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28.4.2017 - Stadtnachricht

Goldene Bürgermedaille für Fürther Mäzen

Sie ist nach der Ehrenbürgerwürde die zweithöchste Auszeichnung, die die Stadt Fürth einem ihrer Bürger zu Teil werden lassen kann: die Goldene Bürgermedaille. Für sein herausragendes Engagement und seine gelebte soziale Verantwortung für die Menschen in der Kleeblattstadt, die sich vorwiegend im Stillen vollziehen, erhielt nun der Unternehmer und Fürther Mäzen Carl Friedrich Eckart diese große Ehre.

Herausragendes Engagement und gelebte soziale Verantwortung: Oberbürgermeister Thomas Jung überreichte Carl Friedrich Eckart die Goldene Bürgermedaille der Stadt Fürth. Foto: Wunder

Oberbürgermeister Thomas Jung hat in seiner Ansprache im Rahmen einer festlichen Stadtratssitzung in der nach der Stiftung des Geehrten benannten Innenstadtbibliothek die herausragenden Verdienste Eckarts gewürdigt und zunächst dessen beruflichen Werdegang geschildert.

Nach seiner Lehre als Industriekaufmann bei der Firma begann Carl Friedrich Eckart nach dem frühen Tod seines Vaters sehr schnell seine Tätigkeit bei den Eckart-Werken und absolvierte ein umfangreiches Ausbildungsprogramm.

Sein großes Interesse galt dem Vertrieb und dabei besonders dem Export, da er auf den Weltmärkten großes Wachstumspotenzial für Eckart sah. Ein Aufgabenschwerpunkt war die Verantwortung für den italienischen Markt und die Betreuung des dortigen Joint Ventures. Deren Anteile konnten übernommen werden und nach einigen Jahren gelang es auch, die Firma Mirella zu erwerben, die von Eckarts Vater 1928 gegründet und nach dem Zweiten Weltkrieg enteignet wurde. Damit erreichte die Firma Eckart in Italien eine dominierende Marktstellung.

Mit großem Zeitaufwand und langen Reisen entwickelte Carl Friedrich Eckart die Märkte im Fernen Osten, verbunden mit einem stabilen und stetigen Umsatzwachstum in dieser Region.

Der Generationswechsel bei den Eckart-Werken bewirkte, dass sich Carl Friedrich Eckart verstärkt um die Belange des Mutterhauses kümmern musste. Mit seinem Cousin und Partner, Heinz Neidhardt, definierte er eine Strategie, die vorsah, sich auf das Kerngeschäft, also Effektpigmente, zu konzentrieren und alle vorhandenen Ressourcen dafür einzusetzen. Das Ziel: eine weltmarktführende Position schaffen. Die Umsetzung war sehr erfolgreich und führte zu einer beachtlichen Steigerung der Marktanteile sowie der Ertragskraft und dies, obwohl jährlich Rekordsummen in Investitionen, Forschung und Entwicklung flossen.

Die Ausrichtung zu einem High-Tech Unternehmen schuf bei Eckart ausgesprochen anspruchsvolle und attraktive Arbeitsplätze mit einem hohen Anteil an Akademikern der verschiedensten Fachrichtungen. Angesichts des starken Konsolidierungsdruckes in der chemischen Industrie stellte sich allerdings die Frage, wie die Überlebensfähigkeit des Unternehmens und der Erhalt der Arbeitsplätze langfristig sichergestellt werden können. Dank gewachsener Kontakte wurde mit der ALT ANA Chemie der ideale Partner identifiziert und im Jahr 2005 einigte man sich auf den Verkauf.

Heute sind die Eckart -Werke unter dem Dach der ALT ANA Chemie bestens aufgestellt und präsentierten 2016 Rekordzahlen, sowohl für das Ergebnis als auch für die Anzahl der Beschäftigten. ln Deutschland bieten die Eckart-Werke 1380 Arbeitsplätze und weltweit 1800.

Große Verdienste erwarb sich Carl Friedrich Eckart auch als Immobilien-Entwickler. Bestes Beispiel: die Eckart-Plaza, die mit ihrem Supermarkt und dem Parkhaus wesentlich zur Aufwertung der Südstadt beiträgt.

Carl Friedrich und Helga Eckart, flankiert von Oberbürgermeister Thomas Jung (li.) und Bürgermeister Markus Braun (re.), bei der festlichen Stadtratssitzung in der Innenstadtbibliothek. Foto: Wunder

Neben diesen außerordentlichen unternehmerischen Leistungen würdigte Oberbürgermeister Jung vor allem Eckarts Wirken  auf kulturellem, sozialem und karitativem Gebiet. „Viele Menschen handeln nach dem Prinzip: Tue Gutes und rede darüber“, sagte er, „ein durchaus nachvollziehbarer Ansatz - warum sollte die Öffentlichkeit nicht erfahren, wenn sich jemand sozial und/oder finanziell engagiert.“ Dieses Prinzip liege Carl Friedrich Eckart jedoch fern. „Er wirkt lieber im Verborgenen, im Hintergrund und ich habe kaum einen Mäzen erlebt, der gleichzeitig so großzügig wie bescheiden ist“, so der OB: „Heute müssen Sie es aber dennoch „ertragen“, dass ich Ihr herausragendes, einmaliges karitatives Engagement für die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt, für die Kinder und Jugendlichen, für die Seniorinnen und Senioren sowie für die Menschen mit Handicap herausstelle.“

Für die  Rummelsberger Dienste etwa setzt sich Carl Friedrich Eckart seit Jahrzehnten als engagierter Förderer ein, vor allem in der Kinder- und Jugendhilfe. Seine finanzielle Unterstützung für viele wichtige Maßnahmen bewegt sich hier mittlerweile im hohen sechsstelligen Euro-Bereich. Unter anderem stellte er dem Fürther Kinderheim St. Michael ein Grundstück für notwendige Erweiterungen zur Verfügung.

2005 gründete der Fürther Unternehmer seine Stiftung mit dem Zweck: Förderung von Kunst, Kultur und Amateursport. So die offizielle Version. „Doch die Eckart-Stiftung ist eine ganz besondere, denn sie verteilt Geld nicht nach dem Gießkannenprinzip“, betonte Jung, „Sie, lieber Herr Eckart, wollen überzeugt sein von der Nachhaltigkeit und der Sinnhaftigkeit eines Projekts – und dann sind Sie wahrlich großzügig.“ Mit 200 000 Euro half er etwa, den Skaterpark am Schießanger zu bauen. Auch die Außenanlagen der KiTa Karl Hauptmannl-Straße und weiterer Einrichtungen gehen auf das Konto der Stiftung.

Eine der größten Spenden der letzten Jahrzehnte, nämlich 250 000 Euro, kommen ebenfalls der gesamten Stadt und ihren Bürgerinnen und Bürgern zugute: „Ohne Carl Friedrich Eckart wäre es unmöglich gewesen, diesen besonderen Ort hier zu realisieren“, sagte das Stadtoberhaupt in Bezug auf die Innenstadtbibliothek. Nach nur einem Jahr sei die Vobü in der Neuen Mitte zu einem der angesagtesten Treffpunkte der Stadt geworden, „und daran haben Sie und Ihre großherzige Spende entscheidenden Anteil“, so Jung. Für ihn sei Eckart ein Paradebeispiel für einen Mann von Welt, mit einem weiten Horizont – der genauso in Florida oder St. Tropez leben und wohnen könnte. „Doch Sie tun dies in der Kleeblattstadt. Sie haben sich immer mit Fürth verbunden gefühlt und sind Ihrer Heimatstadt treu geblieben – wirtschaftlich, persönlich und als Stifter.“

Zum Abschluss stellte Jung eine weitere einmalige Besonderheit heraus: „Sie sind die erste Familie, in der Vater und Sohn dieselbe Auszeichnung, nämlich die Goldene Bürgermedaille, erhalten. In der über 1000-jährigen Geschichte Fürths hat es das noch nie gegeben!“

„Die Goldene Bürgermedaille bedeutet mir sehr viel, da unsere Familie – und auch die meiner Frau – seit Ewigkeit in Fürth verwurzelt ist und damit diese Auszeichnung auch einen hohen emotionalen Wert darstellt“, sagte Carl Friedrich Eckart sichtlich bewegt. „Ich fühle mich sehr geehrt, möchte aber darauf hinweisen, dass Fürth über viele Bürger verfügt und immer verfügt hat, die Großes leisten und sich für ihre Stadt in verschiedenster Art und Weise engagieren. Ich bin eigentlich nur einer von vielen.“ Die Auszeichnung sehe er auch als Anerkennung für die erfolgreiche Stiftungsarbeit und seine Mitarbeiter. „Ich hoffe, dass mein Finanzberater von der Bethmann Bank weiter so erfolgreich für die Stiftung wirtschaftet, so dass wir auch in Zukunft da und dort aushelfen können“, schloss Carl Friedrich Eckart seine Dankrede.

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