleeblatt für Frank A. Harris

Mit der – nach der Ehrenbürgerwürde und der Goldenen Bürgermedaille – dritthöchsten städtischen Auszeichnung wurde Frank A. Harris geehrt: Er erhielt aus den Händen von Oberbürgermeister Thomas Jung das Goldene Kleeblatt, mit dem sich die Stadt Fürth bei ihren Bürgerinnen und Bürgern für außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement über viele Jahre und Jahrzehnte hinweg bedankt.

Dieser Besuch wird mir helfen, ein Kapitel in meinem Leben zu schließen, das ich immer versucht habe zu vergessen, sagte ein sichtlich bewegter Frank A. Harris bei der Verleihung des Goldenen Kleeblatts. Foto: Wunder

„Dieser Besuch wird mir helfen, ein Kapitel in meinem Leben zu schließen, das ich immer versucht habe zu vergessen“, sagte ein sichtlich bewegter Frank A. Harris bei der Verleihung des Goldenen Kleeblatts.
Foto: Wunder

Unter dem Naziterror musste Frank Harris, der damals noch Franz Siegmund Heß hieß, mit seiner Familie aus Fürth fliehen. Zwischen seiner neuen Heimat New York und seinem Geburtsort liegen nun 6500 Kilometer. Großes Leid und Grausamkeit widerfuhren ihm, seiner Familie und seinen Freunden. Ende des Zweiten Weltkriegs kehrte er als Angehöriger der US-Armee kurz nach Fürth zurück. Allerdings fasste er damals den festen Vorsatz, nie mehr wiederzukommen.

1977 begann Frank A. Harris aber Treffen für ehemalige jüdische Fürther und Nürnberger in New York zu organisieren, die den Holocaust überlebt hatten. Das erste Zusammentreffen – mit dem Titel „Grand Reunion“ – fand 1978 mit über 200 Personen statt. Zeitgleich rief er den ersten „Nürnberg-Fürth Newsletter“ ins Leben. „Eine unschätzbare Dokumentation, besonders auch für die nachfolgenden Generationen“, wie OB Jung betonte. Mittlerweile erreichen die Newsletter rund 1200 Menschen über fünf Generationen auf allen fünf Kontinenten.

1997 brach Frank A. Harris seinen Vorsatz, nie mehr zurückzukehren: Er ließ es sich nicht nehmen, anlässlich der Einweihung des Shoah-Denkmals auf dem Neuen Jüdischen Friedhof in Fürth der Opfer zu gedenken und sie zu ehren. Um nun die Ehrung der Stadt entgegenzunehmen, hat er mit seiner Frau Beri die weite Reise nun zum zweiten Mal auf sich genommen.

Es ist nicht die einzige Ehrung, die der 90-Jährige bislang erhalten hat. Auch in New York und Norwalk genießt er hohes Ansehen. In den USA berichtet Harris vor Schulklassen immer wieder als Zeitzeuge von seinem Schicksal. „Mit seinem Lebenswerk hat sich Frank A. Harris um die Bewahrung und die Erinnerung an das jüdische Leben in Fürth, ja in ganz Deutschland und der Welt verdient gemacht“, so der OB. „Er gibt nicht nur den Toten ihre Ehre und Würde zurück, sondern den Hinterbliebenen auch einen Teil ihrer Vergangenheit, ihrer Wurzeln.“ Er ist für viele im Ausland lebende Juden und deren Nachkommen ein wichtiges Bindeglied zwischen der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Und er hält sie wie eine Familie zusammen.

Harris, der immer noch auch einige Brocken Fränkisch spricht, bedankte sich herzlich für die Auszeichnung. „Dieser Besuch wird mir helfen, ein Kapitel in meinem Leben zu schließen, das ich immer versucht habe zu vergessen“, sagte er.  

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