1.6.2017 - Umwelt
Neue Pflegestation für Fledermäuse

Viele schaurige Geschichten und Mythen ranken sich um Fledermäuse: Sie seien angriffslustig und tränken Menschenblut. Dabei sind die nachtaktiven Säugetiere, die in Deutschland leben, Insektenfresser, menschenscheu und vor allem schutzbedürftig. Denn zahlreiche Arten stehen bereits auf der „Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten“.

Zwei Drittel aller bayerischen Fledermäuse sind in Fürth heimisch und haben ihr Quartier in Dachstühlen, schmalen Spalten hinter Verkleidungen oder Mauern. Aber immer wieder verfliegen sich die kleinen Segler und landen als ungebetener Gast in Wohnungen oder werden zum Beispiel von Katzen gejagt und verletzt. Um die geschwächten Säuger aufzupäppeln und für die Auswilderung fit zu machen, hat dieser Tage eine Auffangstation in Burgfarrnbach eröffnet.

„Für uns geht ein langgehegter Traum in Erfüllung“, freut sich Bettina Cordes von der Koordinierungsstelle für Fledermausschutz im Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen, die sich mit rund zehn Ehrenamtlichen um die gefährdeten Tiere kümmert.

Fledermausauffangstation

In Burgfarrnbach werden verletzte und geschwächte Fledermäuse aufgepäppelt. Foto: Gaßner

In einer selbstgezimmerten Voliere auf einer ökologischen Ausgleichsfläche, die die Stadt zur Verfügung gestellt hat, werden die Säuger nicht nur gesund gepflegt, sondern auch auf ihre Flugfähigkeit getestet, bevor die Matarbeiter sie wieder in die Freiheit entlassen. Was auf der Wunschliste der engagierten Pfleger noch steht, ist ein Stromanschluss, um die Voliere im Winter zu heizen oder in einem Kühlschrank wichtige Medikamente zu lagern.

Übrigens: Wer eine verletzte Fledermaus findet, sollte sich an den Landesbund für Vogelschutz oder die untere Naturschutzbehörde wenden, die wiederum Kontakt mit den ehrenamtlichen Fledermausexperten aufnehmen.

Copyright: © Stadt Fürth 2021
morelink: https://www.fuerth.de/desktopdefault.aspx/tabid-1158/2002_read-26481/