17.5.2013 - Bauprojekte
Maßnahmen gegen angespannte Wohnsituation

Wer in den vergangenen Jahren die Wohnbautätigkeit in Fürth beobachtet hat, wundert sich ob der aktuellen Zahlen. Denn trotz rund 2000 neuer Wohnungen, die allein seit 2010 errichtet wurden, ist vor allem bezahlbarer Wohnraum in der Kleeblattstadt mittlerweile ein knappes Gut. Nach wie vor gilt Fürth als attraktiver Lebensmittelpunkt; die Zuzugszahlen – durchschnittlich 1000 Neubürger pro Jahr seit 2005 – sind unvermindert hoch. Derzeit sind bei der Stadt rund 1100 Menschen gemeldet, die nach neuen vier Wänden suchen; etwa 2000 zusätzliche Wohnungen verschiedener Bauträger werden bis Ende 2014 entstehen.

Beispiel für ein aktuelles Wohnbauprojekt: „Am Wolfsgarten“ in der Stiftungsstraße baut die WBG-Tochter wohnfürth 13 Wohnungen.
Foto: Wunder

Beispiel für ein aktuelles Wohnbauprojekt: „Am Wolfsgarten“ in der Stiftungsstraße baut die WBG-Tochter wohnfürth 13 Wohnungen.
Foto: Wunder

„In drei Jahren sind die Grenzen für Neubauten in Fürth erreicht, denn zum einen wollen wir unseren Charakter als überschaubare Großstadt nicht verändern und zum anderen natürlich unsere wertvollen Flussauen und Grünzonen unangetastet lassen,“ erläutert Oberbürgermeister Thomas Jung die Lage. Verschiedene Maßnahmen sollen nun Abhilfe schaffen. So hat der Stadtrat in seiner Mai-Sitzung beschlossen, einen Antrag an die Staatsregierung zu stellen, dass Fürth als Gebiet mit erhöhtem Wohnbedarf eingestuft wird. Dies hat zur Folge, dass die Kappungsgrenze für Mieterhöhungen von derzeit 20 Prozent innerhalb von drei Jahren auf 15 Prozent abgesenkt wird.

Ein Wohnbaulückenkataster soll potenziellen Investoren die Suche nach baureifen Grundstücken im Stadtgebiet erleichtern. Weiter könne, so Jung, die Umwandlung stillgelegter Gaststätten und Kleinstläden in Wohnraum einen Beitrag zur Entspannung der Situation leisten, ebenso wie der Wechsel alleinstehender älterer Menschen in kleinere, sanierte und barrierefrei ausgestattete Wohneinheiten.

Hier müsse man eng mit den Baugenossenschaften zusammenarbeiten, um Umzugswilligen eine Garantie auf die oftmals noch sehr günstigen Mieten geben zu können, die sie in ihren bisherigen Wohnungen bezahlten. Ein probates Mittel, zusätzlichen Raum zu schaffen, ist der Ausbau von Dachgeschossen, wie ihn die städtische Wohnungsbaugesellschaft WBG bereits seit einiger Zeit, zum Beispiel auf der Hardhöhe, erfolgreich praktiziert. Fazit des Stadtoberhaupts: „Unser Ziel muss es sein, dass alle Fürtherinnen und Fürther den Wohnraum zur Verfügung haben, den sie aufgrund ihrer persönlichen Lebensumstände benötigen, und den sie bezahlen können.“

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