31.1.2018 - Verkehr
Erster E-Bus in Fürth

Von außen sieht er aus wie die anderen Busse der infra verkehr auch. Doch der "Solaris Urbino" ist der erste vollelektrisch betriebene Niederflurbus im Fürther Stadtverkehr und einer von insgesamt nur zwei seiner Art in ganz Nordbayern. Bis Mitte März fährt der Zweiachser mit 35 Sitz- sowie 42 Stehplätzen angetrieben von zwei emissionsfreien Elektromotoren an der Hinterachse noch im Testbetrieb. Anschließend soll er auf allen Linien in der Kleeblattstadt zum Einsatz kommen. Mit einer Reichweite von etwa 200 Kilometern schaffe er das Tagespensum leicht, so Klaus Dieregsweiler, Leiter des infra-Verkehrsbetriebs. 

"Stromverkehr" wörtlich genommen: Derzeit testet die infra den ersten vollelektrisch betriebenen Bus im Fürther Stadtverkehr. Oberbürgermeister Thomas Jung (re.) und der Geschäftsführer der infra, Hans Partheimüller, stellten den „Neuen“ im Fuhrpark der Öffentlichkeit vor. Foto: Wunder

Die insgesamt sechs Batteriepakete können an der eigenen Ladestation im Busbetriebshof aufgeladen werden. Nach nur zweieinhalb Stunden ist der zwölf Meter lange und 14 Tonnen schwere E-Bus dann schon wieder startklar. 

Die innovative und umweltfreundliche Technik hat allerdings auch ihren Preis. Rund 700 000 Euro habe das in Polen gefertigte Fahrzeug und alleine 75 000 Euro die Ladesäule gekostet, erklärte infra-Geschäftsführer Hans Partheimüller. Zum Vergleich: Ein herkömmlicher dieselbetriebener Bus schlägt mit 200 000 bis 250 000 Euro zu Buche. Zuschüsse gibt es von der Regierung Mittelfranken (70 000 Euro) und dem Projektzentrum des Bundes in Jülich (146 702 Euro).

Als "Zukunft der Stadt" und "Riesenfortschritt" sieht Oberbürgermeister Thomas Jung die Elektromobilität. Ohne Lärm und Abgas durch Fürth zu fahren – das trage auch zu einer gesteigerten Lebensqualität bei. Doch die Technologie stecke noch in den Kinderschuhen, so der OB kritisch: Über 6000 Elektrobusse würden deutsche Städte bestellen wollen - die deutsche Automobilindustrie könne jedoch bis 2020 "gerade einmal um die 60 liefern – das ist eine Schande."

Derzeit fahren 100 Elektroautos und 500 Hybridfahrzeuge mit Verbrennungs- und Elektromotor durch die Stadt. Für die Kleeblattstadt setzt Jung in diesem Jahr auf einen Zuwachs von 100 Prozent.
Auch die E-Bus-Flotte soll sukzessive ausgebaut werden, so infra-Chef Partheimüller, ein bis zwei weitere seien für 2019 geplant.

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