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12.11.2004 - Stadtnachricht

Fürth auf dem Weg zur Quellenstadt

Rund um die Uhr sind die Bohrmaschinen in den vergangenen vier Wochen gelaufen. Jetzt dringt der lange nicht genutzte Schatz, der 460 Meter unter der Kleeblattstadt liegt, mit nahezu sieben Litern pro Sekunde an die Oberfläche. Und das in einer Qualität, die - wie Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung und infra-Chef Dr. Hans Partheimüller betonten - alle Erwartungen weit übertroffen hat.

Das Wasser läuft  

Bis zur 1000-Jahr-Feier Fürths in 2007 soll auf dem Gelände die neue Bäderlandschaft mit einem Thermal- bzw. Heilbad im Mittelpunkt entstehen

Foto: Mittelsdorf

Auch wenn weitere genaue Analysen und Gutachten noch abgewartet werden müssen, steht nach Aussage des Projektbeauftragten für die Fürther Heilquellen, Rudolf Brand, schon jetzt so gut wie fest, dass das jetzt gefundene Wasser mit dem der König-Ludwig-Quelle I vergleichbar oder sogar identisch ist. Dafür spricht auch, dass das dampfende Nass, das hinter dem Hallenbad aus dem Boden sprudelt, 22 Grad warm ist. Das sind zwei Grad mehr als nötig, um als echte Therme zu gelten. Zudem konnte schon festgestellt werden, dass der Gehalt an natürlichen Mineralien sehr hoch ist. Die Mineralisation ist voraussichtlich zehn mal höher als 1000 Milligramm pro Liter - der Wert, der für eine staatliche Anerkennung als Heilwasser gefordert wird. Eine Besonderheit ist für Brand auch, dass die Quelle von Fürth auf Grund ihrer Zusammensetzung eine einzigartige Stellung unter den deutschen Kochsalzquellen einnimmt.

Kein Wunder also, dass das Fürther Stadtoberhaupt den Begriff "Traumwasser" verwendet und es hinsichtlich seiner Qualität mit dem von Bad Kissingen, Bad Homburg, Bad Pyrmont oder Bad Nauheim vergleicht. "Uns ist in sensationellem Umfang gelungen, nachzuweisen, dass unter dieser Stadt ein wertvoller Schatz liegt," erklärte Jung. Und auch Partheimüller hob hervor, dass man in eine neue Dimension vorgedrungen sei und der ursprüngliche Anspruch eines Wellness-Bades weit überschritten werden könne. Deshalb startet die infra fürth gmbh sofort das Anerkennungsverfahren für Heilwasser.

Äußerlich angewendet soll die Fürther Heilquelle besonders bei rheumatischen oder Knochenerkrankungen sowie bei Herz- und Kreislaufkrankheiten helfen. Als Trink-Kur wird es bei Magen-, Darmproblemen und bei Erkrankungen der Leber, der Gallen- und Harnwege, bei Gicht und bei Eisenmangel empfohlen.

Für das Projekt am Scherbsgraben wurde bewusst ein realistischer und finanzierbarer Ansatz gewählt. Das künftige Thermalbad soll zusammen mit den vorhandenen Bädern betrieben werden. Dazu wird am 16. Dezember vom Stadtrat aus vier Angeboten ein Privatinvestor ausgewählt, der auch die Sanierung des Freibades finanzieren soll. Der Beitrag der Stadt ist festgeschrieben und wird genauso hoch sein wie der Defizitausgleich, der bereits jetzt zum Betrieb der bestehenden Einrichtungen aufgebracht werden muss. Jung: "Das heißt, wir erhalten bei gleichbleibenden Kosten eine völlig neue, hoch attraktive und moderne Bäderlandschaft mit einem Thermal- und Heilbad."

Für das Stadtoberhaupt geht damit ein Jahrtausendprojekt in Erfüllung. Denn bis zur 1000-Jahr-Feier Fürths in 2007 soll auf dem Gelände die neue Bäderlandschaft mit einem Thermal- bzw. Heilbad im Mittelpunkt entstehen.

Hintergrundinfo:

Der Traum vom „Bad Fürth" war bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf dem späteren Grundig-Gelände Wirklichkeit geworden. Er endete jedoch mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges. In den folgenden Jahren gab es immer wieder Initiativen, dieses ehrgeizige und für die Kleeblattstadt wichtige Vorhaben wiederzubeleben. Erst vergangenes Jahr hat eine Machbarkeitsstudie neue Nutzungsmöglichkeiten aufgezeigt und Bewegung in die lange auf Eis gelegte Entwicklung gebracht.

Diskutiert und vorgeschlagen wurden in der Vergangenheit Standorte - wie das frühere Grundig-Areal oder das Kavierlein - von denen bereits gesicherte Erkenntnisse über die Qualität und Quantität der Quellen vorlagen. Aus Gründen der wirtschaftlichen Mach- und Finanzierbarkeit fasste der Stadtrat aber den Beschluss, am bereits vorhandenen Bäderstandort Scherbsgraben ein Thermalbad für Fürth zu realisieren.
 

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