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24.8.2006 - Stadtnachricht

Rathausfassade 2007 in neuem Glanz

Das Jubiläumsjahr 2007 naht und das Rathaus macht sich fein für die große Geburtstagsparty, die mit dem Silvesterabend vor dem Fürther Wahrzeichen beginnt. Daher wird auch die Fassade des Südflügels, die bei der Sanierung in den 1980er Jahren ausgespart wurde, nun auf Vordermann gebracht. Und das mit einem nachhaltigen und schonenden Verfahren, wie Stadtbaurat Joachim Krauße und der verantwortliche Architekt Hermann Keim bei einem Ortstermin erläuterten.

Das Rathaus macht sich fein: Zum Stadtjubiläum wird der Südflügel des Fürther Prachtbaus saniert, um sich im nächsten Jahr so attraktiv wie nur möglich zu präsentieren.

Foto: Mittelsdorf

„Früher wurde bei den Sanierungen mit Säure gearbeitet“, erklärte der Architekt. Mit der Folge, dass diese im Stein geblieben ist und der Bausubstanz langfristig geschadet habe. „Deshalb greifen wir zu einer neuen Methode, die zwar kein so helles Ergebnis hervorbringt, dafür aber den Sandstein schont und besser schützt.“ Dazu lösten die Spezialisten zunächst mit einem so genannten Wirbelstromverfahren Verkrustungen, in denen Schadstoffe lagerten. Dies geschah, indem sie Glasmehlpulver mit drei Kubikmeter Wasser auf die Fassade spülten. Nach dem Austrocknen der Steine werden in den kommenden Wochen Ausbesserungen vorgenommen und der Sandstein mit einem natürlichen Bindemittel wieder gefestigt. Mehr als eine Generation lang soll so die wertvolle Fassade den Umweltbedingungen und der Witterung standhalten können, ohne Schaden zu nehmen.

Neben der Sandsteinsanierung werden auch die verwitterten Fenster ausgetauscht. „Wir verwenden dabei zwar nicht wie früher Eichenholz, richten uns aber nach den historischen Vorbildern.“ Für die Finanzierung der Gesamtmaßnahme wird, wie Krauße erläuterte, der städtischen Haushalt kaum belastet. Der überwiegende Teil der rund 900 000 Euro, die aufgebracht werden müssen, kommt aus Mitteln der Stiftung Baukultur und Denkmalschutz und dem Förderprogramm „Soziale Stadt“, das Krauße einmal mehr als Segen für Fürth bezeichnete. Der Baureferent betonte auch, dass die Sanierung nicht nur kosmetische und ästhetische Gründe hat. Denn in den vergangenen Monaten haben sich immer mehr Sandsteinbrocken aufgelöst, die teilweise heruntergefallen seien und ein Sicherheitsrisiko darstellten.

Architekt Hermann Keim (li.) und Stadtbaurat Joachim Krauße weisen auf die wertvolle Bausubstanz des Rathauses hin und erläutern die Wirkungsweise der schonenden Fassadensanierung.

Foto: Mittelsdorf

Bei dem Ortstermin demonstrierten Keim und Krauße auch, über welch’ hohes Können die Handwerker beim Bau des Rathauses in den Jahren von 1840 bis 1850 verfügten und zollten der Bausubstanz hohen Respekt. So sind zum Beispiel die Fugen zwischen den Sandsteinen nur wenige Millimeter dick. Der Grund dafür ist, dass Mörtel nur in Ausbuchtungen innerhalb der Sandsteinquader aufgebracht wurde. Auch die Musterung der Fassade zeuge davon, dass beim Bau und der Auswahl der Steine große Sorgfalt aufgebracht wurde.

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