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3.1.2012 - Umwelt

Bio-Energie-Zentrum in Betrieb

Sie läuft! Kraftvoll schiebt die Schnecke gelblichen Mais in den großen Gärbehälter: Futter für die Biogasanlage der infra. Den Nachschub holt Geschäftsführer Hans Partheimüller gleich selbst mit einem großen Radlader. Die offizielle Inbetriebnahme des Bio-Energie-Zentrums sei für den städtischen Energieversorger „Höhepunkt des Geschäftsjahres und ein Meilenstein für die grüne Energiegewinnung in der Region“, sagt Partheimüller. Rund 20 Millionen Euro hat die infra auf dem Gelände an der B8 bei Raindorf investiert. Seit Oktober 2010 sind hier acht große Gärbehälter entstanden und Fahrsilos auf 12 000 Quadratmetern. In ihnen lagern über 50 000 Tonnen Maissilage, dazu jeweils 6000 Tonnen Gras und gehäckselte Getreidepflanzen – der Treibstoff für „grüne“ Energie.

 

Landrat Matthias Dießl, Cadolzburgs Bürgermeister Bernd Obst, Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung und infra-Geschäftsführer Hans Parthei- müller (v. li.) haben das Bio-Energie-Zentrum offiziell in Betrieb genommen. 
Foto: Gabi Pfeiffer

Mit dem Strom, den die Anlage erzeugt, können 6300 Haushalte versorgt werden. Mit ihrer Wärme 2000 Wohnungen geheizt werden. Wie das funktioniert? Wie ein gigantischer Magen. Er wird mit Mais, Gras und ganzen Pflanzen gefüllt. Unter einer Haube und bei wohligen 40 Grad Celsius „verdauen“ Mikroorganismen – die im Startpaket von 13 000 Kubikmetern Gülle enthalten waren – diesen Brei. Dabei entstehen Wärme, besserer Dünger und jede Menge Biorohgas. Dieses wird aufbereitet und ist am Ende des Prozesses Bioerdgas.

5,5 Millionen Kubikmeter pro Jahr erwartet die infra. Sie werden über eine Leitung zu den städtischen Heizkraftwerken, die für 2,8 Millionen Euro modernisiert wurden, geführt und produzieren dort in Strom und Wärme.

Bei der Inbetriebnahme lobte Oberbürgermeister Thomas Jung den Mut der infra, eine eigene Anlage zu konzipieren. „Ein Projekt, das viele Gewinner hat: die Umwelt, die Landwirte und die regionale Wirtschaft.“ Die Umwelt profitiert, weil bei der grünen Energieproduktion im Vergleich zur konventionellen Erzeugung 80 Prozent der CO²-Emissionen eingespart werden. Die Landwirte, weil sie einen sicheren Absatz und stabile Einnahmen für ihre Feldfrüchte erzielen. Und die regionale Wirtschaft, weil Investitionen und Arbeitsplätze in der Region bleiben.

„Unsere Biogasanlage ist bundesweit die bisher erste und einzige in ihrer Größenordnung, die komplett von einem Stadtwerk gestemmt wird“, sagte Hans Partheimüller. Die infra hatte bereits 2006 geplant, doch die Standortsuche gestaltete sich schwierig; auch das Gelände bei Raindorf war umstritten. Anwohner in Seckendorf und Seukendorf fürchteten die Verkehrsbelastung durch die Anlieferung von Grüngut und die Abfuhr der Gärreste. Der Cadolzburger Marktgemeinderat entschied sich allerdings einhellig für den Bau der Anlage. „Wir waren überzeugt, dass das Bio-Energie-Zentrum ein guter Energieträger ist. Ausschlaggebend war für uns allerdings, dass der Energieversorger vor Ort sitzt“, erinnerte sich Bürgermeister Bernd Obst. Er hofft auf Akzeptanz und wünscht sich, „dass das Bewusstsein in der Bevölkerung weiter steigt“.

Wer am Bio-Energie-Zentrum entlangfährt, kann inzwischen schon die Gasfackel sehen – ein erstes sichtbares Zeichen produktiven Gärens in den Behältern. „Bis sich alle Kulturen richtig wohlfühlen, dauert es seine Zeit“, mahnte Landrat Matthias Dießl. Er wünschte, dass das Vorzeigeprojekt über den Mais hinaus auch andere Energiepflanzen nutzt und so die Biodiversität erhält.

Den Erhalt natürlicher Grundlagen hat indes auch die Biomasseliefergesellschaft Fürth mbH (BMLG) – ein Zusammenschluss der Maschinenringe Fürth und Regnitz-Franken sowie der Erzeugergemeinschaft Getreide Mittelfranken – im Sinn. Sie sorgt für das „Futter“ des Bio-Energie-Zentrums, das im Umkreis von 15 Kilometern auf rund 1100 Hektar wächst. In den Verträgen mit den Landwirten, die für fünf oder zehn Jahre geschlossen werden, ist vorgeschrieben, dass höchstens ein Drittel der Anbaufläche mit Mais bestellt werden darf. Zudem, sagt BMLG-Geschäftsführer Johannes Strobl, soll schon im Frühjahr ein Versuchsfeld mit einer energiereichen Wildpflanzenmischung aus Veitshöchheim angesät werden.

 

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