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25.5.2021 - Stadtnachricht

Stele erinnert an Fürther Sinti

Am Tag der Befreiung vom Nazi-Terror, 8. Mai, hat Oberbürgermeister Thomas Jung gemeinsam mit dem Vorsitzendes des Verbands Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Bayern, Erich Schneeberger, auf dem Löwenplatz ein Mahnmal zum Gedenken an die Fürther Sinti, die im Holocaust ermordet wurden, eingeweiht.

Die Stele, geschaffen von dem Fürther Steinmetz und Bildhauer Peter Stutzmann, trägt die Inschrift:
„Zum Gedenken an die Fürther Sinti, die dem nationalsozialistischen Völkermord in Auschwitz und anderen Vernichtungslagern zum Opfer fielen“.

Am 8. März 1943 wurden nachweislich acht Fürther Sinti-Angehörige deportiert und schließlich im Vernichtungslager Auschwitz ermordet; sie sind namentlich bekannt, jedoch ist davon auszugehen, dass noch mehr Männer, Frauen und Kinder Opfer des Nazi-Regimes wurden. Bekannt ist ein weiterer grausamer Fall: Ernst Mettbach, am 30. April 1920 in Fürth geboren, wurde nach Auschwitz deportiert, kam nach Buchenwald und schließlich ins Konzentrationslager (KZ) Dachau. Dort überlebte er eine medizinische Versuchsreihe, bei der Salzwasser getrunken werden musste (vermutlich um zu testen, was man tun kann, um die Überlebenschancen für über dem Meer abgestürzte Luftwaffenpiloten zu erhöhen). Schließlich war er offenbar zu krank, um weiter als Versuchsperson missbraucht zu werden und kam ins KZ Melk. Befreit wurde Ernst Mettbach schließlich im KZ Mauthausen. Im Nürnberger Ärzteprozess trat er 1947 als Zeuge auf. Nach dem Krieg kehrte er nach Fürth zurück, wo er 1972 starb.

Stele für Fürther Sinti

Erich Schneeberger (2. v. li.), Landesverbandsvorsitzender, und OB Thomas Jung (2. v. re.) weihten gemeinsam mit Steinmetz Peter Stutzmann (re.) und dem stellvertretenen Vorsitzenden des Landesverbands, Roberto Paskowski, die Stele auf dem Löwenplatz ein. Foto: Kramer

Erich Schneeberger erinnerte auch daran, dass die Diskriminierungen nicht mit der Kapitulation Nazi-Deutschlands endeten. Noch im Jahr 1956 hat etwa der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe befunden, dass Sinti und Roma nicht aus rassistischen, sondern aus polizeilichen Gründen verfolgt worden seien. Eine weitere Demütigung, für die sich der BGH erst im Jahr 2016 entschuldigte. Die damalige Präsidentin Bettina Limperg erklärte dazu: „Angesichts der völligen Verkennung der Werte des Grundgesetzes und des Zwecks der Entschädigung für unendliches Leid kann ich mich dafür allerings nur schämen.“

OB Jung schloss seine Ansprache mit den Worten: „Möge die Stele uns allen, wie auch das neue Mahnmal an der Uferpromenade, in Erinnerung an die Opfer von Hass, Unterdrückung und Gewalt beständige Mahnung und Auftrag für Frieden, Menschlichkeit, Offenheit und Demokratie in Fürth, in Deutschland und der ganzen Welt sein.“
   

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