6.11.2007 - Stadtnachricht
Positive Bilanz der „Guten Geister“

Norbert Schreiber, 61, hat mehr als 40 Jahre als Lithograf gearbeitet, bis er vor fünf Jahren arbeitslos wurde. Seit vergangenem Herbst hat er wieder eine „sinnvolle Aufgabe“, wie er selbst sagt: Als einer von zunächst neun und seit Juli 14 „Guten Geistern“ sieht er im Auftrag der Beschäftigungsgesellschaft elan in Fürths Grünanlagen nach dem Rechten. Er erklärt Radfahrern, dass sie im Stadtpark schieben müssen, weist Feiernde darauf hin, dass sie an Ort und Stelle nicht grillen dürfen, dass Herrchen und Frauchen den Hundekot ihrer Tiere beseitigen müssen oder dass das Füttern der Enten an den Weihern verboten ist. Kurz: Die „Guten Geister“ helfen durch freundliche Hinweise und Erklärungen mit, dass die städtischen Verordnungen im Sinne aller eingehalten werden.

Die „Guten Geister“ um Trainer Joachim Grininger (Mitte) sowie Rechts-, Umwelt- und Ordnungsreferent Christoph Maier (2.v.li.).

Foto: Mittelsdorf

Rechts- und Ordnungsreferent Christoph Maier sowie Projektbetreuer Stefan Schmidt und Arbeits-Anleiter Joachim Grininger zogen nach gut einem Jahr bei einem Pressegespräch eine positive Bilanz. Zwar könne man keine konkreten Vorher-Nachher-Zahlen vorlegen, so Maier, doch die Klagen der Bürger über rücksichtsloses oder verbotenes Verhalten seien weniger geworden. Und was noch viel wichtiger ist: „Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung sind überwiegend positiv.“ Für die Stadt summieren sich die Ausgaben dafür in 2007 auf bislang 45 000 Euro. Denn die „Guten Geister“, die zu dritt jeweils montags bis samstags ihren Dienst versehen, erhalten zusätzlich zu ihrer staatlichen Unterstützung 1,25 Euro pro Stunde. Gut angelegtes Geld – und das nicht nur wegen der geringeren Anzahl an Verstößen. Ziel der Arbeitsgelegenheit ist es auch, Langzeitarbeitslose wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln. Bei drei von sieben hat das bislang geklappt, wie Schmidt betont.

Er legt Wert auf die Feststellung, dass die „Guten Geister“ keine „Sheriffs“ sind, sondern sich mehr als Helfer und Informationsstelle sehen. Buß- oder Verwarngelder verteilen oder gar Platzverweise aussprechen, das dürfen sie nicht. Bei Problemen mit Unbelehrbaren oder wenn eine Situation bedrohlich wird, rufen die in einheitlichen Uniformen auftretenden Helfer die Polizei. „Das war aber zum Glück noch nicht oft nötig“, sagt Grininger und verweist auch auf die gute Zusammenarbeit mit den vier Beschäftigten des städtischen Vollzugsdienstes und der Sicherheitswacht, die die Polizei unterstützen. Gemeinsam würden Einsatzgebiete abgesprochen oder auch „gemischte“ Fußstreifen losgeschickt, sagt Referent Maier. Oberstes Ziel sei es, das betonen die Verantwortlichen, Vernunft und Einsicht bei den Angesprochenen zu erreichen. Schön, wenn also freundliche „Gute Geister“ in den Grünanlagen dafür sorgen, dass noch recht viele Menschen ihre Freude daran haben.

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